sheelamohanachandran - Fotolia

Unified Network Management: Erfolg durch die Cloud

Interessant, aber kaum praktikabel – so werden Systeme für Unified Network Management meist wahrgenommen. Doch nun ermöglicht Cloud Computing einen Single-Pane-of-Glass-Ansatz.

Die Aussicht auf ein System für Unified Network Management ist schon seit längerem für IT-Administratoren von Interesse. Der Gedanke, dass man ein zentrales Tool (Single Pane of Glass) für die Konfiguration, das Monitoring und Troubleshooting von kabelgebundenen und drahtlosen Netzwerken nutzen kann, ist höchst attraktiv. In der Vergangenheit jedoch standen einer Software für ein Unified-Network-Management-System immer Probleme im Wege.

Von schlechter herstellerübergreifender Unterstützung bis zu Herausforderungen bei einheitlichen Software-Updates – Plattformen für ein einheitliches Management brachten mehr Ärger als Vorteile. Early Adopter fühlten sich übers Ohr gehauen. Und dies führte zur recht verbreiteten Meinung, dass ein zentraler Ansatz für das Netzwerk-Management nichts weiter als ein Mythos ist. In diesem Artikel werfen wir einen Blick auf die aktuellsten Trends bei Unified Network Management, um zu sehen, wie die Befürworter solcher Plattformen den Mythos Realität werden lassen wollen.

Herausforderungen beim Netzwerk-Monitoring

Falls Sie ein kabelgebundenes oder drahtloses Netzwerk auf Basis eines Single-Vendor-Designs betreiben, hatten Sie die besten Voraussetzungen, um ein Produkt für Unified Network Management bereitzustellen. In der Vergangenheit boten verschiedene Hersteller von Netzwerkhardware und -software, unter anderem Cisco, Hewlett Packard Enterprise und Juniper Networks, Plattformen für das Netzwerk-Management an, die Administratoren bei der Überwachung diverser Netzwerk-Appliances über ein zentrales System unterstützen sollten.

Doch sobald man versuchte, mit den Tools das Netzwerkequipment von Drittanbietern einzubinden, liefen die Dinge gewaltig schnell schief. Und sogar, wenn einige Anbieter mit Multivendor-Kompatibilität warben, litten Funktionen und Funktionalität, weil dem Anbieter der Management-Software die Kontrolle über die fremde Software fehlte. Aufgrund des proprietären Charakters vieler Netzwerkgeräte gaben daher viele IT-Abteilungen die Idee einer Single-Management-Plattform auf.

Das andere große Problem im Zusammenhang mit der Implementierung und Verwaltung einer Plattform für Unified Network Management hat damit zu tun, wie man einheitliche Firmware-Updates im gesamten Netzwerk sicherstellt. Enterprise-Netzwerke bestehen aus Hunderten oder Tausenden von Routern, Switches, drahtlosen Access Points und weiteren Netzwerk-Appliances. Außerdem ist es nicht nur höchst wahrscheinlich, dass das Netzwerk aus Multivendor-Technologien besteht, auch das Alter und die Softwareversionen der Komponenten dürften äußerst verschieden sein.

So gibt es etwa einen Teil des Netzwerks Equipments, der brandneu und mit der aktuellsten Firmware ausgestattet ist, während in einem anderen Bereich einiges im Argen liegt und Hardware wie Software inkompatibel mit den Tools für Unified Network Management sind. Firmware-Updates von älteren Netzwerk-Appliances sind ein manueller Prozess, und viele Netzwerk-Admins sind lange Zeit nach dem Motto Never touch a running system verfahren.

Das bringt die Cloud für ein zentrales Netzwerk-Management

Um die Probleme zu lösen, unter denen Systeme für Unified Network Management in der Vergangenheit gelitten haben, führen viele die Funktionen und Philosophien von Cloud-verwalteten Services ins Feld. Cloud-verwaltete Netzwerkausrüstung, verpackt in Form eines SaaS-Modells (Software as a Service), wird für kabelgebundene und drahtlose Netzwerke immer populärer. Ein SaaS-Modell liefert auch Antworten auf die zwei Probleme, die in älteren Anwendungen für Unified Network Management vorhanden waren.

