Digitale Dividende im Test auf dem Land

Ericsson und Vodafone testen mobiles Breitband über TV-Frequenzen

27.07.2009 | Redakteur: Ulrike Ostler

Im „Mobile Broadband Van“ werden die technischen Parameter von Live Demos gemessen. Hier ist ein Video aus dem Internet, gestreamt mit rund 4 Mbit/s. Der DSL Access erweist sich als Bremse für das Mobile Internet. Foto: Ericsson

Ericsson und Vodafone haben am 24. Juli in Oberwiesenthal in Sachsen das zweite gemeinsame Modellprojekt für mobiles Breitband auf dem Land über die Frequenzen der Digitalen Dividende gestartet. Zuvor war schon in Baden-Württemberg in den Gemeinden Bopfingen und Unterschneidheim ein ähnlicher Feldversuch gestartet.

Die Feldversuche sollen zeigen, wie ländliche Regionen unter Alltagsbedingungen über frei gewordene TV-Frequenzen mit Breitband-Internet versorgt werden können.

Das Funksystem arbeitet im niedrigen Frequenzbereich bei 850 Megahertz im Kanal 65 und bietet so eine deutlich höhere Reichweite als die heute für UMTS genutzten Frequenzen (2,1 GHz). Daher können mit deutlich weniger Antennenstandorten – und damit günstiger – auch dünn besiedelte Gebiete mit Breitbandinternet versorgt werden.

Im Rahmen der Versuchsprojekte werden rund 50 Testhaushalte und Unternehmen in Oberwiesenthal und rund 100 Interessierte in Baden-Württemberg mit Ericsson Mobile Broadband Routern ausgestattet, die bereits in Australien kommerziell erfolgreich im Einsatz sind. Die Anwender erhalten auf diese Weise während des Testzeitraums kostenlosen Zugang zum Internet.

Feldversuch auf dem Berg und im Tal

Die Feldversuche laufen bis Mitte 2010. Dann endet die Erlaubnis zur Nutzung der Testfrequenzen durch die Bundesnetzagentur. Partner in Oberwiesenthal ist das Sächsische Staatsministerium für Wirtschaft und Arbeit, in Baden-Württemberg ist es die Landesanstalt für Kommunikation (LFK).

Die Projekte umfassen auch Tests des Funksystems in topologisch besonders anspruchsvollen Gebieten. Zusätzlich werden Erkenntnisse zum Nutzungsverhalten der Testteilnehmer erwartet, um Schlüsse für die Netzleistung zu ziehen.

Ericsson stellt neben den Funkmodems auch die HSPA-Systemtechnik für die Tests bereit. Damit werden Übertragungsraten von bis zu 7,2 Megabit pro Sekunde im Downlink und bis zu 2,0 Megabit pro Sekunde im Uplink möglich. Diese Geschwindigkeiten liegen über dem durchschnittlichen Datendurchsatz, den Verbraucher heute über DSL in den meisten erschlossenen Gemeinden nutzen.

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