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5G-Mobilfunk: Die Kuh und die Suche nach dem Geschäftsmodell

5G-Mobilfunk soll bis 2020 kommen. Während die Hersteller das große Geschäft wittern, suchen die Telko-Anbieter nach Optionen, wie sie die Investitionen wieder einspielen können.

Viel mehr Bandbreite und geringe Latenz sind zwei der Hauptargumente für den nächsten Mobilfunkstandard 5G. Was sich für den Endanwender sofort gut anhört, ist für die Telekommunikationsanbieter aber offenbar nicht direkt ein Geschäftsmodell, mit dem sie die hohen Kosten für Ausrüstung und Frequenzen schnell wieder hereinholen können.

Auf dem Global Mobile Broadband Forum von Huawei (MBBF) in London vom 15. bis 16. November 2017 waren diesen Bedenken in allen Keynotes und Statements der Telko-Provider zu hören. BT-CEO Gavin Patterson sagte im Interview auf der Bühne: „Anwendungsfälle für 5G zu finden, ist die derzeit größte Herausforderung“. Arnaud Vamparys, Senior VP Radio Network and 5G Group Champion bei Orange, tut sich mit einem Geschäftsmodell ebenfalls schwer.

Allen Telekommunikationsanbietern ist aber klar, dass an 5G keine Weg vorbeiführt. Bruno Jacobfeuerborn, CTO Deutsche Telekom, erklärte in seinem Vortrag: „Haben wir einen Business Case für 5G? Nein! Werden wir einen haben? Ja!“ Auch Enrique Blanco, CTO Telefonica, ist wie die anderen auf der Suche nach Geschäftsmodellen. New Verticals wie IoT (Internet of Things), FWA (Fixed Wireless Access), eMBB (Enhanced Mobile Broadband) und V2X (Vehicle-to-Vehicle) sollen es richten.

Die Hersteller von Telko-Ausrüstung wie Huawei bemühen sich daher, Anwendungsbeispiele für 5G-Services zu zeigen, um Ihre Lösungen an den Mann zu bringen. Dabei muss auch die bisher wenig IT-affine Kuh als Erfolgsgeschichte herhalten. Als Connected Cow sieht sie oder besser ihr Landwirt einer glorreichen Zukunft entgegen. Dank Chip und per Mobilfunk mit der Cloud verbunden, soll ihr Besitzer jederzeit wissen wie es ihr geht, was sie benötigt und so bis zu 50 Prozent an Kosten sparen. Die Kuh wird 5G aber nicht zum Erfolgsmodell machen, selbst wenn das Connected Sheep noch mithilft. Die Marketing-Liste der 5G-Erfolgsgeschichten ist daher länger: AR und VR sind besonders auf geringe Latenz angewiesen, damit das Nutzererlebnis stimmt.

Einsatzszenarien für 5G
Abbildung 1. Einsatzszenarien für 5G mit entsprechenden Anforderungen an Datenübertragungsrate und Latenz.

Connected Cars und autonomes Fahren benötigen für die Kommunikation ebenfalls eine geringe Latenz sowie Quality of Service (QoS) – und das auch bei hohen Geschwindigkeiten. Auch ein selbstfahrender Minibus durfte daher als Demonstrationsobjekt auf dem MBBF 2017 nicht fehlen. Das Gefährt kann komplett ohne Mobilfunk selbstständig fahren und auf Hindernisse reagieren, wie der Demonstrator zugab. Erst für den Fall, dass ernste Probleme auftreten und in der Zentrale ein Mensch per Mobilfunk das Steuer übernehmen muss, sind aber wieder geringe Latenz, hohe Durchsatzrate und eine zuverlässige Verbindung für die Echtzeit-Übertragung von hochauflösendem Video und Steuerdaten erforderlich. Diese Anforderungen gelten auch für Drohnen, insbesondere wenn sie wie das eHANG 184 Autonomous Aerail Vehicle Passagiere befördern sollen. Aber auch die Bereiche Smart Agriculture (hier sollen unbemannte Drohnen helfen) und Smart City sind als Anwendungsfälle für 5G ausgemacht.

Wo die Netzwerkausrüster die Anwendungsfälle für 5G sehen, lässt sich gut am Beispiel der Wireless XLabs von Huawei aufzeigen. Für die Anforderungen im Gesundheitsbereich hat Huawei aktuell mit Wireless eHealth einen fünften Bereich angekündigt. Dieser ergänzt die bisherigen Bereiche Connected Vehicles, Wireless Robotics, Connected Drones und Cloud VR/AR.

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Wir waren auf Einladung und Kosten von Huawei auf dem Global Mobile Broadband Forum 2017 in London. Die Berichterstattung erfolgt wie immer redaktionell völlig unabhängig.

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