Facebook stellt Netzwerk-Switch Wedge für Software-defined Networking vor

Das Open Compute Project schreitet voran: Nach Storage- und Server-Hardware wurde jetzt von Facebook auch ein offener Netzwerk-Switch vorgestellt.

Im Rahmen des Open Compute Project (OCP) hat Facebook vergangene Woche ein eigenes Referenz-Design für Netzwerk-Switche für Software-definierte Netzwerk-Umgebungen vorgestellt. Der „Wedge“ genannte Switch soll Facebook und künftig auch andere Unternehmen unabhängig von spezialisierten Anbietern und deren Hardware machen und kann so durchaus als Kampfansage an etablierte Netzwerkausrüster wie Cisco oder Juniper verstanden werden.

Laut Facebook sei es das Ziel gewesen, nach Server- und Storage-Hardware jetzt auch Netzwerk-Komponenten zu öffnen und über Software-defined Networking (SDN) mehr Effizienz, Skalierbarkeit und Flexibilität des Netzwerks zu erreichen. Die Entwicklung begann vor etwa einem Jahr mit lediglich „einer Idee und einem leeren Blatt Papier“, inzwischen kann Facebook sein funktionierendes Referenzdesign im Facebook Engineering Blog wesentlich ausführlicher vorstellen.

Group Hug als Herzstück des Wedge-Switches

Facebooks SDN-Switch basiert im Kern auf der durch das Open Compute Project bereits bekannten modularen Group-Hug-Architektur für Mikro-Server und nutzt einen Intel-Chip, kann laut Blog-Beitrag allerdings auch problemlos mit AMD- oder sogar ARM-Chips betrieben werden. Das Aufbrechen monolithischer IT-Systeme in modulare und damit anpassbare Einzelkomponenten ist eines der Hauptanliegen des Open Compute Project. Der Einsatz der Group-Hug-Architektur erlaubt dabei laut Facebook ein wesentlich leichteres Management und Provisioning des Netzwerks und soll die Flexibilität und Offenheit des Wedge-Switches garantieren.

Facebooks SDN-Switch Wedge

Überblick über den Aufbau von Facebooks Wedge-Switch. Alle einzelnen Komponenten sollen sich problemlos austauschen und anpassen lassen.

Neben Stromversorgung und Lüftern befinden sich noch eine 40-Gigabit-Swiching-ASIC (anwendungsspezifische integrierte Schaltung) sowie sechzehn 40-Gigabit-Netzwerk-Ports im Switch. Beide Hardwarekomponenten können Hersteller-unabhängig eingesetzt und über die Softwareschicht mit entsprechenden Funktionen ausgestattet werden.

Als Steuerungssoftware setzt Facebook auf das hauseigene, Linux-basierte FBOSS, das über die ASIC-Schnittstellen eine auf Apache Thrift basierende Abstraktionsschicht nutzt. Mit dieser Lösung, so Facebook, soll sich der Wedge-Switch wie jeder andere Service der Facebook-Infrastruktur verwalten, bereitstellen und automatisieren lassen.

Einen konkreten Zeitrahmen für die Einreichung von Wedge-Switch und FBOSS-Betriebssystem als Referenzdesign im Open Compute Project nannte Facebook bisher noch nicht. Schon jetzt deutet sich aber durch das offene Referenzdesign, das statt auf proprietäre Systeme und spezielle Hardware auf gemeinsame Standards und günstige, herkömmliche Hardware setzt, ein Umbruch im Netzwerk-Markt an, der direkt bestehende Geschäftsmodelle etablierter Netzwerkanbieter wie Cisco, Juniper, HP oder Arista betrifft.

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