Landesmedienzentrale bremst Breitband per Rundfunkfrequenz in bayerischem Ort

Erster Anlauf für die Digitale Dividende in Gerolsbach

21.08.2009 | Redakteur: Ulrike Ostler

Die Gemeinde Gerolsbach will Pilotanwender für die Digitale Dividene werden

UHF und VHF sind die Frequenzen, über die Fernsehen und Rundfunk ausgestrahlt werden. Seit der Entscheidung des Bundesrats im Juni dieses Jahres, könnten freie Kapazitäten auch für den Datentransfer genutzt werden – im Versuch; denn die generelle Lizenzvergabe steht noch aus. Das bayerische Dorf Gerolsbach soll jedoch schon bald davon profitieren. Doch die Landesmedienzentrale verweigert die nötige Zustimmung.

Die Lokalzeitung „Pfaffenhofener Kurier“ titelte erst „Breitband für alle noch heuer“ um wenige Tage später hinzuzufügen „Verwirrspiel um Breitband-Pilotprojekt“ (siehe: Links). Es geht um ein Breitbandprojekt, das die Firma Mvox aus dem Landkreis Altötting in Gerolsbach verwirklichen will.

Die Gemeinde ist auf rund 5900 Hektar Hügelland verteilt, zählt mehr als 3.000 Einwohner sowie 77 kleine Dörfer, Weiler und Einödhöfe. Es gibt dort DSL-Anschlüsse, aber bei weitem nicht überall. So ist der Ort auf der Suche nach Alternative.

Mit Comb Interleaved Frequency Division Multiplex (CIFDM) soll es eine geben. Hinter dem Begriff verbirgt sich ein in Deutschland entwickeltes Verfahren, das es erlaubt, das im Mobilfunk bewährte Verfahren Orthogonal Frequency Division Multiplex (OFDM) weiterhin zu nutzen, da hiermit nicht nur einzelne UHF Funkkanäle für OFDM verwendet werden können, sondern auch nebeneinander liegende. Die Frequenzen lassen sich damit gut ausschöpfen und die Daten über Frequenzen schicken, auf denen sonst Rundfunk- und Fernsehprogramme laufen.

Das kleine Telekommunikationsunternehmen hat etwa die Orte Langenmosen und Peutenhausen per Wimax und Richtfunk zu drahtlosem Breitband verholfen. Der Vorteil von TV-Frequenzen liegt nach Ansicht des Unternehmens darin, dass mit Debatten über Elektrosmog und mögliche Gesundheitsgefährdungen, wie sie im Mobilfunk- und UMTS-Bereich immer wieder gibt, nicht zu rechnen ist. Schließlich waren die Frequenzen ohnehin in Gebrauch.

Firma und Technik für die Implementierung gefunden

Wie Ulrich Krenn vom Münchner Marketingbüro Heller & Partner, das Mvox vertritt, in einer Pressemitteilung schreibt, ist Gerolsbach neben der Stadt Bad Tölz die einzige Gemeinde, die an dem Pilotprojekt in Bayern teilnehmen wird. Das könne nun anlaufen, nachdem ein technischer Versuch der CIFDM-Technik in Brandenburg erfolgreich gestartet sei (siehe: „Ericsson und Vodafone testen mobiles Breitband über TV-Frequenzen“).

In Gerolsbach soll der Sender soll auf dem Funkmasten der Gerolsbacher Wasserversorgung montiert werden, wenngleich noch Verhandlungen mit dem Mobilfunkbetreiber Vodafone anstehen.

Der Sender soll eine Reichweite von bis zu 70 Kilometern haben, und sein Signal problemlos Gebäude und andere Hindernisse durchdringen. Private Anwender müssen sich laut Krenn, der selbst in der Gemeinde wohnt, nur noch eine kleine Empfangsbox neben den PC stellen und los geht`s. Der Basispreis werde 24,90 Euro im Monat betragen.

Der Marketier hatte in einem Zeitungsartikel über die Bemühungen von Bürgermeister Martin Seitz um einen Breitbandanschluss für die bisher nicht versorgten Gemeindeteile gelesen. Er nahm Kontakt auf und stieß auf offene Ohren. „Für die Entwicklung von Gerolsbach wäre es optimal“, sagte er.

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Kommentar zu diesem Artikel
Es gibt gute Gründe, warum hier nicht einfach eine Genehmigung erteilt wurde. Der Frequenzbereich,...  lesen
posted am 25.08.2009 um 10:00 von Unregistriert


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