Microsoft setzt auch in der Cloud auf High Performance Computing

NCBI BLAST für Windows Azure beschleunigt Wissenschaftsanwendungen

25.11.2010 | Redakteur: Andreas Donner

Microsoft gibt mit NCBI BLAST für Windows Azure speziell im Bereich der Bio-Wissenschaften ordentlich Gas

Anlässlich der Supercomputing Konferenz 2010 in New Orleans hat Microsoft die Verfügbarkeit von NCBI BLAST für Windows Azure bekannt gegeben. Über die neue Applikation zur Sequenzähnlichkeitssuche können jetzt noch mehr Naturwissenschaftler die enorme Leistungskapazität aus der Cloud für ihre Forschung nutzen und Untersuchungen wesentlich schneller vorantreiben.

Eine der Grundlagen für den Performance-Sprung speziell im Bereich der Biotechnologie bildet die öffentliche Proteindatenbank des „National Center for Biotechnology Information“ (NCBI), die 100 Milliarden Vergleiche von Proteinsequenzen ermöglicht und mit persönlichen Datenbeständen abgeglichen werden kann.

Das Tool zur Sequenzähnlichkeitssuche „BLAST“ (Basic Local Alignment Search Tool) wird von einer Reihe von Wissenschaftlern verwendet – darunter Bioinformatiker sowie Energie- und Arzneimittelforscher. Sie erkunden neue Tierarten, erhöhen die Wirksamkeit von Arzneimitteln oder kreieren neue Biokraftstoffe.

Mit NCBI BLAST für Windows Azure können die Forscher dabei künftig Microsofts leistungsfähige und skalierbare Cloud-Computing-Plattform Windows Azure nutzen, um damit ihre Untersuchungen deutlich zu beschleunigen. Dabei verknüpfen sie ihre persönlichen Datensammlungen mit auf Windows Azure vorgehaltenen Daten – darunter auch die Informationen aus der öffentlichen Proteindatenbank NCBI.

„NCBI BLAST für Windows Azure stellt jetzt allen Forschungseinrichtungen Rechenleistung zur Verfügung, die sich sonst nur die größten Labore leisten konnten“, so Carsten Hecht, Azure Lead bei Microsoft Deutschland. „Wir belegen damit, dass Windows Azure die Funktionen, die für technische Rechenanwendungen benötigt werden, als Platform-as-a-Service optimal erfüllt. Dadurch werden aus den enormen Datenmengen Erkenntnisse und Lösungen für die weltweit größten Herausforderungen in Wissenschaft, Wirtschaft und auf staatlicher Ebene gewonnen.“

Windows HPC Server überschreitet die Petaflop-Grenze in der Cloud

Ein weiteres Highlight der Supercomputing Konferenz war der Beleg von Microsoft, dass Windows HPC Server erstmals die Petaflop-Grenze durchbrochen hat – eine Rechenleistung, die weltweit weniger als ein Dutzend Supercomputer schaffen. Das „Tokyo Institute of Technology“ hat verifiziert, dass der am Institut betriebene Supercomputer mit der Bezeichnung „Tsubame 2.0“ unter Windows HPC Server mehr als eine Billiarde mathematischer Berechnungen pro Sekunde ausführt.

„Der Erfolg von Windows HPC Server im Verlauf unseres Linpack-Benchmarking auf dem Supercomputer Tsubame 2.0 war enorm“, so Satoshi Matsuoka, Professor am Global Scientific Information and Computing Center, Tokyo Institute of Technology. „Es ist uns gelungen, die Petaflop-Grenze zu durchbrechen und wir liegen nun gleich auf mit Linux. Mit einer leistungsoptimierten Konfiguration konnten wir mehr als ein Gigaflop/Watt erreichen – und damit eine knapp dreimal bessere Energieeffizienz als bei einem durchschnittlichen Laptop. Wir sind von diesem Leistungsniveau sehr beeindruckt, da Windows Anwendungen eine wichtige Komponente bei unserer Zusammenarbeit mit Partnern aus der Industrie werden sollen.“

Wolfgang Dreyer, Produktmanager HPC bei Microsoft Deutschland ergänzt: „Dieser Erfolg zeigt deutlich, dass Windows HPC Server in der Lage ist, Toprechenleistung mit kostengünstiger Software durchzuführen, die sich sehr viele Organisationen auch leisten können.“

Service Pack 1 für Windows HPC Server 2008 R2

Auf der Supercomputing Konferenz gab Microsoft außerdem den Launch des Service Pack 1 für Windows HPC Server 2008 R2 bekannt. Ende des Jahres können Unternehmen damit ihre hochleistungsfähigen Computersysteme mit Windows Azure verknüpfen und erreichen damit Kapazitäten, die auch Rechenanwendungen im Hochleistungsbereich ermöglichen.

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