Sicherheit und Management: iOS 8 verbessert Enterprise-Funktionen

iOS 8 wird ab Herbst als neues iPhone- und iPad-Betriebssystem zur Verfügung stehen. Die neuen Funktionen erleichtern vor allem den Business-Einsatz.

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Aller Voraussicht nach veröffentlicht Apple iOS 8 im Herbst 2014, ab diesem Zeitpunkt stehen IT-Profis dann mehr...

Produktivitäts- und Management-Funktionen für Apple-Geräte im Unternehmensumfeld zur Verfügung. Allerdings bleiben dabei wichtige Fragen bei der Sicherheit und Kompatibilität offen.

Apples Schwerpunkt wird zwar weiterhin der Endverbraucher-Markt bleiben, aber viele neue Funktionen rund um das kommende Betriebssystem iOS 8 und neue Möglichkeiten bei der Anwendungsentwicklung werden den IT-Abteilungen in Unternehmen sicherlich entgegenkommen.

Apple erklärte in der Keynote seiner jüngsten Worldwide Developers Conference Anfang Juni 2014, dass 98 Prozent der umsatzstärksten Unternehmen der Welt (Fortune Global 500) iOS nutzen. Laut Michael Oh, Präsident und Gründer von Tech Superpowers, ist das aber nicht unbedingt deshalb der Fall, weil das iPhone ein so herausragendes Hardware-Produkt ist. Tech Superpowers ist Managed-Service-Provider und Apple-Händler aus Boston.

„Nimmt man Apples Erfolg im Enterprise-Bereich genauer unter die Lupe, dann stellt man fest, dass er eng mit den Möglichkeiten in der iOS-Entwicklung verknüpft ist“, erklärt Oh.

Apple geht daher einen großen und untypischen Schritt, indem das Unternehmen viele seiner Programmierschnittstellen (Application Programming Interface, API)) öffnet. Enterprise-Entwicklern könnte zum Beispiel die API für den Touch-ID-Sensor gefallen. Es handelt sich dabei um eine biometrische Sicherheitsfunktion auf neueren Gerätemodellen, die bisher lediglich für die Entriegelung oder die Authentifizierung von Einkäufen im App Store zur Verfügung stand.

Mit iOS 8 werden unabhängige Entwickler die Programmierschnittstelle für den Touch-ID-Sensor in ihren eigenen Anwendungen benutzen können, um so eine zusätzliche Authentifizierungs-Ebene zu erhalten. Auch wenn einige Branchenbeobachter bezweifeln, dass die Touch-ID als sichere Option für Unternehmen funktioniert, bietet sie dennoch eine Möglichkeit der Differenzierung auf dem Markt. „Das ist ein völlig anderes Sicherheitsniveau als das von Android“, bemerkt Oh.

Business- und Enterprise-Funktionen in iOS 8

Laut Chris Hazelton, Geschäftsführer bei 451 Research in New York, öffnet sich Apple mit iOS 8 den Unternehmen mehr als je zuvor: „Wenn Apple kontrollieren möchte, wie Anwender mit Geräten für den Unternehmenseinsatz umgehen, dann müssen sie sich beeilen“, so Hazelton.

Viele Neuerungen in iOS 8 richten sich an den Enterprise-Einsatz und bringen Verbesserungen bei Sicherheit, Management und Produktivität mit sich. So lassen sich jetzt beispielsweise die Apps für E-Mail, Kalender, Kontakte, Erinnerungen, Notizen und Nachrichten mit einem Passwort sperren. S/MIME (Secure/Multi-Purpose Internet Mail Extensions) erlaubt es Anwendern zudem, einzelne Nachrichten zu verschlüsseln. All das erhöht die Sicherheit im Umgang mit iOS-Geräten enorm.

