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Intent-based Networking ist ideal für Unified Communications

IT-Teams in Unternehmen können mit Hilfe von Intent-based Networking die Konfiguration und Verwaltung von Sprach- und Videokommunikation automatisieren.

Nachdem jetzt auch Cisco den Markt für Intent-based Networking für sich entdeckt hat, giert die Community der Unternehmens-IT nach Beispielen, wie sich diese Technologie nutzen lässt, um die Netzwerkinfrastruktur zu rationalisieren und zu automatisieren.

Ein einfacher Anwendungsfall ist die Konfiguration und Verwaltung von Datenübertragungen in Echtzeit, wie etwa einheitliche Sprach- und Videokommunikation. Denn welche bessere Möglichkeit gibt es, Unified Communications (UC) in Echtzeit zu unterstützen, als mit einem Netzwerk, das auch in Echtzeit lernt, reagiert und sich an Netzwerkveränderungen anpasst?

Intent-based (zielbasiertes) Networking könnte die Art und Weise revolutionieren, wie wir Netzwerke implementieren und verwalten, um Bandbreite und Latenz für zeitkritische UC-Datenströme zu steuern. Dazu müssen wir zunächst einmal verstehen, wie Netzwerk-Administratoren diese Aufgabe mit herkömmlichen Konfigurationsmethoden bewältigen.

Heutzutage sind die meisten LAN-Netzwerkgeräte für Unternehmen - einschließlich Router, Switches, Firewalls und Wireless LANs – für Quality of Service (QoS) konfiguriert. QoS dient dazu, den wichtigen und kritischen Datenverkehr zu identifizieren und ihm dann im Netzwerk den Vorzug vor anderen Daten zu gewähren. Dabei werden Echtzeit-Datenströme wie Sprache und Video häufig am stärksten priorisiert, da sie sehr anfällig gegenüber Latenz, Jitter und verlorenen IP-Paketen sind.

Netzwerk-Administratoren haben drei manuelle Aufgaben zu erledigen, um QoS korrekt zu konfigurieren. Die erste besteht darin, den Verkehr zu identifizieren, für den sie eine Richtlinie anwenden möchten. Anschließend wird jedes identifizierte Paket markiert, um es in eine eigene Richtlinien-Klasse unterteilen zu können. Im dritten Schritt wird die Richtlinie für die Klassen Inbound (eingehender Verkehr) oder Outbound (ausgehender Verkehr) der Netzwerk-Schnittstellen eingesetzt. Die Richtlinien werden verwendet, um kritische Datenströme für die sofortige Verarbeitung zu priorisieren, während andere Datenströme in die Warteschlange verschoben oder in Zeiten von Staus gelöscht werden.

Firmen müssen QoS in einem Netzwerk regelmäßig auf jedem Netzwerkgerät konfigurieren, das die QoS-Richtlinie erfordert. Zusätzlich müssen alle notwendigen Änderungen manuell Schritt für Schritt für jeden einzelnen Netzwerkknoten wiederholt werden. Mit anderen Worten: Die Konfiguration von QoS kann in großen Unternehmens-WANs unglaublich kompliziert und zeitaufwändig sein.

Netzwerk-Administratoren sparen Zeit

Wie kann Intent-based Networking die Zeit reduzieren, die Administratoren für die Bereitstellung und Änderung von QoS-Techniken für UC-Anwendungen benötigen? Die erste große Änderung ist die Ebene, auf der wir mit Anwendungen wie Sprache und Video interagieren.

Während die Administratoren in bestehenden Netzwerken Verkehrsströme auf Basis der Schichten 3 und 4 (Netzwerkschicht und Transportschicht) des OSI-Modells (Open Systems Interconnection) identifizieren müssen, kann Intent Networking auch die OSI-Schichten 4 bis 7 untersuchen (Transport-, Sitzungs-, Darstellungs- und Anwendungsschicht) und automatisch feststellen, zu welcher Art von Anwendung ein bestimmtes Paket oder Frame gehört.

Das heißt: Da die Identifikation und Kennzeichnung von Datenströmen nicht mehr manuell abläuft, wird viel Zeit gespart. Die einzige wirkliche Anforderung, die der Administrator erfüllen muss, ist das gewünschte Ergebnis des Netzwerks zu definieren – oder den gewünschten Status. Dies ist im Wesentlichen die Richtlinie, in der er festlegt, wie kritischer Datenverkehr wie Sprache, Video und andere Echtzeit-Informationen behandelt werden, die gegen Latenzen im Netzwerk anfällig sind und nicht verzögert werden sollten.

Ein Beispiel zum besseren Verständnis: Stellen Sie sich vor, Sie würden den Tempomat Ihres Autos auf 70 km/h einstellen. Abgesehen von dieser Situation stellt das Auto das Intent-based Network dar, die eingestellte Geschwindigkeit bildet die QoS-Richtlinie, die Sie für bestimmte Datenströme von UC-Anwendungen beibehalten möchten.

Manuelle Konfiguration minimiert

Beim Intent-based Networking ist es nicht mehr notwendig, die einzelnen Netzwerkknoten Schritt für Schritt manuell zu konfigurieren. Änderungen lassen sich damit wie bei jeder Software-defined Netzwerkarchitektur zentral konfigurieren; die Richtlinie wird dann auf jene Bereiche des Netzwerks übertragen, die geändert werden müssen.

Im Intent-based Network kommen maschinelles Lernen und Automatisierung zum Einsatz, um den gewünschten Netzwerkzustand in Zeiten von Ausfällen, Engpässen oder anderen Problemen, die die Netzwerkleistung beeinträchtigen können, zu optimieren und aufrechtzuerhalten. Kritische und wichtige Datenströme werden dabei, sofern möglich, um Problembereiche herumgeleitet.

Da die Anzahl und Komplexität von Echtzeit-UC-Anwendungen ständig steigt, ist es schön zu wissen, dass die Tage der manuellen Konfiguration von Netzwerken mit herkömmlichen QoS-Techniken eines Tages der Vergangenheit angehören werden.

Intent-based Networking ermöglicht Netzwerk-Administratoren nicht nur die einfache Konfiguration von Richtlinien für den optimalen Fluss von Echtzeit-Streams, sondern kann auch automatisch Problembereiche umgehen, die die Geschwindigkeit bei der Datenübertragung bremsen würden. Diese Technologie spart Administratoren nicht nur Zeit, sondern optimiert und erhöht auch den Betrieb von UC-Applikationen im gesamten Unternehmensnetzwerk. Für jeden UC- und Netzwerkadministrator könnte damit ein Traum wahr werden.

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Artikel wurde zuletzt im November 2017 aktualisiert

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