Speicherkosten optimieren

Das Für und Wider des „Thin Provisionings“

25.10.2006 | Autor / Redakteur: Alex Barrett / Rainer Graefen

Storage-Verantwortliche, die gerade für ihr Unternehmen neue Storage-Arrays anschaffen, sollten einen Blick auf eine neue Speicherfunktion werfen. Mit Thin-Provisioning kann man die Auslastung von Speicher erhöhen und die Anschaffung von Speicher über einen längeren Zeitraum strecken.

Thin Provisioning (TP) wird manchmal auch als „Oversubscription“ (Überbelegung) bezeichnet. Das ist eine Funktionalität, mit der einer Anwendung schnell der benötigte Speicherplatz in einem Storage-Array zur Verfügung gestellt werden kann.

Die TP-Funktionen bilden dabei die Eigenschaften von virtualisierten Speicher-Arrays nach, bei denen der Storage-Controller einer Anwendung ein definierbares Kontingent an Speicherplatz zuordnet, diesen aber nicht freigibt und damit auch keinen realen Speicherplatz belegt.

Die teilweise Freigabe passiert erst dann, wenn der Speicherplatz von der entsprechenden Applikation angefordert wird. In einem zweiten Schritt, wenn die reale Nutzung (nicht die „angemeldete“) dieses Speichers einer zuvor festgesetzten Speicherbelegungsgrenze nahe kommt, erweitert das Array automatisch die zugewiesene Speicherkapazität, ohne dass der Storage-Administrator eingreifen muss.

Platzangst gibt es nicht mehr

Thin-Provisioning zwingt den Storage-Administratoren, sich von alten Gewohnheiten zu trennen. Im Normalfall wurde einem logischen Laufwerk immer mehr Speicherplatz zugeteilt als notwendig war, da sich logische Laufwerke im laufenden Betrieb nicht einfach vergrößern lassen. Das war bisher eine gängige Praxis, um den schwer abschätzbaren Speicherbedarf der Anwender vorsorglich für eine gewisse Zeitspanne abgedeckt zu haben.

Hersteller, die für Ihre Speicher-Arrays Thin-Provisioning anbieten, sind 3Par, einer der Vorreiter dieses Konzepts, sowie American Megatrends, Cloverleaf Communications, Datacore Software, Lefthand Networks, Network Appliance und Pillar Data Systems.

Es gibt Anwender, die vom Prinzip des Thin-Provisionings begeistert sind. Warren Habib, Chief-Technology-Officer bei der Photoblog-Website www.fotolog.com in New York. Habib hat festgestellt, dass er fast keinen Aufwand mehr für die Administration seiner Storage-Arrays hat, seit seine Firma die Storage-Infrastruktur umstellte und ein 3Par Inserv-Array in die Storage-Landschaft integrierte.

Vor der Installation des Inserv-Arrays standen bei Fotolog 120 Standalone-Fileservern mit internem Speicher, „und es war unmöglich, den Speicherbedarf an die ständige Nachfrage anzupassen“, sagte er. Wann immer das Inserv-Array von Fotolog jetzt feststelle, dass ein Datenserver sein Speicherlimit erreicht, fügt er automatisch weitere 32 GByte hinzu. Das Resultat: Drei Monate lang musste Habib die Speicherkapazität seines Storage-Systems nicht überprüfen.

Das Überschreiben macht Probleme

Andere Anwender berichten jedoch von weniger guten Erfahrungen mit TP. Nick Poolos, System- und Storage-Spezialist im Fisher College of Business der Ohio-State-University beispielsweise hat bemerkt, wie das NTFS-Dateisystem expandierte, das auf einem Compellent-Storage-Center-SAN installiert war, nachdem er die Dynamic-Capacity-Funktion des Storage-Arrays aktiviert hatte.

weiter mit: Metadaten kontra Thin Provisioning

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