25.06.2010 | Autor / Redakteur: Daniel Prokop / Andreas Donner
„Fußball von einem anderen Stern“, „Fußball in einer neuen Dimension“ und „Fußball – schärfer als die Realität“. Die diesjährige Fußball-WM setzt in Bezug auf Übertragungsformate völlig neue Maßstäbe und garantiert so, dass selbst Fußball-Muffel bei dem Anblick der gestochen scharfen Bilder ins Staunen geraten. Doch dieses Erlebnis erfordert eine extreme leistungsfähige Infrastruktur.
Die Industrie verspricht sich von diesem „HDTV-Sommermärchen“ viel. So erwartet der Bundesverband Technik des Einzelhandels einen Umsatz- und Absatzrekord in 2010 mit 9,3 Millionen verkauften TV-Geräten. Und die Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik gfu rechnet sogar damit, dass Ende 2010 mehr als 29 Millionen hochauflösender TV-Geräte in deutschen Haushalten stehen werden.
Auch die bereits viel gehypte 3D-Technologie erlebt durch das Sportevent des Jahres eine Initialzündung. So übertragen der Fußball-Weltverband FIFA und sein Elektronikpartner Sony 25 ausgewählte Partien live in 3D auf Kinoleinwände und bieten somit Zuschauern in Public Viewing Areas auf der ganzen Welt eine beispiellos plastische und lebendige Berichterstattung. Auch über einige 3D-TV-Sender werden die dreidimensionalen Bilder bereits ausgeliefert, sodass auch Zuschauer in den eigenen vier Wänden – vorausgesetzt sie besitzen das richtige Equipment (3D-fähige Endgeräte mit entsprechenden Brillen) – die Spiele in einer völlig neuen Dimension im Wohnzimmer verfolgen können. Laut Experten stehen bis jetzt jedoch nur etwa 10.000 3D-Fernseher in europäischen Wohnzimmern. Trotzdem sehen viele hier schon den Beginn eines neuen Trends.
Während dies vor allem für die Fans und Zuschauer tolle Nachrichten sind, ist es für Dienstanbieter sowie für die Austragungsstätten entscheidend, dass sie über die notwendige Netzwerkinfrastruktur und Kapazität verfügen, um dieses HD- oder sogar 3D-Erlebnis qualitativ zu tragen. Denn während ein Standard SD-Kanal einen typischen Komprimierungslevel von nur 2 MBit/s Bandbreite pro Sekunde benötigt, benötigt ein HD-Kanal schon 6 MBit/s und eine 3D-Kanalübertragung sogar bis zu 30 MBit/s.
Zusätzlich müssen für 3D-Übertragungen in den Stadien die entsprechenden Technologien gegeben sein. So kommen in Südafrika insgesamt 14 professionelle Sony HDC-Kameras jeweils paarweise bei den Spielen zum Einsatz. Eine 3D Prozessor-Box ermöglicht den automatischen Abgleich des angeschlossenen Kamerapaars und die Fehlerkorrektur in einem 3D Rig, einschließlich Bildgeometrie und Farben. Die 3D-Technologie kommt in fünf der zehn WM-Stadien zum Einsatz: Im Soccer City Stadium und im Ellis Park Stadium in Johannesburg, in Durban, in Kapstadt und in Port Elizabeth.
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