Wie Skype funktioniert

Der Kommunikationsdienst im Unternehmenseinsatz

18.01.2007 | Redakteur: Ulrike Ostler

Der Bericht „Skype im Unternehmenseinsatz“ von Berlecon Research und der Fraunhofer-Einrichtung für Systeme der Kommunikationstechnik ESK empfiehlt klare Regeln für die Nutzung, um betrieblichen Sicherheitsanforderungen zu genügen. Doch um richtig handeln zu können, muss die Funktionsweise des Dienstes bekannt sein.

Der Internet-Kommunikationsdienst Skype wird heute in vielen Unternehmen von den Mitarbeitern genutzt – häufig ohne Abstimmung mit der zentralen IT-Abteilung im Unternehmen. Denn zum Installieren von Skype sind keine Administrationsrechte nötig. Und außer den Internet-Nutzungskosten entstehen im Standardfall auch keine weiteren Kosten.

Zu den Skype-Diensten gehören Sprachtelefonie, Videotelefonie, Sprachkonferenzen mit bis zu fünf Personen, Instant Messaging und Austausch von Daten.

Funktionen

Mit der Version 3.0 hat Skype einige Funktionen speziell für den Unternehmenseinsatz hinzugefügt:

  • Windows Installer Paket: Über einen MSI Installer können IT-Administratoren Skype-Software auf mehreren Computern im Netzwerk bereitstellen und Funktionen kontrollieren.
  • Ab Skype-Version 3.0 gibt es die Möglichkeit, die Konfiguration des Skype-Clients über Windows Registry Keys zu administrieren. Die von Skype Limited zur Verfügung gestellte administrative Vorlage (ADM-Datei) ermöglicht ferner das zentrale Management der Registry Keys durch Gruppenrichtlinien.
  • Kontrollfeld für Geschäftliches: Darüber können IT-Administratoren Mitarbeitern Skype-Guthaben, Skype-in-Nummern und Skype-Voicemail zuteilen und Guthaben automatisch aufstocken lassen.

Funktionsweise

Im Hintergrund des Dienstes steht ein nicht transparenter, proprietärer Internet-Service. Dieser basiert auf der Peer-to-Peer („P2P“)-Technologie, die zuerst von File-Sharing-Anwendungen wie Napster und Kazaa im großen Maßstab genutzt wurde.

Daher kommt nach Darstellung auf der Skype-Site auch der schlechte Ruf, weil die Technik den Benutzern ermöglicht, Dateien zur Verfügung zu stellen, danach zu suchen und herunterzuladen – was viele für illegale Aktivitäten nutzen.

Die Skype-Site definiert ein P2P-System als ein Netz, in dem sich alle Knoten dynamisch verbinden, „um an Verkehrsweiterleitungs-, Verarbeitungs- und anderen Aufgaben mit hohen Bandbreitenanforderungen teilzunehmen, die sonst von einem zentralen Server bearbeitet werden würden“.

P2P-Kommunikationslösungen kennen und nutzen die bekannten Firewall-Techniken, können die Arbeitsumgebung und die Ressourcen der User selbständig analysieren und daraus ableiten, wie die zur Kommunikation nach außen frei geschalteten Ports durch das Tunneling von Firewalls genutzt werden können. Dadurch aber sind die Kontrollmöglichkeiten für Dritte stark eingeschränkt.

Demnach können Clients ohne Firewall und Clients auf öffentlichen, Router-fähigen IP-Adressen NAT-Knoten (NAT = Network Address Translation) durch die Weiterleitung von Anrufen bei der Kommunikation unterstützen. Hierdurch ist es möglich, dass zwei Clients, die normalerweise nicht miteinander in Verbindung treten können, miteinander kommunizieren.

Die Skype-Anrufe sind End-to-End-verschlüsselt. Außerdem werden nur Proxies mit zur Verfügung stehenden Ressourcen verwendet, so dass die Leistung der Benutzer nicht verringert wird.

Funktionsreichweite

P2P-Netzwerke lassen sich im Prinzip unendlich erweitern, ohne dass die Dauer für Suchvorgänge zunimmt und ohne dass kostenintensive zentrale Ressourcen nötig würden. Denn sie setzen die Verarbeitungs- und Netzwerkleistung von allen angeschlossenen Rechnern ein. Jeder neue Knoten, der dem Netzwerk hinzugefügt wird, fügt dem Netzwerk zusätzliche potenzielle Verarbeitungsleistung und Bandbreite hinzu.

„Das heißt, dass durch die Dezentralisierung von Ressourcen, P2P-Netzwerke der zweiten Generation (2G) in der Lage sind, praktisch alle Kosten zu eliminieren, die bei einer großen zentralisierten Infrastruktur anfallen.“

Um jedoch die für die Echtzeitkommunikation notwendige Qualität zu erreichen, mussten die ursprünglichen P2P-Netzwerke angepasst werden. Skype baut daher auf einer P2P-Technologie der dritten Generation auf, dem so genannten Global Index.

Die Global Index Technologie besteht aus einem mehrschichtigen Netzwerk, in dem Superknoten so miteinander kommunizieren, dass jeder Knoten im Netzwerk mit minimaler Latenzzeit weiß, welche Benutzer und Ressourcen verfügbar sind.

Funktionskomponenten

Darüber hinaus gibt es vom Anbieter nur wenig zur Funktionsweise von Skype. Die wesentlichen Komponenten sind jedoch:

  • Einfache Hosts: das sind Rechner, auf denen das Skype-Programm läuft und die einen Endpunkt des Netzes darstellen.
  • Super-Nodes: Über diese Rechner werden unter anderem Signalisierungs- und Erreichbarkeitsinformationen ausgetauscht. Jeder Rechner mit einer öffentlichen IP-Adresse, auf dem das Skype-Anwenderprogramm läuft, kann bei der Erfüllung bestimmter Kriterien wie öffentliche, routbare IP-Adresse, hohe Bandbreite im Upload, Rechen-Power, Speicherkapazität und hohe Netzverfügbarkeit zu einem Super-Node mutieren. Die Super-Nodes tauschen Informationen über ihre Rolle im Skype-Netz aus, synchronisieren Netzinformationen und bei Bedarf die Profile der Skype-User, einschließlich der Kontaktliste und Präsenzinformationen, die sie verwalten.
  • Skype Login Server: Dieser dient der Registrierung und Authentifizierung. Bei diesem Server registriert sich der Nutzer im Zuge der Installation, nimmt aber auch bei jedem Start des Dienstes erneut Verbindung auf – authentisiert sich, empfängt Updates und aktuelle Listen wichtiger Netzadressen.
  • Relay: Ein Skype-Client mit öffentlich zugänglicher IP-Adresse kann als Relay für die Kommunikation zwischen zwei Skype-Partnern arbeiten.

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