Software-defined Networking (SDN): Vorhersagen für 2016

SDN birgt ein enormes Potenzial, das noch längst nicht ausgeschöpft ist. Auch 2016 stehen die Zeichen auf Expansion, wie unsere Prognosen zeigen.

Der Trend im bei Software-defined Networking (SDN) geht rasant in Richtung eines umfassenden Enterprise- und Telekommunikations-Utilities....

Im Folgenden haben wir einige Entwicklungen aus dem SDN-Bereich zusammengetragen, die im laufenden Jahr wohl auf uns zukommen werden.

Neue Player beim SDN

Es drängen sich bereits viele Anbieter in diesem Segment, aber wir dürfen zumindest einige neue Marktteilnehmer erwarten, die sich auf Enterprise-SDN außerhalb von Rechenzentren konzentrieren und dazu OpenFlow und White-Box-Hardware nutzen. Warum? Zum einen gibt es noch genug Platz für Entwicklungen mit einem „Wow“-Effekt. Zum anderen, da es nun rein um Software geht, ist die Hürde für den Markteintritt sowohl für Start-ups als auch für etablierte Firmen niedrig. Ich glaube nicht, dass Microsoft sich einmischen wird, aber etliche Anbieter von Netzwerküberwachungs- und Netzwerk-Management-Lösungen – von SolarWinds bis BMC – könnten den Sprung riskieren. Sogar Telekommunikationsfirmen und Internet Service Provider (ISP) könnten einen Vorteil darin sehen, Ihnen eine Möglichkeit zu eröffnen, Ihr Netzwerk als Managed Service aufzubauen – nur dass es nicht vom Rechenzentrum nach außen, sondern von Ihrer Internetverbindung nach innen wächst. Sowohl die großen Enterprise-Carrier – in den USA zum Beispiel AT&T – als auch die Newcomer in diesem Bereich – etwa CenturyLink, Comcast und Windstream – könnten den Schritt wagen.

Breiter Einsatz von NFV auf Carrier-Seite

Aus der Carrier-Perspektive besitzt Network Functions Virtualization (NFV) ein enormes Potenzial, die Kosten zu reduzieren und gleichzeitig die Einkünfte und die Flexibilität zu steigern. Aus Sicht der Unternehmensanwender vermindert diese Technik die Kosten und Risiken, wenn es darum geht, neue Dienste auszuprobieren. Außerdem verringert sich die Wartezeit, um neue Services in Betrieb zu nehmen. Wenn der Carrier Ihren Service-Stack ändern kann, indem er neue Software im Push-Verfahren an Ihrem Standort verteilt, anstatt aufwendig neue Hardware heranzuschaffen und zu installieren, kann er Ihnen leichter neue Dienste verkaufen und hat weniger Aufwand. Sie können neue Dinge häufiger und einfacher ausprobieren.

Wenige neue SD-WAN-Anbieter, viele neue SD-WAN-Angebote

Angesichts der Tatsache, dass Cisco sein Spiel mit der Vereinfachung intensiviert, etablierte kleinere Wettbewerber wie Riverbed und Talari ihr Wachstum fortsetzen und viele bestehende SD-WAN-Newcomer – beispielsweise CloudGenix und VeloCloud – sich rasch weiterentwickeln, bleiben nicht viele zu besetzende Nischen übrig. Ein oder zwei neue Marktteilnehmer kommen vielleicht hinzu, doch es ist wahrscheinlicher, dass stattdessen ein paar der existierenden Neulinge aufgekauft werden – zum Beispiel Viptela oder Saisei von Verizon oder Cox. Riverbed hat beispielsweise im Januar 2016 den deutschen SDN- und SD-WAN-Anbieter Ocedo übernommen.

Gleichzeitig werden wir – durch Partnerschaften, organische Entwicklung oder Übernahmen – einen anhaltenden Boom an SD-WAN-Angeboten von den Carriern selbst erleben. Die Logik von Link Aggregation, Abstraktion und Overlay-WAN ist überzeugend, und die Botschaft, dass das WAN einfach und flexibel sein sollte, findet großen Anklang.

Und nur mal so ins Blaue gedacht kommt hier unsere letzte und gewagteste Prognose:

SD-WWWWAN: Der Newcomer

Sie haben richtig gelesen: WWWWAN. Das Akronym steht für „White Space White Box Wireless WAN“ und ist eine spannende Möglichkeit, die umso mehr an Bedeutung gewinnen wird, je stärker das Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) wächst. Das Verfahren wird zumindest in den USA freigewordene TV-Frequenzen im UHF/VHF-Bereich nutzen. Dabei regeln SDN-Wi-Fi-Access-Points mit White Box die lokale Zuordnung, welches Spektrum für die DS-CDMA-Kommunikation verfügbar ist.

Im SDN-Bereich ist noch genug Platz für Entwicklungen mit einem Wow-Effekt.

In Deutschland wurde im Juli 2015 der frei gewordene 700-MHz-Frequenzbereich versteigert. Hier ist die Lage schwierig, denn dieses Frequenzband wird teilweise lokal noch von DVB-T-Sendern genutzt, die auf andere Frequenzen ausweichen müssen. Bis dieser Frequenzbereich vollständig dem Mobilfunk zur Verfügung steht, kann es noch einige Jahre dauern.

SD-WWWWAN (vielleicht abgekürzt als SD4-WAN?) wird mehr Standorte mit höheren Geschwindigkeiten versorgen. Das gilt für eine Reihe von Modellen, angefangen beim herkömmlichen Carrier-Service, über Community-Projekte bis hin zu Mesh Networking as a Service als OTT-Angebot (Over the Top). SD-4WAN könnte den Zugriff auf Hochgeschwindigkeitsnetze in ländlichen Gebieten zur Realität werden lassen und den Markt für OTT-Dienste auf allen Arten von Geräten, von Fernsehern über Telefone bis zu Autos, öffnen. In Deutschland wird das aus genannten Gründen aber kaum im Jahr 2016 passieren.

Über den Autor:
John Burke ist leitender Analyst bei Nemertes Research. Er berät wichtige Unternehmen und Anbieter. Weiterhin führt er Analysen durch und hat in vielen Bereichen eine Vordenkerrolle inne. John hat reichlich Erfahrung in den Welten der virtuellen Netzwerke, SDN-Technologie (Software-defined Network), Standards und Implementierung.

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Artikel wurde zuletzt im Januar 2016 aktualisiert

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