Die Vergabe der Digitalen Dividende kann beginnen

Bundesrat sorgt für Breitband auf dem Land

16.06.2009 | Redakteur: Sarah Maier

Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer: „Der Weg für Breitband auf dem Land ist frei.“

Das digitale Fernsehen setzt hierzulande Rundfunkfrequenzen frei. Diese, so hat der Bundesrat jetzt beschlossen, sollen künftig eine bessere Versorgung von Breitband-Internet auch in ländlichen Gebieten sicherstellen.

Was schnelle Internetzugänge betrifft, findet man in Deutschland noch massenhaft „weiße Flecken“. Mit seiner Entscheidung zur Digitalen Dividende will der Bundesrat hier Abhilfe schaffen. Die Digitale Dividende bezeichnet die durch die Digitalisierung des terrestrischen Rundfunks freiwerdenden Frequenzen. Durch den Beschluss zur Änderung der so genannten Frequenzbereichszuweisungsplanverordnung können nun die Frequenzen zwischen 790 und 862 Megahertz für die Breitbandversorgung genutzt werden.

Verbände sind optimistisch

Die großen Telekommunikationsverbände bewerten den Entschluss als wichtigen Meilenstein. „Jetzt ist endlich der Weg frei für schnelle Internet-Zugänge auf dem Land“, sagte Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer. VATM-Geschäftsführer (Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten) Jürgen Gützner führt zudem aus: „Die Politik hat einen wichtigen Schritt getan. Jetzt kommt es darauf an, dass die Bundesnetzagentur Vergaberegeln festlegt, die eine optimale Frequenznutzung für drahtlose Breitbandversorgung ermöglichen. Die Unternehmen haben sich bereit erklärt, die Frequenzen in ländlichen unversorgten Gebieten so zu verwenden, dass möglichst große Blöcke genutzt werden können, um eine maximale Breitbandigkeit beim Endkunden zu erreichen. Dieses Ziel muss durch die Bundesnetzagentur bei der Vergabe berücksichtigt werden.“

Die Bundesregierung hat in ihrer Breitband-Strategie angekündigt, dass bis spätestens Ende 2010 alle Haushalte in Deutschland mit schnellen Internet-Anschlüssen versorgt sein werden. Nun kann die Bundesnetzagentur mit dem Vergabeverfahren beginnen. „Die Frequenzen sollten bundesweit ausgeschrieben werden“, empfiehlt Scheer. Für ein wirtschaftlich tragfähiges Modell müsse gleichzeitig eine Versorgung urbaner Regionen mit der neuen Technik möglich sein. Des Weiteren sollten Unternehmen in Regionen kooperieren können, wo sich der Aufbau mehrerer paralleler Netze nicht lohnt – also insbesondere in sehr dünn besiedelten Gegenden.

Kommentar zu diesem Artikel

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)



Spamschutz 

Bitte geben Sie das Resultat dieser Rechenaufgabe (Addition) ein:
Kommentar abschicken

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 2022399)