Zusätzlich zum bereits vorgestellten „Device Enrollment Program“ hat Apple IT-Abteilungen weitere Möglichkeiten eröffnet, iOS-Geräte besser in MDM-Lösungen (Mobile Device Management) zu integrieren. Dokumente wie PDFs und iBooks beispielsweise lassen sich so mit MDM-Tools automatisch auf Benutzergeräten speichern und können später aus der Ferne auch wieder gelöscht werden.

 

Mit iOS 8 können IT-Abteilungen steuern, welche Anwendungen für das Öffnen von Dokumenten zu verwenden sind, die von einer Firmendomäne aus mit Safari heruntergeladen wurden. Zudem kann das IT-Team durch Fernzugriff Geräten einen Namen zuweisen und Benutzer daran hindern, Beschränkungen hinzuzufügen oder Inhalte zu löschen. Es ist außerdem überprüfbar, wann ein Gerät das letzte Mal über Apples iCloud gesichert wurde. So lässt sich sicherstellen, dass immer ein aktuelles Backup vorhanden ist. Zudem kann ein neues Remote Management User Interface für die MDM-Registrierung eingesetzt werden. Um Mitarbeitern die MDM-Infrastruktur eines Unternehmens zu erklären steht ebenfalls eine neue Benutzeroberfläche bereit.

Apple scheint sich mit den neuen Enterprise-Funktionen  direkt an die Konkurrenz zu wenden und kündigte an, IT-Abteilungen zukünftig noch mehr Management-Möglichkeiten an die Hand zu geben. Dabei sollen allerdings die Mitarbeiter selbst nicht mit komplexen Regeln und der weit verbreiteten Trennung von privaten und geschäftlichen Daten über Container-Lösungen belastet werden.

Google als großer Apple-Rivale kaufte vor kurzem Divide, ein Startup, das sich auf Container-Lösungen für Android und iOS spezialisiert hat. Samsung wirbt mit Knox, seiner Management-Suite für Enterprise-Mobility, und auch BlackBerry Balance bietet ähnliche Funktionen.

iCloud Drive: Apple betritt den Markt für Cloud-Speicher

Ein neu vorgestelltes Produkt aus Apples iCloud-Reihe nennt sich iCloud Drive. Damit schließt sich Apple der wachsenden Gruppe von Unternehmen an, die einfach zugänglichen Cloud-Speicher anbieten. iCloud Drive tritt damit in Konkurrenz zu Produkten wie Google Drive, Microsoft OneDrive, Dropbox und Box.

Wie bei anderen Cloud-Speichern auch können mit iCloud Drive von Mac OS X „Yosemite“ und Windows 8 aus Dateien in der iCloud gespeichert werden. Darüber hinaus kann eine Datei, die mit einer iCloud-fähigen Anwendung auf einem iOS 8-Gerät erstellt wurde, in der iCloud abgelegt werden. Diese lässt sich dann von jedem Gerät abrufen, das iCloud Drive unterstützt.

Alle in der iCloud gespeicherten Daten lassen sich über den Finder auf einem Desktop abrufen, auch iOS-Anwendungsdateien. Applikationen können nun Dateien über die iCloud teilen, damit können Benutzer eine Datei in einem Programm erstellen und in einem anderen weiterbearbeiten. Das IT-Team hat zudem die Möglichkeit, über Regeln festzulegen, welche Apps auf die Dokumente in iCloud Drive zugreifen dürfen.

iCloud ist vor allem auf die Bedürfnisse der Endverbraucher ausgerichtet. Daher wird auch iCloud Drive nicht als vollwertige Option zur Daten-Synchronisation und -Verteilung im Enterprise-Bereich gesehen. Zusätzlich gibt es natürlich die üblichen Fragen zu Sicherheit von Unternehmensdaten. Viele der oben genannten Funktionen von iCloud Drive sind allerdings bereits seit mehreren Jahren bei Cloud-Filesharing-Plattformen wie Google Drive und Dropbox im Einsatz.

