FMC greifbare geschäftliche Vorteile auch aus der Cloud

Wie wichtig ist Fixed Mobile Convergence

02.11.2011 | Autor / Redakteur: Ivan Rodrigues / Andreas Donner

Fixed Mobile Convergence gibt es auch aus der Cloud und soll sich so noch mehr bezahlt machen

Ziel vieler Unternehmen ist es, Mobility-Lösungen mit dem Festnetz zu verknüpfen, um auf diese Weise einfacher in Verbindung bleiben zu können und die Betriebsaufwendungen für Mobility unter Kontrolle zu halten. Aber ist Fixed Mobile Convergence (FMC) wirklich die Zukunft?

In den Unternehmen gilt Technologie heutzutage als das entscheidende Instrument zur Förderung der Mitarbeiterproduktivität. Die Nutzung von Laptops, Smartphones und anderen tragbaren Geräten gehört mittlerweile zum Unternehmensalltag. Sie ermöglicht Mitarbeitern, wann immer nötig an jedem beliebigen Ort ihren Aufgaben nachzugehen. Die mit dem Betrieb solcher Endgeräte verbundenen Kosten erweisen sich allerdings zunehmend als erhebliches Problem, das durchaus die Vorteile einer solchen Mobilität unter dem Strich zunichtemachen kann. Die stetige Zunahme von Geräte-IDs und Rufnummern und damit verbundene Risiken erschweren zudem die mobile Kontaktaufnahme.

Im „Extended Enterprise“ ist Mobilität ein entscheidender Erfolgsfaktor. Jobs sind heutzutage nicht mehr unbedingt an einen einzigen Ort gebunden; die Mitarbeiter sind zunehmend aktiv. Man erwartet von ihnen, dass sie bei Bedarf umgehend auf Kundenanforderungen ebenso wie auf Geschäftschancen reagieren – schnellstmöglich, flexibel und von überall.

Für diese Ortsunabhängigkeit muss ein zunehmend hoher Preis gezahlt werden, beispielsweise in Form von Roaming-Gebühren, Zeitverlust durch „Hinterhertelefonieren“ bei Verwendung mehrerer Endgeräte, Rufnummern und Anrufbeantwortungssysteme sowie eskalierenden Anforderungen an den technischen Support.

Eine neue Palette an Fixed-Mobile-Convergence-Lösungen erobert immer mehr die Bürowelt und verheißt ein Ende all dieser Probleme. Vereinfacht gesagt, versetzen FMC-Lösungen Firmen und Behörden in die Lage, sich das Beste beider Kommunikationswelten zunutze zu machen. Sie kombinieren die „heimische“ Rufnummer, das Voicemail-System und den bevorzugten Anbieter für traditionelle Festnetztelefonie mit der Flexibilität und Freiheit mobiler Kommunikation.

Finde mich, folge mir

In einer FMC-Umgebung steuert das Mobiltelefon das Festnetztelefon. Dadurch lassen sich herkömmliche, vom Schreibtisch aus angebotene Serviceleistungen rasch und problemlos ausweiten. Sobald eine entsprechende FMC-App auf dem Mobiltelefon installiert ist, wird die „heimische“ Nummer zu den Endgeräten weitergeleitet, die sich momentan in Benutzung befinden, ob im Mobil- oder im Festnetz, und nötigenfalls wieder zurück zu einem einzigen Voicemail-System zum Hinterlassen von Nachrichten.

Diese „find me / follow me” genannten Fähigkeiten können auch andere Standorte mit abdecken, zum Beispiel das Telefon zu Hause oder einen zeitlich befristeten Aufenthaltsort wie ein Hotel oder ein Hotdesk.

Standortflexibilität bedeutet, dass mehr Anrufe ohne Umwege direkt bei der betreffenden Person eingehen, die dann in der Lage ist, besser und schneller zu reagieren. Dies ist besonders in einem vertriebs- oder serviceorientieren Umfeld von Vorteil, wo das Reagieren auf den ersten Anruf entscheidend für die Frage sein kann, ob es zum Verkaufsabschluss kommt oder ein Kunde unzufrieden ist und Umsätze verloren gehen.

Telefonieren wie gewohnt

Darüber hinaus lassen sich „bürogebundene“ Telefoniemerkmale auf sämtliche Endgeräte ausdehnen. Somit können Funktionen wie das Direktwahlverfahren, Rufnummernanzeige-Unterdrückung, die Benachrichtigung „Bitte nicht stören“ und Rufweiterleitung auch am mobilen Endgerät zur Verfügung stehen. Der Nutzer hat dadurch grundsätzlich ein gleichbleibendes Anwendungserlebnis, ganz gleich, ob er seine Anrufe im Büro oder von unterwegs führt. Das bedeutet, man muss kein neues System „erlernen“. Der Kommunikationsprozess als solcher wird erleichtert, unabhängig davon, wo sich der Mitarbeiter gerade befindet.

