16.04.2010 | Autor / Redakteur: Richard Gresek / Ulrike Ostler
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| Mit IPv6 soll es auf der Erde mehr Adressen als Sandkörner geben |
Ein nicht ganz triviales Problem eröffnet die IPv6-Umstellung auch im Bereich des Load-Balancing. Die in Server-Farmen üblichen Load-Balancer arbeiten sehr viel mit Network, beziehungsweise Port Address Translation und sind auf den IPv4-Adressraum festgelegt.
Zugleich ist das Load Balancing eine so zentrale und wichtige Funktion im Service-Spektrum professioneller Hoster, dass sich ein Load Balancer nicht einfach abschalten lässt. Als Hoster betrifft dieses Load Balancing Problem auch die Plusline AG. An manchen Stellen der Infrastruktur bringt IPv6-Fähigkeit einfach eine Verdoppelung der technischen Ausstattung mit sich.
Ist solch ein Load Balancer dann aber IPv6-fähig, kann er natürlich Services nach außen hin unter v6 erreichbar machen, obwohl er die eigentliche Serverfarm, die er hinter sich hat wie bisher über NAT und IPv4 anspricht. Auf diese Weise wären selbst große Webauftritte, die eigentlich auf IPv4 beruhen, dennoch über IPv6 erreichbar zu machen.
Die Umstellung von IPv4 auf IPv6 ist ein Prozess, der noch Jahre dauern dürfte. Bis wirklich die letzte IPv4-Adresse abgestellt ist, wird noch einige Zeit vergehen.
Weil IPv6 aber unaufhaltsam kommt, ist es sinnvoll, sich so früh wie möglich mit IPv6 zu beschäftigen. Dabei geht es nicht darum, IPv4 von heute auf morgen hart abzuschalten, sondern IPv6 zunächst parallel zu konfigurieren – um einen nahtlosen Übergang zu ermöglichen.
Prinzipiell ist es für ein Unternehmen recht simpel, Zugang zu einem IPv6-Netzwerk zu erhalten: Die Voraussetzung ist IPv6 auf dem PC, ein Router mit IPv6-Fähigkeit oder ein IPv6-in-IPv4-Tunnel bis zum nächsten IPv6-fähigen Router. Der Parallelbetrieb mit IPv6 ist schon deswegen sinnvoll, weil ein Unternehmen nur auf diese Weise Erfahrungen sammeln und wertvolles Problemwissen erwerben kann.
Welche spezifischen Schwierigkeiten in einem Firmennetzwerk, mit dem Name-Service oder auf der eigenen Website auftreten, kann ein Unternehmen nur dann erfahren, wenn es die IPv6-Technik tatsächlich testet.
Der wichtigste Rat, den man als ISP seinen Unternehmenskunden im Zusammenhang mit der IPv6-Umstellung geben kann, ist vielleicht dieser: Es schadet nicht, sich ab sofort damit zu beschäftigen. Im Gegenteil.
Richard Gresek ist beschäftigt bei der Plusline AG, Frankfurt am Main.
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