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Mobility-Studie zeigt gravierende EMM-Defizite europäischer Unternehmen

Laut einer neuen Studie gilt Europa in Sachen Mobility noch immer als Entwicklungsland. Lediglich die Hälfte aller befragten Firmen nutzen MDM-Tools.

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MDM

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Schon bei den Grundlagen von Enterprise Mobility offenbar viele europäische Unternehmen große Schwächen, so eine vom EMM-Anbieter (Enterprise Mobility Management) SOTI bei Ovum in Auftrag gegebene Studie, die Ende Oktober rund um die Kunden- und Partnerkonferenz SOTIsync 2016 in London vorgestellt wurde.

Als zentrale Botschaft der Studie The European Mobility Management Gap identifizieren die Marktforscher bei Ovum bei einem Großteil der befragten europäischen Firmen eklatante Mängel einerseits beim strategischen Verständnis von der Notwendigkeit moderner Mobility-Lösungen und den damit zusammenhängenden Funktionsprinzipien, andererseits aber in der Folge auch bei der Umsetzung entsprechender Mobility-Initiativen.

Nur die Hälfte aller Unternehmen mit Mobility-Lösung

Nur 50 Prozent der von Ovum befragten Unternehmen sichern ihre mobilen Endgeräte auch mit MDM-Tools (Mobile Device Management) ab, die andere Hälfte hat folglich keinerlei Kontrolle über die im Unternehmen verwendeten Smartphones und Tablets – egal ob privat oder von der IT-Abteilung bereitgestellt. Für die Studienautoren gehören MDM-Lösungen zum Fundament jeder Mobility-Strategie, viele europäische Firmen versagen also bereits auf dieser grundlegenden Ebene und verschließen sich daher dem großen Mehrwert, den auf MDM-Tools aufbauende EMM-Produkte versprechen.

Nach den Gründen für diese Mobility-Zurückhaltung befragt, nannten 47 Prozent der IT- und Business-Manager Sicherheit und Datenschutz als ihre Hauptsorgen, obwohl ja gerade MDM-Tools die Unternehmenssicherheit bei der Einbindung mobiler Endgeräte in Arbeitsprozesse erhöhen und gleichzeitig auch strengen Datenschutzvorgaben entsprechen können.

In 21 Prozent der Unternehmen kommt dagegen vor allem aus Budget-Gründen keine Mobility-Lösung zum Einsatz, auch hier eine eher erstaunliche Antwort, da die Mobilisierung von Geschäftsabläufen letztlich auch Kostenvorteile verspricht – wenn auch meist eher indirekt. Als weitere Hindernisse wurden die Unternehmenskultur (11 Prozent) sowie der fehlende technische Support (10 Prozent) genannt.

Europa gilt als EMM-Entwicklungsland

Laut Ovum rufen europäische Unternehmen das große Mobility-Potenzial nur äußerst ungenügend ab (zu diesem Ergebnis kam auch bereits im letzten Jahr die Experton Group), lediglich 49 Prozent der befragten Firmen erlauben die geschäftliche Nutzung privater Smartphones, bei privaten Tablets und Laptops sinkt dieser Wert sogar auf nur noch 34 Prozent. Gleichzeitig fehlt es in 58 Prozent der Unternehmen an klaren Regeln für den beruflichen Umgang mit mobilen Endgeräten, egal ob private oder Firmengeräte.

Damit verschließt sich ein großer Teil europäischer Unternehmen nicht nur dem Thema Enterprise Mobility, sondern, so die Studienautoren weiter, zugleich auch der digitalen Transformation als Ganzem, die ja zum Teil auf den Möglichkeiten mobiler Geschäftsabläufe beruht. Immerhin 52 Prozent der befragten Manager, in deren Unternehmen es keinen Zugriff auf EMM-Anwendungen gibt, würden nach eigener Einschätzung durchaus von Produktivitäts-Tools profitieren, wie sie in Mobility-Lösungen enthalten sind. 58 beziehungsweise 47 Prozent erwarten ähnliche Vorteile bei der Verwendung von Collaboration- oder Customer-Engagement-Anwendungen.

Bei den Gründen für die Mobility-Zurückhaltung in Europa zeigt sich die Studie eher ratlos, eine mögliche Erklärung geht davon aus, viele Unternehmen seien in den frühen Jahren des Mobile-Booms auf den Mobility-Zug aufgesprungen, wären aber bis heute nicht über grundlegende Implementierungen hinausgekommen. Damit fehle es am bereits eingangs festgestellten strategischem Verständnis für EMM-Prozesse. Warum viele Unternehmen diesen Sprung nicht schaffen, wird damit freilich nicht erklärt.

Letztlich kommt die Ovum-Studie zu dem Ergebnis, dass 61 Prozent der befragten Unternehmen keine oder kaum nennenswerte Fortschritte mit ihrer Mobility-Initiative machen, obwohl dies die geänderten Anforderungen von Mitarbeitern und Kunden mittlerweile immer drängender nötig machen. Dieses Problem, so die Studie weiter, gilt es schnellstmöglich zu lösen, um sich durch die freigesetzten Mobility-Potenziale von Mitbewerbern abzusetzen.

The European Mobility Management Gap kann kostenfrei bei SOTI heruntergeladen werden. Für die Studie wurden mehr als 2.000 Unternehmen aus Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Norwegen, Schweden und Spanien mit jeweils mindestens 50 Arbeitnehmern befragt.

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