19.04.2010 | Redakteur: Ulrike Ostler

Innerhalb eines halben Jahres schaffte es das siebenköpfige Projektteam von Dirk Kurfürst LAN und WAN-Strecken nach Singapur, in die USA und innerhalb Europas durchgängig IPv6-fähig zu machen. Seinen Arbeitgeber, den Halbleiterhersteller Qimonda, gibt es zwar nicht mehr, doch die wertvollen IPv6-Erfahrungen des Projektteams hat SearchNetworking auf Video konserviert.
Nicht alles lief glatt. Doch die Schwierigkeiten in dem IPv6-Projekt von Dirk Kurfürst tauchten zumeist an ganz anderen Stellen auf als zunächst vermutet. Das macht die Erfahrungen aus seinem Projekt bei Qimonda so wertvoll.
Sein Team betreute dort rund 25.000 Netzwerk-Ports. Das Ergebnis des IPv6-Projekts sollten nicht nur IPv6-fähige Abschnitte des Local Area Networks sein, sondern vor allem auch funktionstüchtige Verbindungen nach Asien.
Das Team hat es geschafft, und zwar in einer recht kurzen Zeitspanne. Im Juli 2008 beantragte er IPv6-Adressen beim RIPE (Réseaux IP Européens, eine für die Vergabe von IP-Adressbereichen zuständige Organisation) und im Januar 2009 war das Projekt abgeschlossen.
Kurfürst berichtet in einer vierteiligen Video-Serie ausführlich über das Projekt. Den Einstieg bildet ein rund 15minütiges Interview. Zur Sprache kommt die Microsoft-Technik „Teredo“. Das Protokoll definiert eine Methode für den Zugriff auf IPv6-Netze hinter einem NAT-Gerät. Dabei werden IPv6-Pakete mit UDP über IPv4 gekapselt, mit Hilfe so genannter Teredo-Server. Kurfürst spricht aber auch die Abschaffung des Network Adress Translation (NAT) an, die dynamische Adresszuweisung, den Umgang mit Cisco-Firewalls und Probleme mit veralteter Software.
Kurfürst arbeitet heute als Berater bei der Isarnet AG, Hallbergmoos. Doch in den Videos ist er noch einmal schlicht IPv6-Anwender, der aus dieser Warte sein Projekt beschreibt.
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