Internet der Dinge: Bis 2020 sind 25 Milliarden Objekte miteinander vernetzt

Bis 2015 erwartet Gartner einen Anstieg um 30 Prozent auf 4,9 Milliarden vernetzte Objekte. Das bietet neue Chancen aber auch Risiken für CIOs.

Nach Angaben des Beratungs- und Analystenunternehmens Gartner erhält das Internet der Dinge (IoT, in Deutschland auch Industrie 4.0) in den nächsten Jahren einen kräftigen Schub. Allein für das kommende Jahr prognostizieren die Analysten einen weltweiten Anstieg von 30 Prozent auf 4,9 Milliarden vernetzte Objekte im Vergleich zu 2014. Insgesamt erwarten sie, dass diese Zahl in den nächsten fünf Jahren auf 25 Milliarden Maschinen, Autos und andere Dinge ansteigen wird.

„Die digitale Verschiebung, die durch die Nexus of Forces (Cloud, Mobile, Social und Information) initiiert und durch das Internet of Things (IoT) verstärkt wird, betrifft viele Unternehmen“, sagt Jim Tully, Vice President und Analyst bei Gartner, auf der diesjährigen Gartner Symposium/ITxpo in Barcelona. „Sie haben keine andere Wahl, als IoT zu verfolgen, wie sie es auch schon bei der Consumerization der IT getan haben.“

IoT vor allem im Konsumbereich

Die explosive Vernetzung von Dingen wirkt sich massiv auf Industrie und Wirtschaft aus. So würden Verbraucher, Unternehmen, die öffentliche Verwaltung, Krankenhäuser und andere öffentliche Bereiche neue Wege gehen, um entsprechende Technologien anzuwenden. 

Das spiegelt sich auch monetär wider: die Ausgaben für IoT-Dienstleistungen sollen von 69,5 Milliarden US-Dollar im nächsten Jahr auf 263 Milliarden US-Dollar im Jahr 2020 ansteigen.

Hauptantreiber dieser Entwicklung sind wiederum Konsumartikel und Anwendungen. Allein im Konsumsektor wird es laut Gartner weltweit 2,9 Milliarden vernetzte Dinge im Jahr 2015 geben. Diese Zahl vervierfacht sich noch einmal bis 2020 (siehe Tabelle). Das größte Wachstum für Objekte, die über das Internet miteinander kommunizieren, sehen die Analysten im Automotive-Sektor. In diesem Bereich verdoppelt sich das Wachstum praktisch im nächsten Jahr.

Category

2013

2014

2015

2020

Automotive

96.0

189.6

372.3

3,511.1

Consumer

1,842.1

2,244.5

2.874.9

13,172.5

Generic Business

395.2

479.4

623.9

5,158.6

Vertical Business

698.7

836.5

1,009.4

3,164.4

Grand Total

3,032.0

3,750.0

4,880.6

25,006.6

Tabelle: Einheiten von vernetzten Objekten (IoT) nach Kategorien (Quelle: Gartner)

Aus Sicht der Industrie werden vor allem die herstellende Industrie, Versorgungsunternehmen und der Transportsektor die drei Branchen mit dem größten Schub im Jahr 2015 sein. Die drei Bereiche zusammen nutzen allein schätzungsweise 736 Millionen vernetzte Objekte. 

Bis zum Jahr 2020 wird sich der Schwerpunkt auf Versorgungsunternehmen verschieben. Danach kommen herstellenden Firmen und öffentliche Einrichtungen, die alle zusammen 1,7 Milliarden IoT-Objekte einsetzen werden.

„Regierungsbehörden werden den dritten Platz etwa aufgrund von Investitionen in intelligente Straßenbeleuchtungen einnehmen, um Energie zu sparen“, erläutert Tully. „Versorgungsfirmen rutschen auf den ersten Platz, da sie in intelligente Zähler (Smart Meter) investieren.“

Neue Geschäftsmodelle und Sicherheitsrisiken

Zwar gibt es bereits eine Reihe von vernetzten Dingen, wie zum Beispiel automatisierte Geldautomaten und Check-In-Schalter von Fluglinien. Allerdings wird es in den nächsten Jahren neue Geräte und Alltagsgegenstände geben, die digitale Sensoren, Rechen- und Kommunikationsfähigkeiten einschließen. 

Somit wird es aus Sicht der Gartner-Analysten einerseits Objekte mit einer „digitalen Stimme“ geben, andererseits erzeugen diese einen Informationsstrom, der ihren Zustand und ihre Umgebung reflektiert. Eine Chance für völlig neue Dienstleistungen, Anwendungsszenarien und Geschäftsmodelle.

Die explosive Vernetzung von Dingen wirkt sich massiv auf Industrie und Wirtschaft aus.

„CIOs müssen verstehen, dass die größten Bedrohungen für ihr Geschäftsmodell – und gleichzeitig die größten Chancen – nicht einfach aus der Digitalisierung der Produkte und Services entstehen, sondern aus der Erstellung eines neuen Geschäftsmodells und Nutzungsversprechens“, erklärt Steve Prentice, Vice President und Gartner Fellow. „Unternehmen müssen dabei die Verfügbarkeit dieser Informationen mit dem Risiko abgleichen, dass diese verlorengehen oder missbraucht werden können.“

Das Internet der Dinge verknüpft laut Gartner Informationssicherheit, IT-Sicherheit, Betriebssicherheit und physische Sicherheit auf eine völlig neue Art. Bis Ende 2017 erwarten die Analysten daher auch, dass über 20 Prozent der Unternehmen digitale Sicherheitsdienste einsetzen, um Geräte und Dienste im Zusammenhang mit dem Internet der Dinge abzusichern.

Gleichzeitig erwarten die Analysten neue Sicherheitsarchitekturen sowie –Plattformen, hunderte Varianten von hybriden IT-/IoT-Integrationen, neue Industriestandards und einen neuen Blickwinkel auf Applikationen. Da die Geräte- und Anwendungslandschaft extrem Abwechslungsreich sein wird, müssen IT-Führungskräfte die Entwicklung stemmen, indem sie neue, facettenreiche Technologie-Ansätze für IoT-Risiken und die Absicherung der vernetzten Objekte entwickeln.

Industrie 4.0 steckt in Deutschland am Anfang

In Deutschland schlägt sich der von Gartner angekündigte Trend allerdings noch nicht völlig durch. Eine Studie der Experton Group zeigt, dass praktisch jedes dritte Unternehmen noch nie von Industrie 4.0 gehört hat. 

Lediglich drei Prozent der befragten Firmen setzten derzeit ein derartiges Projekt um oder planen es. Sieben Prozent wollen innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre entsprechende Vorhaben realisieren.

Auch wenn das Thema aus Sicht der Experton-Analysten eines der wichtigsten Zukunftsthemen ist, scheuen deutsche Unternehmen beispielsweise noch die Kosten und sehen keinen Mehrwert im Internet der Dinge. 

Schließlich fehlen einem Großteil der befragten Firmen Know-how und Personal für entsprechende Initiativen.

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