09.01.2009 | Redakteur: Ulrike Ostler
Trapeze Networks hat sich für dieses Jahr viel vorgenommen: Als neuer Teil von Belden, einem Unternehmen, das sich auf Signalübermittlung spezialisiert hat, will der Anbieter von WLAN-Technik nicht nur der Wirtschaftskrise trotzen, sondern gar wachsen – um 15 bis 20 Prozent. Ermöglichen sollen das unter anderem Gesamtkonzepte aus leitungsgebundener und drahtloser Technik sowie neue Services.
Für Belden sei der Zukauf von Trapeze Networks im Herbst des vergangenen Jahres eine Ergänzung des Produktspektrums gewesen, erläutert Bart Tillmans, Vice President Worldwide Marketing beim Hersteller. Denn der Ursprung dieses US-Konzerns mit Produktionsstandorten in Nordamerika, Europa und Asien mehr als 8000 Mitarbeitern liegt in der Kabeltechnik – Kupfer- und Glasfaser.
Darüber hinaus bietet Belden Steckverbinder sowie Systeme für die Kabelinstallation und für Power over Ethernet (PoE) an. Die Divison Industrial Connecting Solutions, die aus Lumberg Automation und dem Steckverbinderbereich von Hirschmann besteht, bietet Verdrahtungslösungen wie Verteilersysteme und Feldbuskomponenten an, die in nahezu allen Bereichen der Automatisierung eingesetzt werden.
Schließlich gehören in das Belden-Portfolio Switches für das Industrial Ethernet – Rail und Rack-mounted. Hierzulande entspricht die Abteilung im Wesentlichen der Netzwerksparte von Hirschmann mit Layer-2- und Layer-3-Switches sowie industriegerechten Security- und WLAN-Systeme, aber auch Fiber Interfaces für Bussysteme wie Profibus, Modbus oder Genius Bus.
Der WLAN-Pionier Trapeze Networks ging im Juni für 133 Millionen Dollar an den in St. Louis, Missouri, beheimateten Konzern. Der Kaufpreis lag mit gerade einmal dem Zweieinhalbfachen der Einkünfte aus dem Jahr 2007 von 56 Millionen Dollar vergleichsweise niedrig. Zum Vergleich: Cisco zahlte vor rund vier Jahren rund 500 Millionen Dollar für Airespace.
Immerhin bekam Belden eine komplette Controller-basierende WLAN-Produktlinie und eine Reiher guter Kunden aus dem aus dem Bildungs- und Gesundheitswesen, Retail- und Regierungsgeschäft. Darüber hinaus floriert das OEM-Geschäft mit 3Com, Enterasys, Nortel und anderen großen Netzausrüstern.
Doch auch der Konkurrent Aruba war mit einem Jahresumsatz von 160 Millionen Dollar an der Börse gerade einmal 460 Millionen Dollar wert, obwohl der Anbieter einen größeren Marktanteil verbuchen konnte.
Trapeze aus Pleasanton, Kalifornien, ist eines der Unternehmen, die das Konzept drahtloser LAN-Switches entwickelt haben. Dieses erlaubt relativ einfache Access Points , die jedoch zentral kontrolliert und zu abgesicherten WLANs verknüpft werden. Aruba gehört zu den Wettbewerbern, denen Trapeze nun verstärkt Marktanteile abknöpfen will.
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