Bürger können mit eigenen Videos den dritten IT-Gipfel beeinflussen

Gipfel – IT-Branche trifft Politik, Bürger diskutieren mit

31.10.2008 | Redakteur: Ulrike Ostler

Der dritte IT-Gipfel findet in Darmstadt statt, Logo: BWMi

Am 20. November 2008 findet in Darmstadt der dritte nationale IT-Gipfel statt. Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft diskutieren auf Einladung des Bundesministers für Wirtschaft und Technologie, Michael Glos, Strategien für den ITK-Standort Deutschland. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat ihre Teilnahme zugesagt. Im Vorfeld können Bürger mit eigenen Videos das Geschehen beeinflussen.

Die Möglichkeit für jeden Bürger, die diskutierten Inhalte der Veranstaltung per Video mitzubestimmen, gibt es das erste Mal. Zuständig dafür ist das Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik in Potsdam, das seit Sommer 2007 die Online-Plattform „IT-Gipfelblog“ betreibt.

Bürger können dort ihre Kommentare und Statements jetzt nicht nur schriftlich zur Diskussion stellen, sondern auch als Videos. Beim Gipfeltreffen haben dann einzelne dieser persönlichen Film- und Text-Beiträge die Chance, in öffentlicher Sitzung in eine abschließende Expertendiskussion eingespeist zu werden, sagte HPI-Direktor Christoph Meinel.

Das Einstellen soll vergleichsweise einfach sein. „Das Aufnehmen per Webcam und Hochladen funktioniert dank einer neuen Lösung noch einfacher als bei dem populären Videoportal Youtube“, verspricht Meinel. Dazu entwickelte ein HPI-Team eigens eine spezielle Software.

Die Gipfelblog-Redaktion schlägt zum Start zwei Diskussionsimpulse von August Wilhelm Scheer vor, Präsident des Branchenverbands Bitkom. Scheer spricht sich in den Videoclips unter anderem für Datenschutz „mit Augenmaß“ und für „kluge Auswahlverfahren“ beim Gewinnen ausländischer Fachkräfte für den Bedarf in Deutschland aus.

Ein paar Diskussionsanregungen

Zu den bereits vorhandenen Themen gehört auch ein Beitrag von Harald Sack, Mitglied im deutschen IPv6-Rat. Er erhofft sich einen starken Impuls zur Einführung der neuen Internetgeneration IPv6. Ohne einen solchen Übergang auf die neuen Datenverkehrsregeln im Internet drohe Deutschland international den Anschluss zu verpassen. Der HPI-Wissenschaftler weist darauf hin, dass jetzt schon nur noch rund 15 Prozent der so genannten IP-Adressen, also der möglichen Netzanschlüsse, verfügbar sind.

Stefanie Reinicke, eine Brandenburger Studentin, ruft dazu auf, mehr Schülerinnen ein Studium der Informatik schmackhaft zu machen.

Koordiniert wird der IT-Gipfel vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, an dem von Seiten der Bundesregierung auch Bundesminister Wolfgang Schäuble, Bundesministerin Annette Schavan und Bundesministerin Brigitte Zypries beteiligt sind.

In vier Foren, die von neun Arbeitsgruppen vorbereitet wurden, werden die Kernthemen dieses Jahres – IKT-Standort in der Globalisierung, elektronische Identitäten, IKT-Forschung in Anwendungsfeldern und digitale Persönlichkeit – erörtert.

Darüber hinaus präsentieren IT-Gipfelteilnehmer in der so genannten Nachwuchslounge exemplarisch einzelne Initiativen zur Förderung des IT-Nachwuchses und zur Aufnahme des Dialogs mit den so genannten „Digital Natives“, der jungen Generation, die mit dem Internet aufgewachsen ist.

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