29.04.2010 | Autor / Redakteur: Dr. Franz-Joachim Kauffels / Andreas Donner

Möchte man die Wirkungen elektromagnetischer Felder auf den menschlichen Körper untersuchen, ist es notwendig, eine Relation zwischen den entstehenden physikalischen Werten, z.B. Sendeleistung in mW, auf dosimetrische Quantitäten herzustellen. Die meisten Leser werden den sog. SAR-Wert bei Handys kennen; dies ist eine solche dosimetrische Quantität. Erst damit kann man gesicherte Aussagen treffen und Grenzwerte definieren. Ein Vorreiter in dieser Hinsicht ist das NRPB.
In Großbritannien gibt es weit über 50 Millionen Mobiltelefone. Dies ist eine Verdopplung gegenüber dem Jahr 2000 und mehr als eine Verzehnfachung gegenüber 1995. Sie werden durch ca. 40.000 Base Stations versorgt, deren Mehrheit mit GSM arbeitet. Insgesamt gibt es weltweit weit über eine Milliarde GSM- bzw. 3G-Teilnehmer. Außerdem erwartet man eine erhebliche Zunahme weiterer Funkdienste.
Die britische Regierung hat den Ausbau der Mobilfunksysteme massiv gefördert. Zudem gab es extensive Entwicklungen für Sicherheitseinrichtungen, die ebenfalls drahtlose Kommunikation benutzen.
Die extensive Benutzung von Mobiltelefonen legt es nahe, dass sie von ihren Besitzern z.Zt. nicht grundsätzlich als gesundheitliche Bedrohung eingestuft werden. Nein, die neuen Technologien werden gerne akzeptiert und in das tägliche Leben eingegliedert. Nichtsdestotrotz gibt es seit ihrer Einführung auch Bedenken hinsichtlich möglicher Gesundheitsschädigungen.
So hat die britische Regierung Anfang 1999 eine Expertengruppe (Independent Expert Group on Mobile Phones, IEGMP) beauftragt, die Situation zu beurteilen. Ein Bericht dieser Gruppe wurde im Jahr 2000 mit dem sog. „Steward-Report“ veröffentlicht. Damals kam man zu dem Schluss, dass es keine Belege dafür gibt, dass RF-Strahlung schädlich ist, solange sie unter den von der NRPB empfohlenen Richtlinien liegt.
Es gebe keinen wissenschaftlichen Beweis dafür, dass es biologische Effekte gebe, solange die Bestrahlung unter den Grenzwerten liegt. Andererseits könne man potentielle negative gesundheitliche Effekte auch bei Bestrahlung unter den Grenzwerten nicht ausschließen. Die Wissenslücken seien hinreichend groß, um einen vorsichtigen Ansatz zu rechtfertigen.
Die Empfehlung des Steward Reports lautet kurzgefasst also, vorsichtig mit der Technologie umzugehen, bis man wissenschaftlich fundierte Ergebnisse hat.
Der Steward Report wurde von der Regierung, der Öffentlichkeit und den Herstellern positiv aufgenommen. Dennoch hat man die Thematik aus folgenden Gründen zwischenzeitlich weiterverfolgt:
Insgesamt ist das NRPB der Ansicht, dass die wesentlichen Schlussfolgerungen des Steward Reports nach wie vor Gültigkeit haben und dass man weiterhin mit Vorsicht an die Benutzung der Mobiltelefon-Technologie gehen sollte.
»1 »2 »3 nächste Seite
Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 2044692)