17.03.2010 | Autor / Redakteur: Adelino Santos / Ulrike Ostler
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| Ethernet ist im LAN zwar ein gepflegter Oldtimer, doch im WAN ein neuer Flitzer, Bild: Pixelio/haindl cats |
Diese Punkte sind für Sayer die entscheidenden Faktoren für die fortschreitende Verbreitung von Carrier Ethernet in Europa. Bei der Einführung und Verwaltung von Ethernet-Netzwerken ergeben sich Einsparungen im Vergleich zu herkömmlichen WAN-Lösungen von bis zu 30 Prozent.
Die jeweils eigenen Protokolle, Verfahren und physischen Schnittstellen der klassischen Lösungen stehen zudem dem Bestreben vieler Unternehmen entgegen, ihre Netzwerkinfrastruktur möglichst homogen zu halten und eine entsprechende Skalierbarkeit sicherzustellen.
Doch dem Markt steht noch eine weitere entscheidende Innovation bevor. Heute basieren die meisten Ethernet-WAN-Lösungen noch immer auf klassischen Netzwerktechnologien wie Synchronous Digital Hierarchy (SDH) . Der Anbieter stellt hierbei dem Kunden eine Ethernet-Schnittstelle zur Verfügung, überträgt die Daten aber weiterhin auf dem tradtionellen Weg über klassische Carrier-Weitverkehrsnetze.
Das volle Potential der Technik lässt sich jedoch erst durch die Einführung einer Carrier-Netzwerk-Infrastruktur ausschöpfen, die Ende-zu-Ende mit originärem Ethernet arbeitet. Dieses homogene Ethernet-Netz bietet eine Reihe von Vorteilen:
Werden solche Ethernet-Infrastrukturen zusätzlich als separates Netzwerk aufgebaut, wie bei der „Multi Service Platform“ (MSP) von Colt, bieten sie ein Plus an Leistungsfähigkeit, denn dem Kunden können dedizierte Bandbreiten zur Verfügung gestellt werden. Auf diese Weise kann der Anbieter dem Kunden bestimmte Geschwindigkeiten und Betriebszeiten von Applikationen garantieren.
Ein solches separates Netz liefert darüber hinaus eine erhöhte Ausfallsicherheit, denn sowohl Netzwerk als auch Equipment sind redundant angelegt. An Hardware erhält der Kunde nur ein einzelnes Endgerät, das bis zu 16 Dienste mit Übertragungsraten von bis zu 1 Gigabit pro Sekunde bereitstellen kann und im Vergleich zu klassischen Endgeräten wesentlich weniger Platz und Strom benötigt.
Dedizierte Ethernet-Lösungen eignen sich vor allem für Anwendungen, bei denen es in besonderem Maße auf Tempo und Sicherheit ankommt, etwa Unified Communications, Finanzhandel, ERP-Systeme, Citrix-Umgebungen, Rechenzentrums-Anbindungen oder auch Disaster Recovery (DR)- und Business Continuity-Lösungen.
Moderne Carrier-Ethernet-Lösungen kombinieren die Zuverlässigkeit und Flexibilität des bekannten LAN-Standards mit niedrigeren Kosten und kurzen Laufzeiten. Daher werden sich Netzwerk-Infrastrukturen, die durchgängig mit Ethernet arbeiten, im Markt durchsetzen.
Dr. Adelino Santos ist Leiter des Bereichs Großkunden und Mitglied der Geschäftsleitung bei Colt in Deutschland.
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