Mobilfunk im Netbook sorgt für steigende Adaption der mobilen Datennetze

Mobile Datendienste generieren mehr Umsatz als SMS und MMS

22.07.2009 | Redakteur: Ulrike Ostler

Der Umsatz mit mobilen Datendiensten zieht kräftig an, Grafik: EITO

Mobile Datendienste sind gefragt. Nach mehreren Boom-Jahren wird der Markt europaweit auch 2009 und 2010 wachsen – um je zehn Prozent. Das teilt der Branchenverband Bitkom auf Basis aktueller Prognosen des European Information Technology Observatory (EITO)* mit. Der Allot Global Mobile Broadband Traffic Report zeigt weltweit für das zweite Quartal 2009 sogar einen Anstieg von 30 Prozent.

Sowohl mobile Business-Anwendungen für Unternehmen als auch Unterhaltung für unterwegs spielen beim Marktwachstum eine bedeutende Rolle. Die Bürger und Unternehmen geben demnach in diesem Jahr EU-weit 32,6 Milliarden Euro und im kommenden Jahr 36,0 Milliarden Euro für mobile Datendienste aus.

Dabei hat Großbritannien 2009 mit 5,6 Milliarden Euro voraussichtlich das größte Marktvolumen. Auf Platz 2 liegt Deutschland mit 5,2 Milliarden Euro, gefolgt von Italien mit ebenfalls knapp 5,2 Milliarden und Frankreich mit 4,0 Milliarden Euro. Spanien als fünftgrößter Markt kommt auf 3,2 Milliarden Euro. Die höchsten Zuwachsraten haben mobile Datendienste in Italien, zu erwarten sind 2009 rund 12,4 Prozent.

Laut Friedrich Joussen, Präsidiumsmitglied des Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (Bitkom), zeigt der Trend klar, dass mobile Internet-Anwendungen zunehmend bedeutender werden, in Europa wie international. Die Nutzer schätzten unterwegs vor allem die Informationsvielfalt und Flexibilität.

„In Ländern wie Indien oder auf dem afrikanischen Kontinent wird das mobile Internet der Schlüssel zu Wissen, Wachstum und Wohlstand. Dort wird es für den Zugang zum Internet keine Investitionen in den Aufbau einer Festnetz-Infrastruktur geben“, sagt Joussen weiter.

In den Schwellenländern ist Wissen gefragt, in Deutschland E-Mail

In Deutschland sind nach Bitkom-Berechnungen die Umsätze mit mobilen Internet-Zugängen und mobiler E-Mail inzwischen höher als die Erlöse aus SMS- und MMS-Versand.

Entscheidend trügen die Smartphones und Netbooks mit integriertem HSDPA-Zugang zum Durchbruch mobiler Datendienste bei. Umfangreiche Web-, Mail- und Multimedia-Funktionen gehörten bereits in Mittelklasse-Modellen zum Standard.

Durch die stark gestiegene Leistungsfähigkeit der Geräte und offene Betriebssysteme sei im Handymarkt ein Wettbewerb entstanden, der zu immer größerer Anwendungsvielfalt bei gleichzeitig sinkenden Kosten für die Kunden geführt habe. Im Trend liegen Zusatzprogramme für das Handy, so genannte „Apps“, darunter standortbasierte Anwendungen wie Straßenkarten und Restaurantfinder. Weiteren Auftrieb erhält der Markt für mobile Datendienste durch immer günstigere Notebooks und Netbooks.

*EITO liefert aktuelle Marktdaten zu den weltweiten Märkten der Informationstechnologie, Telekommunikation und Unterhaltungselektronik. EITO wird von der Bitkom Research GmbH betrieben, einer Tochtergesellschaft des Bitkom e.V. Das EITO arbeitet unter anderem mit den Marktforschungsinstituten PAC, IDATE und GfK zusammen.

weiter mit: Europa und die Welt im Funknetz

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