24.06.2010 | Autor / Redakteur: Charles Ferland / Ulrike Ostler
Zudem besteht die Möglichkeit, den Datenfluss innerhalb des DCB zu regulieren und somit jede IP-Speicherlösung schneller und effizienter zu machen. Dies wird als „Priority Flow Control“ (PFC) bezeichnet und bedarf einer technischen Erklärung:
Beim Ethernet-Protokoll gibt es einen Mechanismus für Flow Control. Wenn der Speicher-Puffer im Switch voll ist, sendet der Switch einen „PAUSE-Frame“ an den Server mit der Anweisung, derzeit keine weiteren Daten mehr zu übertragen, da der Puffer geleert wird.
Sobald dies geschehen ist, sendet der Server wieder Daten. Das lässt sich gut bei Spitzenbelastungen in Netzwerk-Grafiken beobachten.
Unglücklicherweise wird hier jeder Datenverkehr gleichrangig behandelt. Das bedeutet, dass der Server komplett aufhört zu senden, sobald er den PAUSE-Frame erhält. Während der Anwender beim Herunterladen von E-Mails diese zusätzlichen Mikrosekunden nicht bemerken wird, registrieren Speicher- und Datenbank-Anwendungen diese Verzögerung aber sehr wohl.
Die Lösung des Problems steckt in PFC. Denn damit bietet sich die Möglichkeit, einen PAUSE-Frame ausschließlich für nichtkritische Daten zu senden. Dafür lässt sich eine 10GbE-Leitung in acht Bahnen zerlegen und jeder Bahn eine Applikation zuordnen.
Der DCB-Switch kann nun PAUSE-Frames nur an bestimmte Bahnen senden. Der Speicherverkehr, zum Beispiel iSCSI, NFS, FCoE, und der Strom an unternehmenskritische Daten, etwa für Finanztransfers und High Performance Cluster, pausieren hingegen nie.
Unterschiede gibt es dennoch: Beim direkten Vergleich einer iSCSI-Lösung mit 10GbE DCB und einer „normalen“ Best-Effort Ethernet-Infrastruktur, lassen sich Unterschiede in der Leistung und Zuverlässigkeit erkennen (siehe: Grafik). Die iSCSI-Lösung mit 10GbE DCB liefert eine wesentlich bessere Leistung und Zuverlässigkeit!
FCoE ist eine hervorragende Technologie, die unterschiedliche Netzwerke in einer einzigen 10GbE DCB-Infrastruktur zusammenfasst. Sie bietet eine effiziente Verbindung zu bestehenden Fibre Channel-Speichergeräten. Dieselbe 10GbE DCB-Infrastruktur eignet sich ebenfalls sehr gut für jegliche Art unternehmenskritischer Daten und bietet geringe Latenzzeiten, Verlustfreiheit, geringen Stromverbrauch und niedrige Kosten.
Sie ist für alle heutigen, auf IP basierenden Speicherlösungen verfügbar. Beim Blick auf den Preis und die Leistung von 10 GbE iSCSI- oder NFS-Angeboten verschiedener Herstellern muss sich jeder sich die Frage stellen, warum überhaupt eine wachsende Fibre-Channel-Infrastruktur in Betracht gezogen werden kann, um sich anschließend auch noch mit Gateways und Ähnlichem den Arbeitsaufwand und die Komplexität zu erhöhen.
Charles Ferland ist Blade Network Technologies Vice President für Europa, Nord-Afrika und dem Nahen Osten.
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