25.06.2008 | Autor / Redakteur: Dr. Franz-Joachim Kauffels / Andreas Donner
Aus dem Übergang von 10MbE-Switchports über 100MbE-Switchports zu 1GbE-Switchports wissen wir Folgendes: wenn bei Switches die Technologie reift und die Kosten für eine schnellere Technologie sinken, ändert sich sofort das Verhältnis von schnellen zu langsameren Switchports erheblich zugunsten der schnelleren Switchports.
Die Performance-Steigerung um den Faktor Zehn hat zwischen 10 und 100 vier Jahre, zwischen 100 und 1G acht Jahre gedauert. Erreichen die Ausliefermengen der neuen Geschwindigkeitsstufe die der älteren, verschwindet die ältere Geschwindigkeitsstufe sehr schnell völlig.
Der Übergang wird also vornehmlich von den Kosten einer Technologie getragen. Der Übergang an den Servern ist jedoch nicht annähernd so schnell wie an den Switchports. Daher besteht auch in den nächsten Jahren eine wesentliche Aufgabe in der Optimierung der 1GbE-Aggregation.
Die aus dem 802.3ae-Standard kommenden und für Rechenzentren geeigneten Varianten lauten:
wobei die letzten beiden eher selten Verwendung finden werden. Bezogen auf die existierenden Klassen optischer Kabel sieht das dann so aus:
Die Zahl hinter OF beschreibt das Bandbreite-Reichweite-Verhältnis. Untersuchungen haben aber gezeigt, dass derart hochwertige Kabel nur selten installiert sind. Fortschritte in der Kompensation der Modendispersion machen es dagegen möglich, auch schlechtere und ältere Kabel zu benutzen, was zur Definition von 10 GBASE-LRM führte. LRM bedeutet Long Reach Multimode und heißt in der Praxis, dass bei linearer Transceiver-Auslegung auf nur einer Sendefrequenz mit einer 1310nm VCSEL auch 62,5 µm Fasern, die immerhin ca. 40 Prozent der weltweiten Verkabelung für Gebäude-Backbones ausmachen, bis auf eine Distanz von 220 m benutzt werden können.
Damit ist dies ist die Variante, die einen wirklich schnellen und kostengünstigen Einstieg in die Welt von 10 GbE ermöglicht.
Dr. Franz-Joachim Kauffels ist seit mehr als 25 Jahren als unabhängiger Unternehmensberater, Autor und Referent im Bereich Netzwerke selbständig tätig. Mit über 15 Fachbüchern in ca. 60 Auflagen und Ausgaben, mehr als 1.200 Fachartikeln sowie unzähligen Vorträgen ist er ein fester und oftmals unbequemer Bestandteil der deutschsprachigen Netzwerkszene, immer auf der Suche nach dem größten Nutzen neuer Technologien für die Anwender.
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