Zum einen bieten SaaS-Modelle den Kunden in der Regel erweiterte API-Tools zum Zweck der Automatisierung und Anpassung. Und viele dieser API-Tools basieren auf Standards. Genau diese APIs können genutzt werden, um einfacher eine robuste Softwareplattform für Unified Network Management mit echter Multivendor-Unterstützung zu entwickeln.

Der zweite Vorteil des Cloud-basierten Netzwerkmodells liegt in seinem Design, das Legacy-Hardware besser unterstützt und mehr Workarounds bei Problemen damit ermöglicht. Firmware-Upgrades für Netzwerkgeräte werden oft und regelmäßig durchgeführt – ähnlich so, wie man es von Updates für PCs, Server und mobile Geräte kennt. Dies steht in starkem Gegensatz zum traditionellen manuellen Prozess, der eher die Norm darstellte.

IT-Administratoren sind nicht länger bereit, Komponenten und Management-Software zu implementieren, die mit anderen Anbietern nicht gut harmonieren.

Zwar mag ältere Netzwerkhardware mit den Funktionen moderner Hardware nicht Schritt halten können, doch entscheidend ist, dass die gesamte Hardware überall im Netzwerk mit einer standardisierten Firmware-Version läuft. Dieses Niveau der Softwarekonsistenz passt sehr gut zu einem System für Unified Network Management, da die Entwickler viel Aufwand in Fragen rund um die Abwärtskompatibilität stecken müssen.

Proprietäre Systeme auf dem Rückzug

Die Tage von geschlossenen, proprietären Systemen sind gezählt. IT-Administratoren sind nicht länger bereit, Komponenten und Management-Software zu implementieren, die mit anderen Anbietern nicht gut harmonieren. Achten Sie daher darauf, dass Netzwerkanbieter in ihren Management-Plattformen vollen Support für Multivendor-Equipment vorsehen.

Die Partnerschaft zwischen Dell und Aerohive ist ein treffendes Beispiel dafür, denn hier haben sich zwei Netzwerkunternehmen zusammengetan, um für die Kunden so etwas wie ein Komplettpaket zu schnüren. Wir erleben ebenfalls, dass Cloud-Service-Provider Software für Unified Network Management in Form eines SaaS-Modells implementieren – oder als Add-on-Service in Cloud-Umgebungen auf Basis von IaaS (Infrastructure as a Service) und PaaS (Platform as a Service).

Sollte Unified Network Management eines Tages im Unternehmensbereich zur Normalität werden, müssen Plattformentwickler das Problem der Multivendor-Unterstützung und der Firmware-Kompatibilität angehen. Gut zu wissen, dass das Cloud-Computing-Modell für beides hervorragende Lösung bietet. Und in dem Fall ist es möglich, dass der Mythos eines zentralen Service für das Netzwerk-Management, nach dem wir uns alle sehnen, bald Realität wird.

Folgen Sie SearchNetworking.de auch auf Twitter, Google+, Xing und Facebook!

Nächste Schritte

Wie man kabelgebundenes und drahtloses Netzwerk-Management vereinheitlicht

Tools für das Netzwerk-Management auswählen

Kostenloses eBook: Ratgeber Netzwerk-Management

Artikel wurde zuletzt im Oktober 2017 aktualisiert

Pro+

Premium-Inhalte

Weitere Pro+ Premium-Inhalte und andere Mitglieder-Angebote, finden Sie hier.

Erfahren Sie mehr über Software, Tools und Utilities für das Netzwerk-Management

Diskussion starten

Schicken Sie mir eine Nachricht bei Kommentaren anderer Mitglieder.

Mit dem Absenden dieser Daten erklären Sie sich bereit, E-Mails von TechTarget und seinen Partnern zu erhalten. Wenn Ihr Wohnsitz außerhalb der Vereinigten Staaten ist, geben Sie uns hiermit Ihre Erlaubnis, Ihre persönlichen Daten zu übertragen und in den Vereinigten Staaten zu verarbeiten. Datenschutz

Bitte erstellen Sie einen Usernamen, um einen Kommentar abzugeben.

- GOOGLE-ANZEIGEN

SearchSecurity.de

SearchStorage.de

SearchDataCenter.de

SearchEnterpriseSoftware.de

Close