Über die Hälfte großer Unternehmen gibt mehr Geld für WLAN als für LAN aus

Wireless LAN ersetzt Strippen – großflächig

15.12.2008 | Redakteur: Ulrike Ostler

Studie sieht vielerorts das Ende der Kabel voraus.

Die meisten großen Unternehmen, 54 Prozent, geben inzwischen mehr für WLAN-Technik als für kabelgebundene Infrastrukturen aus. Einer europaweit erhobenen Studie von Motorola Enterprise Mobility Business (EMb) und dem Marktforschungsunternehmen Vanson Bourne zufolge sehen 57 Prozent der Befragten einen strategischen Bedarf an Mobilität als Hauptgrund für diese Entwicklung.

Darüber hinaus investieren Großunternehmen in WLANs, um bestehende kabelgebundene LAN-Lösungen aufzurüsten oder zu ersetzen. Insgesamt gehen 88 Prozent der Umfrageteilnehmer davon aus, dass ihre komplette Netzwerkausrüstung innerhalb der nächsten drei Jahre eine drahtlose Datenübertragung unterstützen kann.

Eine der möglichen Erklärungen liefert Ralf Sander, Senior Area Sales Director EMEA Central bei EMb: „Bei immer strafferen Budgets suchen Unternehmen aller Branchen nach Möglichkeiten, effizienter zu werden. Mehr Mobilität macht Unternehmen flexibler und reaktionsfähiger. Daher überrascht es nicht, dass drahtlose Netzwerke immer beliebter werden.“

76 Prozent der befragten Unternehmen nutzen bereits eine kabellose Infrastruktur. Zudem arbeitet ein Fünftel der Firmen „größtenteils“ oder „vollständig“ drahtlos. Dabei liegt Spanien im europäischen Vergleich vorn: 42 Prozent aller spanischen IT-Verantwortlichen gaben im Rahmen der Umfrage an, im Unternehmen „größtenteils“ oder „vollständig“ Wireless LAN zu nutzen. In Deutschland liegt dieser Wert nur bei 16 Prozent.

Einfach ist gar nichts

Doch ist eine Funk-Infrastruktur nur auf den ersten Blick schnell geschaffen. „Im Zuge der Umstellung auf drahtlose Netzwerke müssen Unternehmen prüfen, wie sie das Potenzial der Technologie voll ausschöpfen“, erläutert Sander. „Um sicherzustellen, dass die WLAN-Abdeckung ihren Anforderungen entspricht, sollten Unternehmen vorab gründlich ihren Standort analysieren. Planen Firmen beispielsweise die Einführung von Voice-over-Wireless-Technologie, könnten sie zusätzliche Access Points benötigen.“

Im Rahmen der Studie wurden die Teilnehmer auch nach ihren Bedenken gefragt, die einer Einführung vollständig kabelloser Netzwerke entgegenwirken. Dabei nannten die Befragten zu 63 Prozent Sicherheitsgründe und zu 41 Prozent eine geringere Leistungsfähigkeit.

Hier besteht aus der Sicht Sanders Aufklärungsbedarf über die Sicherung und Leistungsausschöpfung bei WLAN-Technologie. Denn sofern diese Bedenken ausgeräumt werden können, gehen 69 Prozent der befragten Unternehmen davon aus, dass sie ihre Netzwerke bis 2010 vollständig auf Wireless-Technologie umstellen.

Die Studie und das Unternehmen

Im Rahmen der Umfrage befragte das Marktforschungsunternehmen Vanson Bourne im Auftrag von EMb 400 IT-Direktoren aus Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, den Niederlanden, Italien, Spanien und Skandinavien. Ziel war es, mehr über den aktuellen Einsatz der Wireless-Technologie in Europa zu erfahren sowie die Einschätzung von Unternehmen zu Vorteilen und Hemmnissen für den Einsatz der Technologie zu erfassen.

Der Geschäftsbereich EMb ist einer von mehren des Konzerns Motorola. Daneben gibt es noch Mobile Devices, sprich: Handys, sowie Home & Networks Mobility. Hier sind die Aktivitäten und Produkte für den Heimbereich angesiedelt, etwa Set-Top-Boxen, aber auch Breitband- und Mobilfunkausrüstung.

Der Unternehmensarm Enterprise Mobility Solutions (Komplettlösungen zur Unternehmensmobilität) schließlich untergliedert sich in Government & Public Safety sowie Enterprise Mobility Business. Dazu gehört auch das im Jahr 2007 erworbene Unternehmen Symbol Technologies.

In Deutschland ist das Unternehmen durch die Motorola GmbH, Taunusstein, präsent. Die Gesellschaft erzielte 2007 mit rund 1.300 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 2,6 Milliarden Euro.

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