05.12.2007 | Redakteur: Ulrike Ostler
Der Short Message Service (SMS) feiert in dieser Woche seinen 15. Geburtstag. Anfang Dezember 1992 wurde in Großbritannien die weltweit erste Textnachricht verschickt – damals von einem Computer an ein Handy. In Jahr 2006 ist allein in Deutschland die Zahl der versandten SMS-Nachrichten auf die Rekordhöhe von 22,4 Milliarden gestiegen, in diesem Jahr werden es voraussichtlich sogar mehr als 23 Milliarden SMS sein.
Die Zahlen zum SMS-Versand gab der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) heute in Berlin bekannt. Im Durchschnitt versendet also jeder Einwohner in Deutschland inzwischen 280 Textnachrichten im Jahr. Zum Vergleich: 1999 waren es erst 44. „Günstige Preise und die Einführung der Prepaid-Karten Ende der 90er Jahre führten zu einem Handy- und damit zu einem SMS-Boom“, sagt Bitkom-Präsident Professor August-Wilhelm Scheer.
Lange bevor die E-Mail mobil wurde, ermöglichte die SMS, Nachrichten lautlos und jederzeit zu übermitteln. So entwickelte sich der Short Message Service zum Erfolgmodell. Weil nur maximal 160 Zeichen versandt werden können. führte der Dienst zu neuen Wortschöpfungen, um möglichst viele Informationen pro SMS transportieren zu können.
Seit etwa 1994 unterstützten alle Mobiltelefone den Versand und den Empfang der Kurznachrichten. Viele neue Anwendungen für SMS sind in den jüngsten Jahren hinzugekommen: etwa die Hotelbestätigung oder das Einchecken ins Flugzeug per SMS, die Bahnfahrkarte, der Parkscheinkauf sowie das Einmal-Passwort oder die Mobile-TAN für das Online-Banking.
Obwohl das Simsen bereits von den Telcos und Analysten gekürte Nachfolger hat – mobile Multimedia-Nachrichten, so genannte MMS, also Bilder und Filme oder auch E-Mails – und die Umsätze mit Datendiensten gegenüber den Messaging-Umsätzen aufholen, scheint die kurze Nachricht nicht auszusterben.
„Für einen Abgesang auf die SMS gibt es noch lange keinen Anlass“, sagt Scheer. „Dafür sind SMS und MMS schon viel zu sehr Teil unseres täglichen Lebens geworden. Eher ersetzt die MMS mit dem eigenen Urlaubsfoto die Postkarte.“
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