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Enterprise-Netzwerk-Design für die Hybrid Cloud optimieren

Immer mehr Firmen setzen auf die Public und Hybrid Cloud. Ohne das Design des Unternehmensnetzwerks anzupassen, drohen aber Performance-Einbußen.

Die Einführung von Public Cloud und Hybrid Cloud wirkt sich erheblich auf das Design von Unternehmensnetzwerken aus. Es entstehen neue Engpässe, und einige Firmen müssen ihre Netzwerkkonfigurationen anpassen, um die benötigte Performance zu gewährleisten.

Insbesondere im Zusammenhang mit der Hybrid und Public Cloud rücken die WAN-Verbindungen (Wide Area Network) des Netzwerks stärker in den Mittelpunkt. Unternehmen müssen ihre Data Center an die Standorte ihres Public-Cloud-Providers anbinden und verlassen sich zu diesem Zweck häufig auf ihre bestehenden Internetleitungen. Dieser Ansatz zeigt allerdings einige Schwächen.

Der erste Nachteil betrifft die Bandbreite. Traffic, der sich zuvor nur im Bereich des Data Centers bewegte, muss jetzt über eine externe Verbindung das eigene Netzwerk verlassen, wodurch im Allgemeinen der WAN-Traffic zunimmt. Als Konsequenz daraus müssen Organisationen eventuell ihre Internetleitungen aufrüsten. Das kann recht teuer werden: Die Preisgestaltung hängt vom Standort eines Unternehmens und der benötigten Bandbreite ab.

In einigen Fällen kann es auch vorkommen, dass eine schnellere Anbindung nicht erhältlich ist. Die Carrier stellen Hochgeschwindigkeitsleitungen nur in dichtbevölkerten Gebieten mit einer entsprechend hohen Nachfrage zur Verfügung. Während die im städtischen Bereich ansässigen Unternehmen in der Regel eine Vielzahl von Optionen offenstehen, gestaltet sich die Suche im ländlichen Raum meist deutlich schwieriger.

Zudem wird die Bandbreite im öffentlichen Internet in chronologischer Reihenfolge nach dem Prinzip Wer zuerst kommt, mahlt zuerst vergeben. Infolgedessen ist die Verfügbarkeit des Netzwerks nicht garantiert. Verzögerungen beim Freigeben von Bandbreite können zu Übertragungsschwierigkeiten führen. In einigen Fällen erreichen dadurch Dateien möglicherweise nicht ihr Ziel in der Public Cloud und müssen erneut gesendet werden. Falls die Nutzer große, komplexe Dateien, zum Beispiel technische Dokumentationen oder Videos, austauschen müssen, sind öffentliche Internetverbindungen keine allzu gute Wahl.

Enterprise-Netzwerk-Design: Privat statt öffentlich

Anstelle einer öffentlichen Internetverbindung können Unternehmen eine private Netzwerkanbindung verwenden, die als Direktverbindung von ihrem Netzwerk zum Netzwerk des Cloud-Providers dient. Einige Cloud-Provider bieten Nutzern solche Anbindungen gegen zusätzliches Entgelt an.

„Wir erleben in zunehmendem Maße, dass Cloud-Anbieter, etwa Amazon Web Services, enger mit Carriern, beispielsweise AT&T, zusammenarbeiten, um ihren Kunden Netzwerkverbindungen mit einer hohen Geschwindigkeit zur Verfügung zu stellen“, erklärt Brad Casemore, Research Director Datacenter Networks bei IDC.

Eine Option besteht darin, einen Internet Exchange Point einzurichten, eine Hochgeschwindigkeitsverbindung zwischen den zwei Netzwerken. Solche Verbindungen beseitigen Internetverzögerungen, verbessern die Netzwerk-Performance und erhöhen die Zuverlässigkeit von Übertragungen.

Anstelle einer öffentlichen Internetverbindung können Unternehmen eine private Netzwerkanbindung verwenden, die als Direktverbindung von ihrem Netzwerk zum Netzwerk des Cloud-Providers dient.

Gemietete Leitungen, die zum Beispiel Frame Relay oder Asynchronous Transfer Mode (ATM) als Übertragungstechnik nutzen, stellen eine weitere Möglichkeit für das Enterprise-Netzwerk-Design dar. Diese Verbindungen erhöhen die Komplexität des Netzwerks, da die Anwender Management-Tools und Einblick in die Verbindungen eines Anbieters benötigen, verbessern im Gegenzug jedoch die Netzwerkverfügbarkeit, da der Traffic von außerhalb den Datenaustausch nicht behindern kann.

Virtuelle private Netzwerke (VPNs) bieten eine zusätzliche Option. Zwei Varianten stehen Ihnen hierbei zur Verfügung. Einige VPNs basieren auf Layer-3-Protokollen, zum Beispiel Multiprotocol Label Switching (MPLS) und Border Gateway Protocol (BGP), die auf Router-Ebene arbeiten. Andere beruhen auf Layer-2-Services, etwa Ethernet over MPLS und Overlay Transport Virtualization, die auf Switch-Ebene arbeiten.

Wenn Unternehmen neue WAN-Services einsetzen, müssen sie über die Kosten Bescheid wissen. Oft bieten die Provider variable Preismodelle an: die Bandbreite wird pro Megabyte berechnet, Netzwerk-Appliances entsprechend der CPU-Auslastung, und die Datenprotokollierung erfordert flexiblen Speicherplatz. Die monatlichen Gesamtgebühren können von Monat zu Monat erheblich schwanken.

Eine Pauschale lässt sich leichter im Budget vorsehen, weil ein Unternehmen jeden Monat eine feste Summe ausgibt. Allerdings bezahlt eine Firma auf diese Weise möglicherweise auch für Netzwerkbandbreite, die sie nicht jeden Monat in Anspruch nimmt.

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Artikel wurde zuletzt im November 2016 aktualisiert

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