everythingpossible - Fotolia

Tools und Jobs für Netzwerkingenieure ändern sich dramatisch durch die Cloud

Firmen setzen stark auf die Cloud. Die Tools für Netzwerkingenieure ändern sich dadurch und die Spezialisten müssen sich auf den Wandel einstellen.

Für Netzwerkingenieure und deren Arbeits-Tools sieht es momentan nicht so gut aus. In den USA gibt es immer weniger Arbeitsplätze für Ingenieure, die in den Bereichen Netzwerk, Storage und Server arbeiten. Der Hauptgrund: Unternehmen wenden sich im erstaunlichen Tempo der Cloud zu. Der 2016 Cloud Forecast von Cisco besagt zum Beispiel, dass sich der Cloud-Traffic voraussichtlich bis 2020 vervierfachen wird – auf 14,1 ZB pro Jahr. Auch in Europa und in Deutschland wird der Trend in die Cloud immer stärker. Das zeigen zum Beispiel auch die Ergebnisse der TechTarget-Studie IT-Priorities 2017.

Ein Bericht von BetterCloud Monitor sagt vorher, dass die Anzahl der Firmen, die damit rechnen, innerhalb der nächsten zehn Jahre vollständig in der Cloud zu operieren, bei 72 Prozent liegt. Am anderen Ende des Marktspektrums hebt sich die Hyperkonvergenz hervor. Laut 451 Research werben die meisten Unternehmen Virtualisierungs-Experten an, anstatt Ingenieure, die Netzwerke, Server oder Storage unterstützen. Anders ausgedrückt passiert gerade folgendes im Markt:

Das Arbeitsumfeld der Netzwerk-, Storage-, und Server-Ingenieure wurde von Geräten dominiert – man kaufte Geräte wie Router und Switches, steckte sie ins Rack, schloss sie an, konfigurierte sie, wartete sie und reparierte sie, wenn sie kaputtgingen. Zukünftig ist auf alle Fälle ein Schritt in Richtung anwendungsfokussierter IT wahrscheinlich. Hier entscheidet die Firma jeweils, ob es mehr Sinn ergibt, die Anwendung in eine Cloud-Infrastruktur zu verschieben oder etwa die vorgefertigten Rack-Einheiten einer Firma zu kaufen, die hyperkonvergente Produkte baut, mit denen eine Private Cloud erstellt werden kann, um die Anwendungen auszuführen. Zu den entscheidenden Faktoren werden die Kosten/Nutzenverhältnisse sowie die Sicherheit und andere Aspekte gehören – im Wesentlichen alles, was nichts mit technischen Fähigkeiten, lokalen Fachkräften oder eher herkömmliche Faktoren zu tun hat.

Der Aufgabenbereich verlagert sich von Netzwerkingenieurs-Tools in Richtung Administration

Diese Marktwahrnehmung wird von derzeitigen Arbeits- und Fähigkeitsbewertungen gestützt. CompTIA berichtete zum Beispiel vor ein paar Monaten, dass sich ein neuer Trend einnistet. Einerseits nimmt die Anzahl der IT-Arbeitsplätze im Allgemeinen zu, während andererseits Stellen im Rückgang sind, die sich spezifisch nur auf Technologie beziehen. Die Arbeitsbereiche wenden sich der Administration zu und ab von Ingenieursfähigkeiten. Das sind keine guten Nachrichten für Ingenieure, die ihre Karrieren darauf aufgebaut haben, technische Fähigkeiten zu erlernen und Zertifikate zu erhalten.

Zwei Punkte sollten Sie sich aber vor Augen halten, bevor Sie in Panik geraten und sich überstürzt für die nächstbeste Weiterbildung anmelden.

Erstens verläuft die Netzwerk- und Netzwerk-Tool-Industrie in Zyklen. Als ich anfing, mit Netzwerken zu arbeiten, installierte ich VT100-Terminal-Emulationskarten in Rechner mit 8086-Prozessoren, 5¼-Zoll Diskettenlaufwerken, und einfarbigen Bildschirmen – weiße Buchstaben waren im Vergleich zu den grünen fortschrittlich. Es gab keine Festplatte und viele Rechner hatten noch externe 8-Zoll-Diskettenlaufwerke, um die ganze Software und die Daten zu übertragen, weil das 5¼-Zoll-Format zu neu war. Zu dieser Zeit war fast alles komplett zentralisiert: Die Cloud war damals der Mainframe.

Mit der Zeit stellte man fest, dass die Zentralisierung zu viel kostete – dies führte zu einem generellen Wandel zugunsten der Dezentralisierung. Als sich herausstellte, dass Dezentralisierung zu teuer war, verschob sich alles wieder in Richtung Zentralisierung. In ferner Zukunft begreifen wir vielleicht, dass von beidem etwas optimal wäre. Im Moment pendeln wir aber alle paar Jahre zwischen diesen beiden Optionen hin und her. Das Beste wäre, durchzuhalten, bis diese Umstellung abgeschlossen ist.

