14.09.2007 | Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Andreas Donner
Stark sinkende Preise machen dem deutschen Telekommunikationsmarkt zu schaffen. Trotz ungebrochen hohem Interesse an Telekommunikationsdiensten berichtet Branchenverband BITKOM von sinkenden Umsätzen. Steigende Einnahmen können dagegen über Software und IT-Services erzielt werden.
Insgesamt soll der deutsche Markt für Informationstechnik, Telekommunikation und digitale Consumer Electronics (ITK) im laufenden Jahr um 1,3 Prozent zulegen und damit ein Gesamtvolumen von 147,8 Milliarden Euro erreichen.
Sorgenkind der Branche sind sinkende Preise und Umsätze auf dem Telekommunikationsmarkt. Im laufenden Jahr soll das Volumen um 1,8 Prozent auf 64,8 Milliarden Euro zurückgehen.
Dabei kann sich der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) nicht über mangelndes Kundeninteresse beklagen: So gebe es bis zu dreistellige Wachstumsraten bei neuen Formen der Sprachtelefonie über Internet und Fernsehkabel. Auch im Mobilfunk sei die Zahl der Gesprächsminuten im Vorjahr um ein Drittel gestiegen.
Im erzielten Umsatz niederschlagen kann sich allerdings der von BITKOM beschriebene Boom bei Datendiensten. Im Jahr 2007 soll dieser 12,4 Milliarden Euro erreichen und damit um sieben Prozent zulegen. Dennoch brauche auch der Breitbandsektor einen zusätzlichen Schub, meinen die Lobbyisten.
In ländlichen Gebieten sei es zu teuer die notwendige Infrastruktur aufzubauen. Als Ausweg schlägt der Verband vor, frei werdende Rundfunkfrequenzen für Kommunikationsdienste zu öffnen. Zudem sollte es Telekommunikationsanbietern erleichtert werden, ihre Preise regional zu differenzieren – so die Interessenvertreter.
Optimistisch bewertet der Verband den Absatz von Informationstechnik. Erwartete Zuwächse von 3,5 Prozent sollen den Umsatz auf 72,5 Milliarden Euro heben. „Die IT profitiert von der steigenden Nachfrage professioneller Abnehmer in der Wirtschaft und der öffentlichen Verwaltung“, so BITKOM-Präsident Prof. August-Wilhelm Scheer.
Der Absatz von Software steigt dabei um sechs Prozent auf 18 Milliarden Euro, der Markt für IT-Services legt um knapp fünf Prozent zu. Trotz steigender Verkäufe geht der mit IT-Hardware erzielte Umsatz allerdings auf 16,5 Milliarden Euro zurück.
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