Anbieter von White Box Switches im Überblick

White Box Networking gibt Unternehmen die Flexibilität, sich für Netzwerkbetriebssysteme (NOS) und Netzwerkhardware frei entscheiden zu können.

Bei diesem Artikel handelt es sich um den zweiten Teil zum Thema White Box Switching. Der erste Beitrag behandelt...

die Vor- und Nachteile von White Box Networking.

White Boxes sind allgemein gehaltene Switches. Per se ist auf ihnen kein Betriebssystem installiert. Verschiedene Hersteller haben solche Geräte im Portfolio.

Anbieter wie zum Beispiel Accton, Delta Networks und Quanta Cloud Technology verkaufen Ihre Hardware unter den Namen Edge-Core, Agema Systems und iwNetworks. Hinzu kommt noch, dass große Namen wie zum Beispiel Dell in den Brite-Box-Markt eingestiegen sind. Als Brite Box Switch bezeichnen die Analysten von Gartner White Boxes eines Markenherstellers. Auch der Begriff Branded White Box Switch ist geläufig.

Sobald Sie sich für einen Anbieter entschieden haben, der White Box Switches verkauft, wählen Sie ein Network Operating System (NOS). Der Markt entwickelt sich derzeit sehr schnell. Außerdem gibt es viele Gerüchte über Neueinsteiger. Sowohl Startups als auch alteingesessene Anbieter wollen sich die potenzielle Gelegenheit nicht entgehen lassen. Die nachfolgende Liste hat nicht den Anspruch vollständig zu sein, gibt Ihnen aber einen Überblick:

  1. Big Switch Networks bietet das Switch Light NOS an. Das ist kein NOS, mit dem ein Administrator interagiert. Es handelt sich vielmehr um einen Agent für eine Anwendung, die einen SDN-Controller betreibt. Big Cloud Fabric und Big Monitoring Fabric von Big Switch sind Controller-Anwendungen, die White Box Switches in der Hardware via Switch Light NOS programmieren.
  2. Pica8 hat PicOS im Angebot. Es ist ein komplettes White Box NOS, das man über eine herkömmliche Kommandozeile konfiguriert. Weiterhin stehen von Pica8 moderne Automatisierungs-Tools zur Verfügung.
  3. Cumulus Networks verkauft Cumulus Linux, eine vollständige Linux-Distribution mit einer Hardwareabstraktionsschicht. Cumulus Linux richtet sich an Unternehmen, die Automatisierungs-Tools bereits im Einsatz haben, um damit die Netzwerkinfrastruktur zu managen. Es ist auch für Administratoren gedacht, die die Netzwerk-Switch-Konfiguration mithilfe solcher existierenden Tools automatisieren wollen.
  4. Juniper Networks hat die Access-Switch-Serie QFX5200  im November 2015 eingeführt. Es ist die erste Plattform, auf der eine separate Version von Junos OS eingesetzt wird. Kunden können Netzwerkservices oder Anwendungen von Drittanbietern direkt auf Juniper-Plattformen laufen lassen. Weiterhin ist es möglich, Juniper-Systeme mithilfe des Modells Open Compute Project direkt zu programmieren. Juniper bietet außerdem das System OCX1100 an. Das ist ein Brite Box Switch, auf dem eine Variante von Junos installiert ist, die ein anderes NOS laufen lassen kann. Juniper richtet sich dabei an Cloud Provider.
  5. Gigamon ist ein großer Anbieter von Network Visibility Fabrics. Die Firma hat sein GigaVUE-OS auf White Box Switches portiert.
  6. Hewlett-Packard hat ein Brite-Box-Produktlinie in sein Netzwerk-Portfolio aufgenommen. Auf dem Accton Switch läuft das NOS von Cumulus Networks. Konzipiert sind diese Switches laut HP für große Internetunternehmen und Service-Provider.
  7. Dell setzt große Hoffnung auf White Box Networking. Das Unternehmen bietet einige seiner Produkte als Open Switches an. Sie unterstützen Netzwerkbetriebssysteme von Anbietern wie Big Switch und Cumulus.
  8. IP Infusion hat seine Produkte schon immer an Netzwerkanbieter verkauft. Wer sich für White Boxes interessiert, kann nun das Produkt OcNOS beziehen.

Die großen Netzwerkhersteller sind natürlich weniger an einem offenen Modell für Networking interessiert – dadurch würde die Beziehung zu den Kunden dünner. Repräsentanten von Cisco und Arista haben die Auswirkungen von White Boxes auf dem Switch-Markt schlecht geredet. Dabei besitzen sie Network Operating Systems, die sich auf das White-Box-Modell anpassen ließen.

Käufer denken natürlich mit dem Geldbeutel. Wenn genügend Euro in Richtung der Anbieter von White Box Switches und Netzwerkbetriebssystemen wandern, dann werden sich auch die großen Anbieter bewegen müssen. Der Markt ist noch sehr jung und die Zukunft wird zeigen, in welche Richtung es geht.

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Artikel wurde zuletzt im Februar 2016 aktualisiert

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