Freie Wahl des Netzwerk-OS mit Open Network Install Environment (ONIE)

Durch das ONIE-Projekt (Open Network Install Environment) können Netzwerk-Administratoren wählen, welches Betriebssystem auf den Switchen laufen soll.

ONIE (Open Network Install Environment) ist ein Open-Source-Projekt, das eine Installations-Umgebung für so genannte...

Bare-Metal-Switche definiert. Zu diesen Switchen gehören sowohl existierende ODM-Switche (Original Design Manufacturer) als auch das kommende Open-Compute-Project-Netzwerk-Switch-Design. Open Network Install Environment wurde von Cumulus Networks im Jahre 2012 ins Leben gerufen. Im Jahre 2013 hat es das Open Compute Project angenommen und vorangetrieben.

Das Ziel von ONIE ist es, ein Bare-Metal-Switch-Ökosystem zu erschaffen. Man will Endanwendern und System-Administratoren die Möglichkeit geben, aus verschiedenen Anbieter-Betriebssystemen wählen zu können. Zu den Gründungsmitgliedern des ONIE-Projekts gehören Big Switch Networks, Agema, Broadcom, Edge-Core, Mellanox Technologies, Quanta und Penguin Computing.

Die Basis von Open Network Install Environment

ONIE bietet einen Installations-Assistenten für Netzwerk-Betriebssysteme. Diesen verwenden die White-Box-Switch-Hersteller, um ein Netzwerk-Betriebssystem auf ihre Switche zu installieren. Zunächst startet ein Linux-basiertes Betriebssystem auf einem Switch. Dieses erkennt und entdeckt im Anschluss die Netzwerk-Installer-Images im lokalen Netzwerk. Im Anschluss transferiert die Software das Image auf den Switch und stellt eine entsprechende Umgebung zur Verfügung, die dem Installer das Laden des Betriebssystems auf den Switch erlaubt.

Im Grunde genommen verhält sich ONIE wie ein verbesserter Boot Loader, der die Funktionen einer Linux-Umgebung nutzt. Das Betriebssystem gestattet es den Endanwendern, das gewünschte Netzwerk-OS auf die gleiche Weise zu installieren, wie man das vom Server-Provisioning kennt.

Shrijeet Mukherjee ist Vize-Präsident der Engineering-Abteilung bei ONIE und zugleich Sprecher des Projekts. Er sagte, dass sein Team und er vor ONIEs Erschaffung im Jahre 2012 nach einer Standard-Methode gesucht haben, um Netzwerk-Inbetriebnahme für Netzwerk-Hardware zu realisieren.

„Das war ein Problem.“, sagte er. „Das zweite Problem war die Art und Weise, wie man die Images managt oder wie man die Black Boxes versteht. Die meisten dachten sich wohl, dass man nicht kapieren müsste, wie die Hardware funktioniert. Jemand gibt mir einen Schalter für Image-Upgrades, den ich dann drücke, wenn ich das Abbild aktualisieren muss.“, fügte er an.

Cumulus vertritt im Hinblick auf White Box Switching allerdings die Ansicht, dass man das Netzwerk mehr wie Server betrachten solle. Die Firma sucht darauf hin ein offenes Ökosystem, damit man alles Notwendiges installieren kann. Das Ökosystem ähnelt dabei einem Server und interagiert mit dem Netzwerk auf verschiedenen Ebenen.

Mukherjee sagt: „Das ist der Hintergrund. Wir haben das Netzwerk-Installations-Problem gelöst und nun verhält sich das Netzwerk wie ein Server. Auf der einen Seite ist es eine sehr einfache Software. Auf der anderen Seite ist es eine sehr wichtige Software-Komponente.“

Laut Mukherjee waren vier der großen ODM-Partner von Cumulus sofort mit an Bord. „Für sie war es ein interessanter Ansatz. Es ist eine Win-Win-Situation für alle betroffenen Parteien. In dieser Branche ist es einzigartig, an ein Problem unparteiisch heranzugehen. Wir glauben, dass es keine Vorteile gibt, etwas nur Cumulus-spezifisches zu erschaffen. Das Konzept funktioniert nur, wenn das globale Ökosystem an die Unparteilichkeit glaubt und deswegen mitmacht.“

Durch ONIE können Zulieferer und Wiederverkäufer ihre Geschäftsbetriebe auch effizienter steuern, da sie nur eine kleine Anzahl an Hardware vorrätig haben müssen. Dadurch ergeben sich wiederum Einsparungen bei der Herstellung, der Verteilung und der Lagerung.

ONIE und das Open Compute Project

Kurz nach der Gründung begann ONIE, sich auch am OCP (Open Compute Project) zu beteikigen, um Open-Source-Netzwerk-Software weiter zu verbessern. Mukherjee erklärte, dass OCP an seiner Netzwerk-Strategie feilte und man hat sich dazu entschied, mit der Standardisierung von White-Box-Optionen zu beginnen. Allerdings gab es laut Mukherjee eine „Flut an White-Box-Optionen, die alle anders aussahen … und es gab keinen Möglichkeit, diese unter einen Hut zu bringen.“

Dafür schlug ONIE der OCP vor, alles zu Standardisieren. „So lange der Installer Plattform-unabhängig ist, kann ich für alle Boxen in meiner Infrastruktur den gleichen verwenden. Dieser Umstand war für die Netzwerk-Strategie des OCP attraktiv.“, sagte Mukherjee. Seitdem ist ONIE ein wichtiger Eckpfeiler von OCP. „Darüber verlieren wir nicht einmal mehr viele Worte. Es ist eine De-Facto-Voraussetzung für die Bereitstellung von Netzwerk-Ausrüstung im OCP.“

Die White-Box-Konversation weiter fördern

Im Moment glauben Mukherjee und sein Team, dass White-Box-Switching die „notwendige Konversation war“.

„Die Festlegung eines grundlegenden und vor allen Dingen Hardware-unabhängigen Installers ist ein wichtiges Fundament.“, sagte er. Sieht man sich ONIE allerdings über den White-Box-Tellerrand hinaus an, bekommen Anbieter von Kunden einige unbequeme Fragen gestellt, fügte er an.

„Moderne Data Center sind einem immensen Druck ausgesetzt … jeder möchte die Dinge zur Verfügung stellen oder einsetzen, die er am meisten schätzt. Heutzutage muss ONIE die Frage 'Stellen Sie Hardware oder Software zur Verfügung?' sehr detailliert beantworten. Und wenn sie sich sich dies selbst fragen, hat das Auswirkungen.“, sagte Mukherjee.

„Mit ONIE als Standard sind monolithische Hardware-Anbieter oder eine Abstraktion dazwischen nicht mehr nötig. Heutzutage müssen sich Hersteller die Fragen gefallen lassen, warum deren Box monolithisch ist und warum man kein anderes Betriebssystem installieren kann. Das gleiche gilt auch für den Kauf von Software und warum man nicht auf andere Hardware umsteigen kann. Derzeit gibt es hier interessante Diskussionen, die sich außerhalb des White-Box-Switchings abspielen.“, fügte er an.

Artikel wurde zuletzt im September 2014 aktualisiert

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