Auch Netzwerk-Manager Reliance Globalcom schwenkt auf IPv6 ein

Internet-Adressen reichen nur noch für 100 Tage

30.11.2010 | Redakteur: Ulrike Ostler

Angezählt: Die Vergabe von IPv4-Adressen; Zähler: Netcore

Die letzten Adressen des Internet-Protokolls Version 4, das das Routing von Datenpaketen durch das Internet regelt, werden im März 2011 vergeben. Das Nachfolge-Protokoll IPv6 ermöglicht nicht nur neue Adressen, sondern auch bessere Netzwerk-Konfiguration, höhere Sicherheit, Skalierbarkeit und Mobilität. Die Einführung erfolgt dennoch nur zögerlich: Nun bietet auch Reliance Globalcom IPv6 auf seinem Backbone an.

„Internet Service Provider sollten jetzt auf IPv6 umsteigen“, empfiehlt der Eco Verband der deutschen Internetwirtschaft e.V. diese Woche. Denn die IPv4-Adressen gehen in in zirka 100 Tagen aus. Auch für Anbieter von Telekommunikationsinfrastruktur, Internet Service Provider, Organisationen und Großunternehmen werde es jetzt höchste Zeit, auf den neuen Standard IPv6 umzusteigen – sonst könnte es schon bald Probleme mit der Internet-Verbindung oder der Erreichbarkeit von Websites geben, so die Empfehlungen des Verbands.

Michael Rotert, Vorstandsvorsitzender bei Eco, erläutert: Die für die Vergabe von IP-Adressen zuständige Internet Assigned Numbers Authority (IANA) werde Anfang März die letzten Adressblöcke nach dem alten IPv4-Standard an die Regional Internet Registries ausliefern. Von diesen bekommen Internet Service Provider, Organisationen oder Großunternehmen ihre IP-Adressen. „Wer bis dahin nicht auf das neue IPv6-Protokoll umgestellt hat, steht möglicherweise im Regen“, sagt der Professor.

Die Vergabestellen für Internet-Adressen, Grafik: Eco
Die Vergabestellen für Internet-Adressen, Grafik: Eco

Grund für den knappen Adressraum ist das enorme Wachstum des Internets. „Unter IPv4 konnten etwa 4 Milliarden IP-Adressen bereitgestellt werden – damit kann man nicht einmal China und Indien vollständig versorgen“, so Rotert. Der neue Standard IPv6 (Internet Protocol Version 6) dagegen stellt einen nahezu unbegrenzten Adressraum bereit: „Mit 340 Sextillionen IP-Adressen gibt es genug für jeden Menschen und jedes technische Gerät, das eine Internetverbindung benötigt.“

Ohne IPv6 keine Fortentwicklung

Eine ausreichende Versorgung mit IP-Adressen ist aber die Grundlage für flächendeckenden Breitbandzugang und Basis für zahlreiche Entwicklungen und Innovationen wie Heimvernetzung, Telemedizin, Internet der Dinge und Smart Metering (elektronische Stromzähler).

Nun bietet auch Reliance Globalcom, Anbieter von gemanagten Netzwerklösungen und netzwerknahen Dienstleistungen für multinationale Unternehmen, Carrier und Service-Provider, IPv6 auf seiner globalen IP-Backbone-Infrastruktur an. Damit erweitert Reliance Globalcom sein IP-Transit-Produktportfolio.

Das Unternehmen verfügt über umfangreiche öffentliche und private Peering-Points an verschiedenen Standorten und arbeitet hier mit Internet-Service- und -Content-Providern sowie mit Multimedia-Unternehmen zusammen. In Zukunft wird das Netzwerk sowohl den IPv4- als auch den IPv6-Datenaustausch ermöglichen. Das erleichtere den Kunden flexibel auf iPv6 zu migrieren, so der Anbieter.

Für das erhöhte Aufkommen an Multimediainhalten bietet das Unternehmen zusätzlich die Unterstützung von Multicast. Von der IPv6-Unterstützung profitieren zudem Internet-Service-Provider und Carrier in Regionen, wo IPv6 von den Regierungen gefordert wird.

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