Da in der BYOD-Ära (Bring Your Own Device) aber inzwischen auch viele andere Apple-Angebote ihren Weg in die Enterprise-IT gefunden haben, muss Apple sein iCloud Drive laut Oh nur einfach und sicher für Unternehmen und Angestellte gleichermaßen machen, um das Interesse an seinem Cloud-Speicher zu wecken.

Apple wird voraussichtlich fünf Gigabyte Speicherplatz auf dem iCloud Drive kostenlos zur Verfügung zu stellen. Zusätzlich wird man 20 Gigabyte für 0,99 US-Dollar oder 200 Gigabyte für 3,99 US-Dollar im Monat erwerben können. Danach gibt es weitere Abstufungen bis zu einem Terabyte. Im Vergleich dazu bietet Google Drive derzeit 15 Gigabyte freien Speicherplatz an. 100 Gigabyte kosten 1,99 US-Dollar im Monat und für 9,99 US-Dollar im Monat bekommt man ein Terabyte.

Apple verbindet iOS und Mac OS X

Microsoft entschied sich seinerzeit für eine einheitliche Nutzer-Erfahrung bei Mobiltelefonen, Tablets und PCs. Apple dagegen behandelte iOS und Mac OS X bisher immer separat.

Durch eine engere Verzahnung von iOS 8 und Mac OS X „Yosemite“ hat Apple seinen Ansatz jetzt aber geändert, die mit iCloud Drive verbundenen Geräte sollen in der Benutzerführung konsistenter werden. Zudem erlaubt es Apple Benutzern zukünftig, über AirDrop Dateien zwischen mobilen Geräten und Macs auszutauschen. Bisher konnte man mit AirDrop nur Dateien entweder zwischen mobilen Geräten oder zwischen Macs tauschen, ein Austausch zwischen einem mobilen Gerät und einem Mac war bisher nicht möglich.

Laut Oh dürften Unternehmen und Verbraucher die neuen AirDrop-Funktionen begrüßen: „Das ist wirklich wesentlich angenehmer zu handhaben. Ich habe ein PDF. Lassen Sie es mich auf mein Mobilgerät verschieben oder umgekehrt. Ich denke diese Veränderung fügt einen ganz neuen Bedienkomfort hinzu.“

Für Unternehmen sind die neuen Funktionen ebenfalls von Vorteil. Mit Handoff zum Beispiel kann man ein E-Mail auf dem einen Apple-Produkt beginnen und auf einem anderen fertig schreiben. Anwender können Anrufe auf einem Mac oder einem iPad beantworten und SMS-Nachrichten von jedem Gerät aus versenden. Außerdem können sie mit Ihrem iPhone eine WiFi-Verbindung zwischen allen Geräten aufbauen, wenn keine andere Internetverbindung besteht.

Laut Bob O'Donnell, dem Gründer und Chefanalysten von TECHnalysis Research, sind Apples Bemühungen bezüglich der Interaktion zwischen iOS- und Mac-OS-X-Geräten die wichtigste Nachricht der vergangenen Keynote: „Die meisten Menschen wechseln permanent zwischen mehreren Geräten. Alles, was getan werden kann, um diese Herangehensweise in der Praxis zu erleichtern, ist ein großer Schritt in die richtige Richtung.“

Eine Schwierigkeit besteht für die Unternehmen aber auch weiterhin: Apple hat keine Schritte unternommen, um den nahtlosen Transfer und die Nutzung zwischen einem Apple-OS und einem Betriebssystem, das nicht von Apple ist, zu unterstützen. Laut O'Donnell wäre dies gerade im Enterprise-Umfeld besonders wichtig.

Die Beta-Version von iOS 8 ist ab sofort für Entwickler erhältlich. Die Veröffentlichung wird voraussichtlich im Herbst dieses Jahres stattfinden. Mac OS X „Yosemite“ wird ab Sommer 2014 ebenfalls in einer Beta-Version zum Test bereitstehen. Im Herbst soll dann auch „Yosemite“ als kostenloser Download zur Verfügung stehen.

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Artikel wurde zuletzt im Juli 2014 aktualisiert

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