Open Source und Disaggregation beeinflussen den Markt

Zweitens sind diese beiden Trends nicht das Ende der Geschichte, beziehungsweise nicht einmal die vollständige Story. Es gibt zwei Gegenbewegungen, die die momentane Marktverzweigung nicht aufhalten werden, jedoch sollten sie wahrscheinlich der Verständlichkeit halber beiden Optionen hinzugefügt werden. Die Rede ist von Open Source und Disaggregation.

Open Source und Disaggregation haben ähnliche Ziele. Beide richten Tools und Prozesse ein, die Cloud-Anbietern sowie Entwicklern hyperkonvergenter Produkte dabei helfen, diesen Trends einen wirtschaftlichen Nutzen abzugewinnen. Mit anderen Worten: Cloud und Hyperkonvergenz in Konkurrenz zueinander und treiben Unternehmen in die offene und Commodity-Welt

Ingenieure, die lernen mit Disaggregation, Open Source und offenen Standards zurechtzukommen, könnten durchaus diese Antriebsfaktoren ausnutzen, um die aus lokalen hyperkonvergierten Private Clouds bestehenden Systeme zu bauen, die ernsthaft mit großen Anbietern konkurrieren können. Firmen, die groß genug sind, könnten die von Cloud- sowie Hyperkonvergenz-Profis gebauten Einheiten nehmen und diese dazu nutzen, um ihre eigenen Systeme zusammenzusetzen. Commodity-IT wird schließlich zu der Überlegung führen, Commodity-Unternehmen zu gründen, was die Konkurrenzfähigkeit vieler großer Firmen behindern wird.

Value Added Resellers (VAR, Wiederverkäufer) werden von diesem Übergang womöglich schwer getroffen werden. Der Mehrwert wird dabei eine kritische Rolle spielen. Wenn die Firma, die Sie weiterverkaufen, ein vertikal integriertes Produkt anbietet, mit dem man lediglich ein paar Knöpfe drücken kann, wird der Mehrwert gering sein. Andererseits ist es möglich, dass VARs Mehrwert und einmalige Geschäftsmöglichkeiten kreieren können, wenn sie sich auf die von größeren Firmen durchsickernden maßgeschneiderten Lösungen aus disaggregierten und Open-Source-Komponenten fokussieren.

Achten Sie auf weitere Änderungen

Was bedeutet dies nun alles für den Durchschnittsingenieur und seine Netzwerkingenieurs-Tools? Die Verlagerung von Ingenieursjobs in Richtung Cloud-Provider und Hyperkonvergenz-Anbieter wird wohl noch eine Weile so weitergehen, weil Geschäftsleiter, die es leid sind, mit der Technologie auf den neusten Stand zu bleiben, sich einfach auf den Betrieb fokussieren wollen.

Eine Option ist also, mit der Technologie Schritt zu halten. Finden Sie einen Cloud-Provider, der nach guten Ingenieuren sucht, und von dort aus halten Sie dann die Augen offen für den nächsten Wandel und planen für sich von dort Ihren nächsten Zug. Eine weitere Möglichkeit ist, sich als Unternehmer mit einem Ingenieurshintergrund zu etablieren. Die dritte Option ist, einen sachkundigen VAR zu finden, Ihre Ingenieurs- und Business-Kenntnisse zu verbessern und sich ins Geschäft zu stürzen.

Für welchen Weg Sie sich auch entscheiden: Klar ist, dass der Markt im Wandel ist – darauf müssen Sie gefasst sein.

Folgen Sie SearchNetworking.de auch auf Twitter, Google+, Xing und Facebook!

Nächste Schritte

Hyperkonvergente Systeme drängen ins Rechenzentrum.

Der Markt für hyperkonvergente Infrastrukturen ist in einer Übergangsphase.

White Box Switches und Hyperkonvergenz unterstützen die Netzwerke im Data Center.

So integrieren Sie hyperkonvergente Systemen in hybride Cloud-Umgebungen.

Artikel wurde zuletzt im Januar 2017 aktualisiert

Pro+

Premium-Inhalte

Weitere Pro+ Premium-Inhalte und andere Mitglieder-Angebote, finden Sie hier.

Erfahren Sie mehr über Software, Tools und Utilities für das Netzwerk-Management

Diskussion starten

Schicken Sie mir eine Nachricht bei Kommentaren anderer Mitglieder.

Mit dem Absenden dieser Daten erklären Sie sich bereit, E-Mails von TechTarget und seinen Partnern zu erhalten. Wenn Ihr Wohnsitz außerhalb der Vereinigten Staaten ist, geben Sie uns hiermit Ihre Erlaubnis, Ihre persönlichen Daten zu übertragen und in den Vereinigten Staaten zu verarbeiten. Datenschutz

Bitte erstellen Sie einen Usernamen, um einen Kommentar abzugeben.

- GOOGLE-ANZEIGEN

SearchSecurity.de

SearchStorage.de

SearchDataCenter.de

SearchEnterpriseSoftware.de

Close