Content Delivery Networks (CDN) übernehmen neue Funktionen

Content Delivery Networks (CDNs) können den Einsatz von Rich Media in einem Unternehmen möglich machen. Wir erklären, was es dabei zu beachten gilt.

Heutzutage benötigen selbst kleinere Unternehmen in der Regel eine globale Präsenz. Und was bietet sich hierfür...

besser an als das Internet. Doch nur weil das Internet so gut wie jeden Punkt auf diesem Planeten erreichen kann, heißt das nicht, dass alle Gebiete immer effizient angebunden sind.

Rich Content, besonders Videoinhalt, ist anfällig für Verzögerungen und Paketverluste auf langen Übermittlungswegen. Solche Probleme kann es zu kritischen Zeiten sogar bei der lokalen Inhaltsübermittlung geben. Es wäre schön, allerdings nicht praktikabel, wenn man zur einfacheren Übermittlung einen Content-Server neben jeden User stellen könnte. Content Delivery Networks (CDNs) sind aber schon ein richtiger Schritt in diese Richtung.

Das größte Missverständnis im Zusammenhang mit der Inhaltsübermittlung ist die Vorstellung von „dem Internet“ als ein einheitliches Netzwerk. Genau das ist es nämlich nicht. Beim Internet handelt es sich um eine Gruppe von miteinander verbundenen (oder per Peering zusammengeschlossen) unabhängigen Netzwerken, die verschiedenen Unternehmen gehören und auf geschäftlicher und technischer Ebene auf unterschiedliche Arten verwaltet werden. Wenn Benutzer versuchen, auf Ihre Inhalte zuzugreifen, durchlaufen deren Anfragen und Ihre Antworten möglicherweise mehrere, eventuell Dutzende oder mehr, dieser Netzwerke. An jedem einzelnen Punkt der Route können sie verzögert werden oder verloren gehen.

Doch in Bezug auf die Konnektivität ist das Internet ein einheitliches System. Jeder auf der Welt kann Ihre Content-Hosts erreichen – auch Personen, die versuchen, sie zu hacken oder mit Massenanfragen in die Knie zu zwingen. Letzteres ist auch als Denial-of-Service-Angriff (DoS) bekannt. Wenn Ihre Site überlastet oder gehackt wird, können die User sie nicht mehr erreichen. Ihre nicht unerhebliche Investition an Zeit und Geld, um die Aufmerksamkeit und das Vertrauen Ihrer Nutzer zu gewinnen, ist vergeudet.

Content Delivery Networks als Ausweg

Content Delivery Networks gehen diese Probleme auf einfache Weise an, indem sie eine Kopie Ihrer Inhalte in der gleichen geografischen Region hosten, in der auch Ihre Benutzer sitzen. Dieser Vorgang, als Caching oder Zwischenspeicherung bezeichnet, ermöglicht es den Nutzern, Inhalte zu finden, ohne dass dazu mehrere, miteinander verbundene Netzwerke durchlaufen werden müssen. Das führt zu einer besseren und konsistenteren Performance der Inhaltsübermittlung, von der alle User im Bereich eines Cachepunktes profitieren.

Inhaltscaches sind insofern hilfreich, als dass sie sich in der Nähe Ihrer potenziellen Benutzer befinden. Es ist demzufolge von entscheidender Bedeutung, die geografischen Standorte zu ermitteln, an denen Sie Ihre Anwender vermuten, und einen CDN-Provider mit Cachepunkten in den passenden Regionen auszuwählen. Wo mehrere Zugangsanbieter das gleiche Gebiet bedienen, ob mobil oder kabelgebunden, kann es wichtig sein, dass Sie Bescheid wissen, wie das Peering der einzelnen CDNs mit den Zugangs-ISPs (Internet Service Provider) aussieht. Auf diese Weise können Sie herausfinden, ob die Inhaltsübermittlung für Ihre gesamte Zielgruppe optimiert ist. Das ist insbesondere für die mobile Inhaltsübermittlung von Bedeutung. Die mobilen Netzwerke, in denen Ihre Nutzer tätig sind, nicht deren Heimnetzwerke, sind die Orte, für die CDN-Unterstützung nötig ist.

CDN-Schutz vor Denial-of-Service-Angriffen

Mehrere Kopien oder Caches schützen Sie gegen Hacker. CDN-Provider wiederum schützen ihre Caches vor Hacking. Und weil mehrere Kopien der Inhalte auf mehrere Standorte verteilt sind, kann ein Denial-of-Service-Angriff nicht alle Ihre Inhalte unerreichbar machen.

All das geschieht, ohne dass Sie eingreifen müssen. Der CDN-Provider ermittelt Cachepunkte an Ihren Zielstandorten und stellt die notwendigen Werkzeuge zur Verfügung (Webseiten-Tools, Verzeichnisdienste und so weiter), um Ihre Nutzer zu einem bestimmten Zeitpunkt mit dem optimalen Cachepunkt zu verbinden, egal ob die User über stationäre Breitbandverbindungen oder mobile Geräte arbeiten.

Neue Aufgaben für CDN-Provider

Viele CDN-Provider hosten zudem mehr als herkömmliche Video- und Multimediainhalte. Einige haben in der Anwendungsbeschleunigung ein zusätzliches Betätigungsfeld gefunden, indem sie komplexe Webseiten in der Cloud erstellen und zur besseren Performance optimiertes HTML für Browser liefern. Andere bieten optimierte Interaktivitätsfunktionen, die vom Textchat bis zu Sprach- oder sogar Videoverbindungen reichen. Es ist wahrscheinlich, dass im Laufe der Zeit die Funktionen von CDNs und von Cloud Computing zunehmend miteinander verschmelzen.

Das Internet-Peering erzeugt erhebliche Schwankungen der Performance – mehr als viele Anwender bereit sind zu tolerieren. CDNs sind der beste Schutz davor, dass Ihre Nutzer zu anderen Sites flüchten, weil Ihre Site dem direkten Vergleich mit der Konkurrenz nicht standhält. Jedes Unternehmen mit einer Webpräsenz, auf der Rich Content angeboten wird, sollte CDNs zumindest einmal ausprobieren.

Folgen Sie SearchNetworking.de auch auf Twitter, Google+ und Facebook!

Artikel wurde zuletzt im Oktober 2015 aktualisiert

Pro+

Premium-Inhalte

Weitere Pro+ Premium-Inhalte und andere Mitglieder-Angebote, finden Sie hier.

Erfahren Sie mehr über Anwendungsbeschleunigung und Server-Lastverteilung

0 Kommentare

Älteste Beiträge 

Passwort vergessen?

Kein Problem! Tragen Sie Ihre E-Mail-Adresse unten ein. Wir werden Ihnen eine E-Mail mit Ihrem Passwort schicken.

Ihr Passwort wurde an die folgende E-Mail-Adresse gesendet::

- GOOGLE-ANZEIGEN

SearchSecurity.de

SearchStorage.de

SearchDataCenter.de

SearchEnterpriseSoftware.de

Close