Kostenreduktion inklusive

Nicht zu vergessen ist ein weiterer Vorteil von FMC-Lösungen: Sie wirken sich unmittelbar kostenreduzierend auf mobile Telefonate aus. Das internationale ebenso wie das Roaming-Gesprächsaufkommen wird vom Netzwerk des ursprünglichen Mobilfunk-Anbieters entweder auf eine vorhandene IP-Infrastruktur umgeleitet oder inhouse für Routingzwecke übernommen.

Abertausende Mitarbeiter in zahlreichen Unternehmen und Behörden verwenden tagtäglich zu Hause und am Arbeitsplatz mobile Endgeräte – simples Reduzieren und Kontrollieren der durch Roaming entstehenden Kosten kann sich deutlich positiv auf die Zahlen eines Unternehmens auswirken.

FMC ist nicht gleich FMC

Natürlich gibt es Unterschiede bei den angebotenen FMC-Lösungen. So kann es bei Services, die ein lokaler Mobilfunkbetreiber offeriert, erforderlich sein, dass der Unternehmenskunde von seinem ursprünglichen Carrier zu eben diesem Provider wechselt. Die Folgen sind zwangsläufiger Zeitverlust und zusätzliche Ausgaben. Die Dienste des lokalen Mobilfunkanbieters sind zudem auf die Länder beschränkt, in denen er tätig ist. Sie sind nicht in jedem Land der Welt verfügbar.

Bei Customer Premise Equipment (CPE)- oder PBX-basierten Services können zusätzliche Investitionen nötig werden, etwa im Sinne von Zugangsleitungen, Hardware oder neuen Ports für zusätzliche Kapazität, damit mobile Anrufe verarbeitet werden können, die in die unternehmenseigene Infrastruktur zurückgeleitet werden sollen.

FMC aus der Cloud

Es gibt jetzt eine Möglichkeit, sich die Vorteile von FMC ohne zusätzliche Investitionen zu erschließen: Man macht sich einfach das Potenzial von FMC in der Cloud zunutze. FMC-Lösungen, wie sie beispielsweise Verizon anbietet, werden dem Kunden in der Unternehmens-Cloud für sämtliche mobile Endgeräte zur Verfügung gestellt. Sowohl Kunde als auch Service sind netzwerkunabhängig.

Dadurch wird nahtloses Funktionieren über mehrere Länder hinweg möglich, ohne zwischendurch bei der Übermittlung den Provider wechseln zu müssen. Anrufe von Mobiltelefonen werden automatisch in die globale IP-Infrastruktur geleitet, ohne dass der Anrufer eine Veränderung im Service bemerkt. Da über einen herunterladbaren Client auf die Lösung zugegriffen wird, bleibt die Benutzerschnittstelle des mobilen Endgeräts unverändert.

Basis für die Zukunft

Die Möglichkeiten, die FMC-Lösungen zur Kostensenkung und Produktivitätssteigerung bieten, liegen auf der Hand; sie werden bereits von zahlreichen Firmen und Behörden rund um den Globus genutzt. Darüber hinaus werden FMC-Lösungen in zunehmendem Maße als Basis für die Sprachkomponente in der „Unified Communications & Collaboration“-Strategie (UCC) von Unternehmen genutzt.

FMC bietet sich hier als kostengünstiger Weg an, sich von dem Nebeneinander verschiedener mobiler Lösungen, von zahlreichen Verträgen und komplexem Gerätemanagement zu befreien. Auf UCC-orientierte Anwendungen wie etwa globale Voicemail, Corporate Directory Services und Präsenzfunktionen kann so ganz einfach sowohl über fest installierte als auch über mobile Endgeräte zugegriffen werden.

In einer Welt, in der mobile Endgeräte die Kommunikation im Privat- wie im Berufsleben auf Dauer verändern, stellt FMC für Firmen und Behörden einen raschen und einfach zu beschreitenden Weg dar, die Struktur von Kosten zu vereinfachen und besser zu kontrollieren, während gleichzeitig die Kommunikationskapazitäten optimiert werden.

Über den Autor

Ivan Rodrigues arbeitet im Strategy and Account Development Deutschland, Österreich und CEE bei Verizon

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