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Die Funktionen und Herausforderungen von Android for Work verstehen

Mit Android for Work adressiert Google endlich die Anforderungen von Unternehmen, um das mobile Betriebssystem für Firmen attraktiver zu machen.

Android for Work ist ein revolutionärer Schritt, den Unternehmen das Management für Android zu vereinfachen und die Fragmentierung einzudämmen.

Android for Work wurde mit Android 5.0 Lollipop vorgestellt. Es ist mobiles Geräte-Management und zugleich ein Framework für die Trennung von Daten. Wie es bei Android üblich ist, gibt es trotz der vielen Vorteile weiterhin große Herausforderungen und Ausnahmen.

Android hatte bis Version 2.2 im Prinzip keine Management-Funktionen für Unternehmen. Damals im Jahre 2010 wurde das Device Administrator API vorgestellt. Durch die Verwendung dieses APIs konnten Anbieter von EMM-Anwendungen (Enterprise Mobility Management) entwickeln, die mithilfe von Agenten einfache Richtlinien erzwingen konnten. Ebenso war Remote Wipe möglich und in späteren Versionen auch ein Verschlüsselungszwang durchsetzbar. Die fortschrittlicheren Enterprise-Funktionen waren den individuellen Geräteherstellern vorbehalten, die ihre eigenen Management-APIs für Android auslieferten. Samsung war an dieser Stelle mit SAFE und Knox führend.

Das Resultat waren vielfältige Möglichkeiten für das Management und das führte wiederum zu einem fragmentierten Markt. In einigen Fällen können sich Firmen auf ein Gerät einigen, das dann als Standard ausgegeben wird. Erlauben Unternehmen allerdings BYOD und setzen auf heterogene Umgebungen, dann kann die Fragmentierung zu großen Kopfschmerzen beim Management führen.

Wie es funktioniert

Google hat Android for Work im Jahre 2014 angekündigt und es wurde stufenweise mit Android 5.0, 5.1 und 6.0 veröffentlicht.

Android for Work bietet, was im Allgemeinen als ein Arbeitsprofil auf einem Gerät bezeichnet wird. Es ist eine abgetrennte, verwaltete Umgebung. Ein Arbeitsprofil erlaubt EMM-Agenten weiterhin eine einfache Kontrolle über das komplette Gerät. In der Regel handelt es sich hier um das Sperren des Bildschirms und die Richtlinien zur Verschlüsselung. Die EMM-Agenten haben auch komplette Kontrolle über die Unternehmensdaten innerhalb des Arbeitsprofils. Sie können Anwendungen installieren, Anwenderkonten und Anmeldedaten einrichten, VPNs konfigurieren und in diversen Anwendungen Einstellungen ändern.

Android for Work ist der größte Fortschritt für Unternehmen, den Android jemals gemacht hat.

Um Datenverlust zu vermeiden, dürfen die Anwendungen oder Apps in den Arbeitsprofilen nicht mit den persönlichen Teil kommunizieren. Von den EMM-Agenten installierte Firmenkonten und Anmeldeinformationen sind nur im Arbeitsprofil verfügbar. Auch wenn die Anwendungen und Daten für die Arbeit von den persönlichen Apps und Informationen getrennt sind, hat sich Google angestrengt, die Anwendererfahrung beim Wechsel zwischen beruflichen und privatem Teil so angenehm wie möglich zu machen. Die Symbole für die persönlichen Apps und die für das Unternehmen lassen sich auf dem Bildschirm des Geräts nebeneinander ablegen. Die Benachrichtigungen zeigen sich alle in einem Datenstrom. Alle kürzlich verwendeten Anwendungen erscheinen in der Task-Switcher-Ansicht. Anwendungen für die Arbeit und die entsprechenden Benachrichtigungen sind mit einem kleinen Abzeichen oder Symbol versehen, damit sie sich einfach unterscheiden lassen.

Android for Work bietet auch einen Besitzermodus für das Gerät. Damit lassen sich Geräte abriegeln, die von mehreren Nutzern verwendet werden. Mögliche Einsatzgebiete dafür sind auch Kiosks, Informationsbildschirme oder eingebettet (embedded) Geräte.

Ältere Geräte bieten kein Android for Work und besitzen somit die entsprechenden Leistungsmerkmale nicht. Für diese bietet Google die Android for Work-App. Die Software ist ähnlich zu anderen spezialisierten Container-Apps für Unternehmen. Sämtliche Funktionen für Sicherheit und Management sind direkt in die Apps eingebaut, da sie via Betriebssystem nicht verfügbar sind. Google bietet eine Reihe an grundlegenden Apps für die Produktivität an, die ähnliche Sicherheits- und Management-Komponenten enthalten. Sie können sicher mit der Android for Work-App kommunizieren und so Datenverluste verhindern. Apps von Dritten müssen speziell modifiziert werden, damit sie die angesprochenen Funktionen bieten.

Um die Funktionen von Android for Work zu ergänzen und zusätzliche Unterstützung für die Mobilität im Unternehmen zu liefern, hat Google ebenfalls Play for Work zur Verfügung gestellt. Play for Work ist ein Ableger von Googles Haupt-App-Store. Darüber haben Firmen die Möglichkeit, Apps für Android in größeren Mengen zu erwerben. Weiterhin kann das Unternehmen damit im eigenen Haus entwickelte Apps für die Firma hosten und ausliefern.

Es ist weiterhin Arbeit notwendig

Weil Android for Work ein Teil von Android selbst ist, sollte das bei der Reduzierung der Fragmentierung helfen. Die Hersteller der Geräte müssen natürlich keine eigenen und proprietären Management-APIs mehr entwickeln und ausliefern.

Einige Android-Geräte bekommen allerdings keine regelmäßigen Updates für das Betriebssystem und die Unterstützung von Android for Work ist nicht zwingend vorgeschrieben. Aus diesem Grund ist die Liste der Hardware mit Kompatibilität zu Android for Work immer noch sehr überschaubar. Die meisten hochwertigen Geräte von den großen Herstellern wie zum Beispiel Samsung, HTC, Motorola und so weiter unterstützen Android for Work. Viele günstigere oder weniger populäre Geräte bieten noch keine Unterstützung.

Android for Work verlangt von EMM-Anbietern ebenfalls, dass sie ihre eigenen Agenten-Apps entwickeln, damit unterschiedliche Funktionen möglich sind. Einige unterstützen beispielsweise die Android for Work-App nicht.

Am wichtigsten ist aber, dass es sich bei Android for Work lediglich um ein Software-Framework handelt. Es gibt sehr viele Abweichungen bei den Konfigurationen für die Hardware. Die behördlichen Zertifizierungen für die regulierten Branchen basieren oftmals auf speziellen Anforderungen an die Hardware und die Geräte. Fallen Unternehmen in diesen Bereich, dann müssen sie weiterhin auf spezialisierte Produkte wie zum Beispiel Samsung Knox setzen.

Trotz dieser Vorbehalte wird Android for Work bessere und konsistentere Leistungsmerkmale zur Verfügung stellen, die es in dieser Form bisher nicht gegeben hat. Es handelt sich um den größten Fortschritt für Unternehmen, den Android jemals gemacht hat.

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Artikel wurde zuletzt im April 2016 aktualisiert

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