Nokia Siemens Networks auf den Spuren von IPv6 im 3G und 4G-Netz

NSN-Experte erläutert: So funktioniert IPv6 im Mobilfunknetz

04.06.2010 | Redakteur: Ulrike Ostler

IPv6 funktioniert schon heute auf vielen mobilen Endgeräten und wenn es ein Provider zur Verfügung stellt. Bild: Lindemeier/NSN

Der neue Mobilfunkstandard Long Term Evolution (LTE) ist IPv6-fähig. Doch setzt sich hierzulande damit die Version 6 des Internet Protokolls durch? Vorläufig mitnichten. Es fehlen die Killerapplikationen im Enterprise-Bereich und die Telekommunikationsunternehmen haben genug IPv4-Adressen. Dirk Lindemeier, IP-Experte bei Nokia Siemens Networks (NSN) hat jedoch Kunden, denen sie nicht reichen.

Kürzlich fand in Frankfurt der IPv6 Kongress des Deutschen Internet-Knotens DeCIX statt. Dort treffen sich vor allem die Vertreter aus Anwender- und Herstellerunternehmen, Forschungsorganisationen und Einrichtungen der Öffentlichen Hand, Berater und Service-Anbieter, die pro IPv6 gestimmt sind.

Obwohl der Kongress gut besucht war, zogen die Teilnehmer etwas resigniert das Fazit, dass sich die Situation seit dem vergangenen Jahr, als der IPv6-Kongress das erste Mal stattfand, nichts wesentlich geändert habe. Keiner hat die Killerapplikation für IPv6 entdeckt und die IPv4-Adressen gehen nach wie vor zur Neige, ohne dass in kaum einem Unternehmen Handlungsbedarf gesehen wird.

Doch Dirk Lindemeier, Head of IP Technology Customer an Market Operations, schätzt die Situation ganz anders ein. „Vor einem Jahr war IPv6 bei unseren Kunden kaum ein Thema. Aber das hat sich geändert. Das Thema ist wirklich hochgekocht“, sagt er. „Jetzt können wir mit den Chief Technology Officer über Ipv6 diskutieren.“

IPv6 ist heiß

Dazu komme, dass die ersten Kunden des Netzwerkausrüsters und Kommunikationsdienstleisters, tatsächlich nicht mehr genügend IPv4-Adressen bekämen, um ihre Geschäftsideen umzusetzen. Nokia Siemens Networks zählt weltweit 600 Kunden. „1,5 Milliarden Menschen nutzen unsere Netze“, heißt es in der Unternehmensbroschüre.

Lindemeier berichtet von einem kanadischen Telekommunikationsunternehmen, das in das Mobilfunkgeschäft einsteigen möchte. Ohne eine ausreichende Anzahl von Internet-Adressen sei das jedoch ausgeschlossen.

Ohnehin sieht Lindemeier im Mobilfunk gute Chancen auf einen baldigen Einzug von IPv6. So ist mit LTE ein Standard verabschiedet, der nicht nur Bandberieten von 1,4 bis 20 Megahertz unterstützt und viermal effizienter ist asl HSDPA, Version 6, sondern auch die sechste Version des Internet-Protokolls unterstützt, wenngleich er auch mit IPv4 funktioniert.

weiter mit: Gründe für IPv6 im Mobilfunk

Inhalt des Artikels:

»1 »2 »3 nächste Seite

Kommentar zu diesem Artikel

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)



Spamschutz 

Bitte geben Sie das Resultat dieser Rechenaufgabe (Addition) ein:
Kommentar abschicken

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 2045254)