![]() | |
|
Im Lizenzgeschäft und bei den Professional Services musste das Unternehmen auf Basis gleichbleibender Wechselkurse einen Umsatzrückgang von acht Prozent hinnehmen. Die wiederkehrenden Umsätze (hauptsächlich Wartung und Support) stiegen um ein Prozent. Auf regionaler Ebene konnte das organische Wachstum zwar steigende Raten verzeichnen, in Nordamerika blieben hier allerdings die Leistungen hinter den Erwartungen mit fünf Prozent Einbußen zurück. In Großbritannien konnten die organischen Umsätze stabil gehalten werden und in Spanien beliefen sich die Umsatzrückgänge angesichts der schwierigen Wirtschaftslage im Land auf neun Prozent. Die deutsche Sage-Landesgesellschaft konnte im ersten Halbjahr zwar ihren Umsatz um knapp zehn Prozent auf 10,3 Millionen Euro steigern, der Umsatz blieb aber dabei mit 45,5 Millionen Euro nahezu konstant. Die Stabiliät ist dabei insbesondere auf den gestiegenen Service- und Wartungsanteil der Bestandskunden zurückzuführen.
Sage‘s weltweite Konkurrenz, wie beispielsweise SAP, Oracle, Visma, Microsoft Dynamics oder Intuit, erreichten im letzten Fiskalquartal positive organische Wachstumsraten. Auch wenn der Vergleich von Halbjahres- mit Quartalszahlen nicht völlig stimmig ist, so nimmt doch der Druck auf Sage aus Sicht von IDC langsam zu, insgesamt positive Wachstumszahlen vorzulegen. Firmenchef und CEO Paul Walker hat genau das versprochen: Die Vorgabe für das weltweite organische Wachstum im zweiten Halbjahr des Fiskaljahres 2010 liegt im niedrigen einstelligen Bereich und dieses Wachstum soll insbesondere durch eine beträchtliche Verbesserung im Lizenz- und damit verbundenen Services-Geschäft erzielt werden.
In Sachen Zukunftspläne steht natürlich auch bei Sage Software as a Service auf der Tagesordnung. Zwar hat Sage bereits mehrere SaaS-bezogene Initiativen gestartet, zum Beispiel SalesLogix Cloud Edition für Amazon EC2, Act! E-marketing oder einfachLohn in Deutschland. Die Absicht, multimandantenfähige Buchhaltungs-Applikationen zu entwickeln, gibt es aber bisher nicht.
Sage‘s SaaS-Strategie „Connected Business Solutions“ sieht hingegen vor, dass manche Applikationen weiterhin auf dem Desktop laufen, manche im Internet und manche auf beiden Optionen. Walker verglich diesen Ansatz mit Microsofts „Software + Services“ Strategie und der von Apple, bei der Hardware (zum Beispiel iPod), Software (iTunes) und Internet (iTunes Website) nebeneinander existieren. Sage wird auch in Zukunft weiter auf ihre Partner als primären Verkaufskanal für SaaS wie auch für traditionelle Lösungen setzen.
Bezüglich der Produktstrategie setzt Sage auch in Zukunft auf “lokale Lösungen für lokale Märkte“. Derzeit plant Sage keine Einführung eines globalen SaaS-Produkts wie salesforce.com oder NetSuite. Vielmehr sind die SaaS-Produkte lokal ausgerichtet. CEO Walker hob allerdings hervor, dass die lokalen F&E-Zentren von Sage in einem erheblichen Maße standardisiert sind und fruchtbar zusammenarbeiten, wodurch das Unternehmen von entsprechenden Skaleneffekten profitiert. So werden beispielsweise alle neuen SaaS-Anwendungen auf Basis des Ruby on Rails Frameworks entwickelt. Lokale F&E-Mitarbeiter können sich so mit ihren Sage-Kollegen weltweit austauschen und ihr Wissen, Frameworks, Code und Tools gemeinsam nutzen.
Aus Sicht von Sage ist derzeit und auch in absehbarer Zeit keine “Killer-Applikation” im Bereich des multimandentenfähigen Accountings/ERPs auf SaaS-Basis im Markt zu erwarten. Lokale Anbieter von Accounting-as-a-Service Angeboten seien nach Meinung von Sage entweder zu klein oder wie NetSuite nicht gewinnbringend. SAP Business ByDesign dagegen sei für die allermeisten Segmente, in denen auch Sage als Mitbewerber aufgestellt ist, zu teuer und zu komplex.
IDC teilt diese Meinung allerdings nicht völlig, da, auch wenn der Accounting-as-a-Service Markt bisher nur einen sehr geringen Teil (zirka ein Prozent) des Gesamtmarktes für Finanzbuchhaltungs-Applikationen ausmacht, das SaaS-Segment ein höheres Wachstumspotenzial aufweist. Im mittleren Segment ist Sage‘s gemischter SaaS-Ansatz aus Sicht von IDC durchaus angemessen, aber Accounting-as-a-Service geht den Markt von unten, also auf der Einstiegsebene, an und ist vor allem in Regionen stark vertreten, wo Sage nur über eine begrenzte Marktabdeckung verfügt, beispielsweise in den Benelux-Ländern und in Skandinavien. IDC sieht für Accounting-as-a-Service in den nächsten drei Jahren erhebliches Marktpotenzial auf der Einstiegsebene, welche vor allem Sage‘s Kernsegment ist. Sage sollte diesen Aspekt daher noch einmal überdenken und diesen Markt selbst mitgestalten, unter Umständen sogar durch Akquisitionen.
IDC Central Europe GmbH
Firmenprofil
Kontakt
Sehr geehrte Leserinnen und Leser,
ich heiße Sie herzlich willkommen auf der IDC Research Zone!
In unserer Zone stellen wir Ihnen ausführliche Analysen, Studienzusammenfassungen und Marktinformationen im Bereich der Informationstechnologie und der Telekommunikation zur Verfügung.
Lesen Sie in den Rubriken Viewpoints und Kommentare interessante Artikel und Stellungnahmen unserer Analysten zu aktuellen Themen und Anlässen.
Neben spannenden News finden Sie hier die Summaries deutscher IDC-Studien sowie Marktzahlen aus den verschiedensten Bereichen der IT, u.a. zum PC- und Servermarkt.
Wafa Moussavi-Amin
Geschäftsführer IDC
Mobile Security, Status Quo und Trends in Deutschland
Mehr Mobilität erfordert bessere Lösungen für mehr Sicherheit beim Einsatz mobiler Endgeräte.
Lesen Sie jetzt kostenlos die IDC-Studie!
IDC-Studie: Cloud Computing und Services
IDC befragte in Deutschland insgesamt 805 Unternehmen zu Cloud Computing. Dabei zeigte sich, dass sich 75 Prozent dieser Unternehmen noch nicht einmal mit dem Thema beschäftigt haben.
Lesen Sie jetzt kostenlos die IDC-Studie!
Webcast: Experten-Befragung
Ziel der Befragung war es, den aktuellen Status sowie die Pläne der Unternehmen im Hinblick auf die Nutzung von Cloud Computing in Deutschland zu eruieren.
Sehen Sie jetzt kostenlos den Webcast!