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Moderne Rechenzentren benötigen neue ADC-Funktionen

Ein Application Delivery Controller (ADC) verwaltet Client-Verbindungen zu Web- und Enterprise-Anwendungen - virtuell oder als Hardware-Appliance.

Die Rechenzentren der nächsten Generation erfordern einen neuen Ansatz für die Layer 4 bis 7 von Netzwerken, sprich die Transportschicht (Transport Layer), Sitzungsschicht (Session Layer), Darstellungsschicht (Presentation Layer) und Anwendungsschicht (Application Layer).

Load Balancing ist heute Standard, da eine Vielzahl von Open-Source-Technologien bereits in softwaredefinierten Architekturen eingesetzt werden. Zusätzlich benötigen Unternehmen Application Delivery Controller (ADC) mit fortschrittlichen Cloud- und Sicherheitsdiensten sowie APIs und Plug-ins, die sich in eine Vielzahl von Architekturen integrieren lassen. Darüber hinaus gewinnt Software auf den Layern 4-7 von Netzwerken gegenüber Hardware zunehmend an Überhand – das ist eine entscheidende Komponente von ADC-Funktionen. Ein Application Delivery Controller verwaltet Client-Verbindungen zu komplexen Web- und Enterprise-Anwendungen.

Enterprise Management Associates (EMA) veröffentlichte im Oktober 2017 die 65-seitige Studie Enterprise Data Center Network Transformation darüber, wie führende IT-Organisationen die Vernetzung von Rechenzentren für eine Cloud-basierte Zukunft neu erfinden. Der Bericht beruht auf einer Befragung von 200 IT-Fachleuten aus dem Unternehmen, die aktiv an Projekten zur Transformation von Netzwerken im Rechenzentrum beteiligt sind. Er identifiziert die Anforderungen und Herausforderungen, die in den modernen Rechenzentren der Unternehmen mit dem Thema ADC verbunden sind.

Virtuelle ADCs sind unverzichtbar

In den befragten Unternehmen sind virtuelle ADCs Mainstream. Siebzig Prozent der in der EMA-Forschung erfassten Projekte verwenden virtuelle ADCs, und der durchschnittliche Anwender virtueller ADCs bedient damit 58 Prozent der Anwendungs-Workloads. Der zweite Prozentsatz legt nahe, dass die meisten Unternehmen einen hybriden Ansatz für die Layer 4 bis 7 der Netzwerke mit einer Mischung aus ADC-Appliances und virtuellen ADCs verfolgen.

Die ADC-Virtualisierung bringt einige Herausforderungen mit sich, wenn auch vielleicht nicht die, die man erwarten könnte. Beispielsweise gaben nur wenige IT-Experten an, dass sie bei virtuellen ADCs mit geringer deterministischer Hardware-Performance zu kämpfen hatten. Auch die mangelnde Funktionsparität zwischen virtuellen ADCs und ADC-Appliances spielt eine geringe Rolle.

Das größte Problem stellt stattdessen die Inkompatibilität mit Cloud- oder Netzwerk-Orchestrierungssystemen dar. Einige ADC-Anbieter haben hier noch Nachholbedarf, wenn es etwa um die Integration mit Cisco ACI, VMware NSX, OpenStack Neutron oder einem kommerziellen Cloud-Softwaresystem geht. Die beiden anderen großen Herausforderungen bei der ADC-Virtualisierung sind die komplexe Lizenzverwaltung sowie die Komplexität der Servicekette.

Die Wunschliste mit idealen ADC-Funktionen

Die EMA bat die Teilnehmer der Studie außerdem, die wichtigsten Eigenschaften der ADC-Plattform zu nennen, die für ihre Projekte zur Transformation der Netzwerke im Rechenzentrum notwendig sind – unabhängig davon, ob sie virtuelle ADCs oder Appliances verwenden.

An erster Stelle der zentralen ADC-Funktionen steht die Skalierbarkeit, die über Hardware oder Software erreicht werden kann. Zweitens wollen die Befragten ressourceneffiziente ADCs, die optimal abgestimmt sind, um mit wenigen Funktionen die spezifischen Anforderungen der jeweiligen Anwendungen zu erfüllen. Die Zeiten von monolithischen Plattformen, die mehrere Anwendungen bedienen, sind vorbei.

Weitere wichtige Merkmale der Plattform sind die Integration mit Orchestrierungs-Frameworks wie OpenStack, die Programmierbarkeit der Plattform und die Integration eine Public Cloud-Umgebung wie Amazon Web Services oder Microsoft Azure. Die letztere Anforderung signalisiert, dass Unternehmen nach einer gemeinsamen Betriebsumgebung für Layer-4-7-Netzwerke in ihren lokalen Rechenzentren und Public Cloud-Bereitstellungen suchen.

Wunschliste für Application Delivery Controller (ADC)
Abbildung 1: Wunschliste für Application Delivery Controller (ADC)

Sicherheit und Identität als zentrale ADC-Funktionen

Welche Merkmale von ADCs sind den Teilnehmern der Studie aktuell für die Transformation ihrer Netzwerke im Rechenzentrum am wichtigsten? Ganz oben auf der Liste steht die integrierte Sicherheit mit Web Application Firewalls (WAF) oder dem Schutz vor DDoS-Attacken (Distributed Denial of Service), dicht gefolgt von IAM (Identity and Access Management). Weitere wichtige Funktionen waren Datenkomprimierung, beschleunigte SSL-Verschlüsselung (Secure Sockets Layer) und umfassendes Load Balancing.

Die Nebenrolle spielen traditionelle lokale Technologien für Load Balancing wie Layer-7-Load Balancing, Layer-4-Load Balancing und Round Robin. Diese Funktionen gehören zum Standard, seit DevOps-freundliche Open-Source-Alternativen wie HAProxy verfügbar sind. 

Die ADC-Virtualisierung wird sich künftig als Mainstream durchsetzen, der Weg dorthin wird aber steinig sein. Die Skalierbarkeit von Soft- und Hardware wird ebenso wichtig sein wie die Integration in Public-Cloud-Umgebungen und Orchestrierungssysteme. Auch fortschrittliche Services wie Sicherheit und Identitäts-Management gehören künftig wesentlich zu ADCs.

EMA bietet in einem kostenlosen Webinar detaillierte Informationen zu den Ergebnissen der Studie rund um die Transformation von Netzwerken im Rechenzentrum an.

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Artikel wurde zuletzt im Dezember 2017 aktualisiert

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