Samsung Knox, SELinux und Smart Lock: Business-Funktionen in Android 5.0

Samsung Knox, SELinux und Smart Lock: Android 5.0 bringt einige neue Funktionen, die gezielt den Einsatz in Unternehmen sicherer machen sollen.

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Googles mobilem Betriebssystem mit sich. IT-Profis stellen sich aber natürlich die Frage, was die neue Android-Version für IT-Abteilungen und die Unternehmenssicherheit bedeutet.

Android 5.0 Lollipop, früher auch schlicht als Android L bezeichnet, löst bei Android-Fans bereits seit seinem Debüt auf der Google-I/O-Konferenz im Juni 2014 große Begeisterung aus. Android 5.0 ist wie üblich mit neuen Nexus-Geräten von Google auf den Markt gekommen: Dem Smartphone Nexus 6, dem Tablet Nexus 9 und der TV-Box Nexus Player. Auf letzterer läuft Googles neueste Version von Android TV, die auf Android 5.0 basiert. Inzwischen haben aber auch ältere Nexus-Geräte sowie mehr und mehr Smartphones und Tablets anderer Hersteller das Update auf Android 5.0 erhalten.

Die aktuellste Iteration des Android-Betriebssystems bringt diverse neue Funktionen wie die neue ART-Runtime oder native 64-Bit-Unterstützung mit sich, von der sowohl Konsumenten als auch Unternehmen und IT-Abteilungen profitieren dürften. Spezielle Security-Features wiederum richten sich gezielt an den Business-Einsatz.

Wie profitiert die Sicherheit von den verbesserten neuen Funktionen in Android Lollipop?

Android 5.0 Lollipop stellt verbesserte Security-Attribute zur Verfügung. Die Verschlüsselung der Daten ist auf neuen Geräten automatisch aktiviert, um persönliche Informationen und Unternehmensdaten besser zu schützen. Neu bei Lollipop ist auch, dass jetzt für alle Anwendungen SELinux (Security Enhanced Linux) Enforcing Mode erforderlich ist. Diese Funktion kontrolliert die Anwendungsberechtigungen auf der untersten Ebene des Betriebssystems. Somit ist es für mobile Malware schwieriger, Geräte zu infizieren.

Eine weitere neue Funktion ist Android Smart Lock. Es verwendet die NFC-Funktechnik (Near-Field Communication) und Bluetooth korrespondierender Geräte, um Smartphones und Tablets zu entsperren. Damit sollen Anwender im Grunde motiviert werden, Ihre Geräte auch tatsächlich zu sperren, weil das Entsperren mit Smart Lock vereinfacht wird. Google hat nun auch das Entsperren auf Basis des Standorts integriert. Auch damit soll das Sperren und Entsperren der Android-Geräte erleichtert werden.

Mehrere mögliche Nutzerkonten und Gast-Modi auf einem Gerät sind zwei weitere interessante Funktionen von Android Lollipop. Diese Optionen bestanden für Tablets bereits in früheren Android-Versionen, neu ist jetzt aber auch die Verwendung auf Smartphones. Genau wie bei Desktops und Laptops limitieren diese Modi die Möglichkeiten weiterer Benutzer, also beispielsweise die Rechte bei Konfiguration und Systemeinstellungen oder den Zugriff auf bestimmte Apps. So kann der Administrator des Gerätes, also der Besitzer, Gästen beispielsweise nur bestimmte Apps freigeben. Neue Bildschirm-Pinning-Möglichkeiten vermeiden, dass Anwender Informationen sehen, die sie nicht sehen sollten. Hier geht es zum Beispiel um sensible Unternehmensinformationen.

Welche Funktionen in Android Lollipop richten sich speziell an Unternehmensumgebungen?

Google positioniert Lollipop auch als Chance für IT-Profis, die sich mehr Management-Funktionen durch Android for Work gewünscht haben. Diese neue Initiative erleichtert das Benutzen von sicheren Containern. Zu diesem Zweck wurde auch Samsungs Container-Technologie Knox in Android 5.0 integriert. Damit können IT-Abteilungen persönliche Informationen und Apps der Anwender von Unternehmensanwendungen trennen.

Adressiert Lollipop in irgendeiner Weise das Problem der Fragmentierung von Android?

Google hoffte, mit Lollipop auch die inzwischen hinlänglich bekannten Probleme der Fragmentierung zwischen den verschiedenen Android-Versionen in den Griff zu bekommen. Derzeit läuft laut Googles Entwickler-Portal beispielsweise noch immer auf mehr als neun Prozent aller Android-Geräte die bereits deutlich angestaubte Android-Version 2.3 Gingerbread, die nächste Iteration Android 4.0 Ice Cream Sandwich kommt auf 7,8 Prozent. Mit knapp 50 Prozent ist auf dem größten Teil aller Android-Smartphones und –Tablets inzwischen Android 4.1/4.2/4.3 Jelly Bean installiert, während die Vorgängerversion von Lollipop, Android 4.4 KitKat, auf knapp 34 Prozent kommt.

Mit Android 5.0 wollte man Gerätehersteller überzeugen, weniger am Betriebssystem selbst zu modifizieren und mehr über Anpassungen einzelner Apps zu arbeiten. Diese lassen sich später wesentlich unkomplizierter aktualisieren als das komplette Betriebssystem. Dieser Plan ist bislang allerdings nicht aufgegangen, da die meisten Gerätehersteller nach wie vor lieber direkt die Betriebssystemversion ihrer Geräte modifizieren.

Google springt hier aber mehr und mehr in die Bresche und entkoppelt Funktionen wie den Kalender, die E-Mail- und Foto-App etc. immer weiter vom Kern des Betriebssystems. Wichtige neue Funktionen wie zum Beispiel Android for Work gibt es allerdings nur für Lollipop und nicht für Geräte mit älteren Versionen. Wer auf eine Lösung des Fragmentierungsproblems gehofft hat, wird sich wohl noch etwas gedulden müssen.

Artikel wurde zuletzt im Dezember 2014 aktualisiert

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