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Notfall-Management mit Business Continuity und Disaster Recovery

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Die Auswirkungen von WAN-Ausfällen (Wide Area Network) abschätzen

Fällt das WAN (Wide Area Network) aus, kostet das Geld. Diese Kosten lassen sich immer direkt bestimmen. Wir geben Tipps zur Ausfallkostenberechnung.

Irgendwann muss sich leider jeder Systemadministrator mit Netzwerkausfällen in seiner Firma herum plagen. Um entsprechende...

Gegenmaßnahmen für den Ausfall des Enterprise-WAN (Wide Area Network) einleiten zu können und die Ausfallzeit für den außenstehenden Anwender minimieren zu können, müssen Sie die Bedeutung eines Ausfalls vollständig verstehen. Im Speziellen geht es hier um den Verlust von Produktivität und Sales. Ein WAN-Techniker kann sich mit wenigen Daten einen Überblick verschaffen, was ein Ausfall des WAN für eine Firma bedeutet und Zweigstellen plötzlich vom Rest des Netzwerks abgeschnitten sind.

WAN-Anbieter knallen Ihnen gerne und schnell einige atemberaubende Zahlen auf den Tisch. Das gilt vor allen Dingen für diejenigen, die WAN-Redundanz oder Lösungen mit Kanalbündelung anbieten. Zum Beispiel wird dieser Bericht von Gartner zu Rate gezogen. Hier behauptet man, dass große Unternehmen im Durchschnitt mit 90 Stunden Ausfallzeit zu kämpfen haben. Dies würde in etwa einem Verlust von vier Millionen US-Dollar ausmachen. Eine andere Studie von Infonetics geht noch weiter. In dieser ist zu lesen, dass die durchschnittliche Ausfallzeit vier bis fünf Mal höher ist. Leider sind die Berichte etwas angestaubt. Sie basieren auf Daten, die vor mehr als fünf Jahren gesammelt wurden. Man hat diese nicht mit neuen Zahlen der neuesten Technologie-Trends aktualisiert. Der Schritt in Richtung Managed Services für Enterprise-WAN hat sich zweifellos positiv in weniger Ausfallzeiten niedergeschlagen. Gleichzeitig haben höhere Bandbreiten und einfachere Netzwerk-Strukturen, wie zum Beispiel Metro Ethernet und Wide Area Ethernet, Firmen dazu veranlasst, Applikationen von den Außenstellen wieder zurück in das zentralisierte Data Center zu verlagern. Nachdem nun weniger Dienste physikalisch vor Ort in den Zweigstellen sind, ist der Anspruch auf Zuverlässigkeit der WAN-Dienste natürlich gestiegen.

Die tatsächlichen Auswirkungen bei Ausfall des WAN quantifizieren

Die tatsächlichen Kosten beim Ausfall des WAN auszurechnen, ist für die meisten Firmen eine interessante Herausforderung. Man muss im Prinzip zwei Kostenfaktoren einbeziehen. Zunächst sind da die durchschnittlichen Fixkosten und Personalkosten der Angestellten, die plötzlich und gezwungenermaßen untätig herumsitzen. Dann gibt es noch die Verluste von potentiellen Verkäufen und anderen Geschäften einzukalkulieren.

Ganz offensichtlich lassen sich die Fixkosten leichter einschätzen. Die Stromkosten der Zweigstelle und Kosten des sich dort befindlichen Personals lassen sich relativ einfach auf Stundenbasis aufschlüsseln. Multiplizieren Sie diese Kosten mit der Anzahl des Personals und den Stunden der WAN-Ausfallzeit, können Sie sich ein recht gutes Bild machen. Ein Element wird in dieser Rechnung allerdings oft und gerne vergessen. Es ist der benötigte Zeitraum, um wieder in den Normalbetrieb über zu gehen. Haben die Angestellten während des Ausfalls zum Beispiel auf manuelle Prozesse umgestellt, brauchen die Mitarbeiter Zeit, um die IT-Systeme zu aktualisieren. Dabei ist es egal, ob Rechnungen in das System eingetragen oder Inventarlisten auf den neuesten Stand gebracht werden müssen. Diese Übergangsperiode dürfen Sie bei so einer Rechnung nicht außer Acht lassen. Sie wirkt sich auch bei kurzen Ausfallzeiten stark aus.

