Die Zeit des Internet-Protokolls der Version 6 (IPv6) hat begonnen

Best Practices für den Einsatz von IPv6 bei Breitbandanschlüssen

27.05.2011 | Autor / Redakteur: Tara Van Unen / Andreas Donner

Rasant wachsende Anzahlen von Breitbandanschlüssen und mobilen Devices sind nur zwei Gründe für den nötigen Wechsel auf IPv6

Nachdem mehr als ein Jahrzehnt davor gewarnt wurde, erreicht der Übergang von IPv4 zu IPv6 nun einen kritischen Punkt. Am 1. Februar 2011 vergab die Internet Assigned Numbers Authority (IANA) die letzten freien Blöcke von IPv4-Adressen. Gleichzeitig steigt jedoch die Zahl der Nutzer und „Endpunkte“, die einen Internetzugang und demzufolge eine eindeutige IP-Adresse benötigen, weiterhin ständig an. Ein schnelles Handeln der Service-Provider in Sachen IPv6-Umstieg ist also dringend nötig – doch dabei gibt es einiges zu beachten.

Aufgrund eines exponentiellen Wachstums im Breitbandeinsatz weltweit, der sich abzeichnenden Einführung von Drahtlos-Lösungen der nächsten Generation und dem rasanten Anstieg von Smartphones, sagt die Branche einen Anstieg von fünf Milliarden eindeutigen Endpunkten zwischen 2010 und 2015 voraus. Dienstanbieter bemühen sich daher nach Kräften, ihre Netzwerke auf den Zustrom von IPv6-Adressen vorzubereiten.

Obwohl im Internet bereits jetzt eine große Anzahl von Inhalten und Diensten auf IPv6 basieren (IPv6 wird beispielsweise bereits schon von Google für Dienste wie Suche, News, Docs, Maps und YouTube verwendet), wird IPv4 mit der Einführung von IPv6 nicht einfach so verschwinden. Für die Dienstanbieter stellt diese Situation eine enorme Herausforderung dar, denn sie müssen ihre Netzinfrastruktur so ausbauen, dass IPv4 und IPv6 parallel betrieben werden können.

Während Netzwerkkerne so gut ausgestatten sind, dass sie sowohl IPv4 als auch IPv6 bewältigen können, ist dies bei Breitbandzugangsnetzen nicht der Fall. Das Nebeneinander von IPv4 und IPv6 stellt eine enorme Belastung für die zugrunde liegenden Netzwerke dar, was potentiell zu Latenzzeiten, einer Reaktionsverminderung des Netzwerkes und damit zu einer Gefährdung von Dienstleistungsverträgen führen kann.

Die größte Sorge beim Übergang ist jedoch die Frage, welche Auswirkung dies auf die Kunden hat. Wird die Einführung von IPv6-Endpunkten, Weiterleitungstabellen und Diensten eine Auswirkung auf Zugangsgeschwindigkeit, Dienstqualität und Netzwerkzuverlässigkeit haben? Durch den Wettkampf in der Branche um neue Kunden brauchen Dienstanbieter die Gewissheit, dass der Übergang auf IPv6 nahtlos verläuft, zumindest aus der Sicht der Anwender. Dienstanbieter müssen daher eine schnelle und zuverlässige Methode einsetzen, um die Übergangsmechanismen von IPv6 in ihren Breitbandzugangsnetzen zu bewerten und einzuführen.

IPv6-Lösungen für Breitbandzugang

Ein abrupter Übergang von der alten IPv4-Infrastruktur auf IPv6 ist nicht durchführbar, da die meisten Internetdienste immer noch auf IPv4 basieren und viele Kunden weiterhin Betriebssysteme nutzen, die IPv6 noch nicht vollständig unterstützen. Dienstanbieter müssen die Endpunkte und Dienste daher sowohl in IPv4 als auch über IPv6 unterstützen, um die in ihren Dienstleistungsverträgen (SLA) definierte Leistungsqualität (QoS) zu gewährleisten. Es gibt eine Reihe verschiedener Möglichkeiten, dieses Ziel für Breitbandzugangsnetze zu erreichen. Dies umfasst unter anderem Übersetzungsverfahren, Tunnelmechanismen und Dual-Stack-Netzwerke.

weiter mit: Übersetzungsverfahren, Tunnelmechanismen und Dual Stack

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