Windows Tools, die man kennen sollte – PuTTY

SSH, Telnet, Rlogin und RAW – Remote Control made easy

16.09.2011 | Autor / Redakteur: Frank Castro Lieberwirth / Andreas Donner

Hosts können über PuTTY ganz einfach verbunden werden.

PuTTY ist eine Umsetzung von Telnet und SSH für Windows und UNIX-Plattformen und ist eine unter der MIT-Lizenz laufende freie Software. PuTTY wurde von Simon Tatham geschrieben und wird laut Internet-Homepage auch hauptsächlich von ihm gewartet. Derzeitig aktuell ist die Version 0.61.

Das nur 472 KB große Windows 32-Programm lässt sich ohne aufwändige Installation verwenden. Um parallele Sitzungen zu erhalten, lässt es sich auch mehrfach ausführen. Innerhalb der „PuTTY-Familie“ gibt es noch weitere Tools, wie PSCP oder PSFTP, die hier an dieser Stelle aber kein Thema darstellen.

Folgende Verbindungsarten bzw. Protokolle sind möglich:

  • SSHFür eine sichere Anmeldung über „Secure Shell“ auf gängige Server, wie VMware ESX/ESXi-Server, VMS oder Linux-Server. Das bevorzugte Protokoll von PuTTY ist SSH-2.
  • Telnet – Für eine einfache unverschlüsselte Datenverbindung, die in einem vertrauenswürdigen und sicheren Netzwerk Anwendung findet.
  • Rlogin – Für eine unverschlüsselte Datenverbindung zu UNIX-Systemen.
  • RAW – Für RAW-TCP-Verbindungen (natürlich ohne Verschlüsselung), wie beispielsweise zu einem Micro-Controller.

Sehr gute Voreistellungen für SSH

PuTTY lässt sich mit den Voreinstellungen für SSH schon sehr gut verwenden. Mit Hostname und Kennwort meldet man sich sehr einfach an einem Linux oder VMware-Host an. Voraussetzung hierfür ist natürlich ein serverseitiges Shell-Account oder die spezielle Freischaltung für ein bestehendes Konto. Anpassungen des Sitzungsfensters hinsichtlich visueller Darstellung und Einstellungen für SSH runden die Konfigurationsmöglichkeiten ab. So unterstützt PuTTY auch Microsoft SSPI und besitzt einen Import für benutzerdefinierte GSSAPIs.

Das SSH-Protokoll kann X-Windows-Anwendungen über eine gesicherte Verbindung weiterleiten, sodass Unix/Linux-Anwendungen auch auf einem Microsoft Windows-PC dargestellt werden können. Auf dem Windows-PC muss hierfür ein X-Display Server installiert sein. Für dieses Feature muss man in PuTTY das voreingestellt deaktivierte „X11-forwarding“ aktivieren.

Sichern der Konfiguration

Einstellungen in PuTTY lassen sich im Programm abspeichern, wobei diese Informationen aber leider in der Registry im Hive „HKEY_CURRENT_USER\Software\SimonTatham\PuTTY\Sessions“ landen. Da PuTTY keine Datei-Speicherung kennt, muss man schließlich die Registry-Einstellungen über regedit.exe exportieren.

PuTTY lässt sich auch per Kommandozeile bzw. Batch-Datei mit Angaben über Hostnamen, Login, usw. aufrufen. Hier einige Beispiele (weitere Informationen siehe PuTTY-Dokumentation):

putty.exe [-ssh | -telnet | -rlogin | -raw] [user@]host
putty.exe –ssh 192.168.1.100 –l testuser
putty.exe telnet://hostname[:port]/

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