Kompliziert wird es bei einem Netzwerk-Ausfall, wenn wir die schwer einschätzbaren Kosten bestimmen wollen. Es ist zum Beispiel unmöglich herauszufinden, wie viel Sie an potentiellen Verkäufen verloren haben. Hätte ein möglicher Kunde aus Frustration den Laden verlassen oder gewartet, bis die Systeme wieder online waren? Dieser Teil der Verlustrechnung ist von Geschäftsbereich zu Geschäftsbereich komplett unterschiedlich. Das gilt auch für die Zweigstellen innerhalb eines Unternehmens. Ist ein Ladengeschäft abgeschnitten, ist der Kostenfaktor sicherlich ein anderer als wenn ein Büro mit Angestellten keinen Netzwerkzugriff hat. Weil die Variablen bei den schwer zu einschätzenden Zahlen so vielseitig sind, raten Experten zu einer Vereinfachung der Situation. Sie sollten an dieser Stelle den Unternehmens-Profit auf den einzelnen Angestellten umlegen. Nun können Sie pro Stunde einschätzen, was der Ausfall kostet. Diese Herangehensweise macht es wesentlich einfacher, eine vernünftige Zahl auf den Tisch zu legen. Allerdings sollten Sie die Firma und die Zweigstelle in einem vernünftigen Kontext bemaßen.

Wer ist von einem WAN-Ausfall am meisten betroffen?

Technisch gesehen ist ein Ausfall des WAN für alle Unternehmen gleich. Das ist unabhängig von der Größe der Firma. Allerdings gibt es zwischen den großen und kleinen oder mittelständischen Firmen große Unterschiede, wie sie auf WAN-Ausfälle reagieren können. Kleinere Unternehmen können sich in der Regel den Luxus nicht leisten, dediziertes Netzwerk-Personal zu haben, das sich gezielt und exklusiv um die WAN-Wehwehchen kümmert. Ähnliches gilt auch, wenn ein regionaler oder nationaler Ausfall zu beklagen ist. Große Firmen erhalten hier sicher eine Priorität beim Wiederherstellen der Netzwerk-Verbindung. Kleinere Organisationen müssen dann eben warten, bis sie an der Reihe sind. Sie sollten also wissen, wo sich Ihr Unternehmen auf der Prioritäts-Skala befindet. Das erleichtert die Herangehensweise, um WAN-Ausfälle möglichst gering zu halten.

WAN-Downtime abschwächen

Wie Sie auf einen Ausfall des Wide Area Network reagieren, verhält sich proportional zu den Auswirkungen für Ihr Unternehmen. Für große Finanzinstitute ist ein komplett redundantes WAN sicherlich gerechtfertigt. Für eine kleine Firma ist diese Option ohne Frage zu kostspielig. Kleinere Organisationen müssen einen Mittelweg finden. Dieser sollte die Kosten im Auge behalten und dennoch einen alternativen Zugriff im Falle eines Ausfalls bereitstellen.

Die Möglichkeit eines WAN-Ausfalls sollten Sie auch auf der Agenda haben, wenn Sie neue Applikationen und Dienste im WAN ausrollen. Vielleicht setzen Sie aus Kostengründen eine VoIP-Lösung ein, die direkt mit dem zentralen Data Center verbunden ist. Dennoch sollten Sie sich die Möglichkeit einer handelsüblichen Telefonleitung offen halten. Somit würde ein WAN-Ausfall die Zweigstelle nicht komplett abschneiden. Haben Sie Applikationen im Einsatz, die nicht offline gehen dürfen? Dann ist entweder eine weitere WAN-Leitung notwendig oder Sie verteilen die Applikation anders. Wenn mit einem längeren WAN-Ausfall zu rechnen ist, sollten Ihre Netzwerk-Techniker den ausgearbeiteten WAN-Disaster-Recovery-Plan ausführen, um die Zweigstellen wieder an das Data Center anzubinden. Je nach den errechneten Verlusten können Sie einen Ausfall von mehreren Stunden bereits als ein Desaster definieren. Netzwerk-Techniker sollten jede Möglichkeit ausschöpfen, um mit den Außenstellen verbunden zu bleiben. Voraussetzung ist natürlich, dass der WAN-Ausfall das auch gerechtfertigt.

Artikel wurde zuletzt im August 2013 aktualisiert

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