BYOD: Die richtige WLAN-Planung für Tablet-PCs in Unternehmen

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BYOD: Die richtige WLAN-Planung für Tablet-PCs in Unternehmen

Gina Narcisi

Der Trend zu Bring Your Own Device (BYOD) sorgt für eine vorzeitige Alterung von WLANs in Unternehmen: Die sind nicht darauf ausgelegt, das stetige Wachstum an Bandbreiten-hungrigen Mobilgeräten zu verarbeiten.

Mit Blick auf die Zukunft wird es bei der WLAN-Planung deshalb nicht mehr ausreichen, nur über die Platzierung der Access Points nachzudenken. Stattdessen wird es eben auch darum gehen, all die neuen Geräte zu versorgen. Bis 2015 werden aufgrund unzureichender Infrastruktur-Planung 80 Prozent aller neu installierten drahtlosen Netzwerke schon wieder überholt sein, sagt Tim Zimmerman, Vice President Research bei Gartner Inc. im US-Bundesstaat Connecticut.

WLAN-Planung in Unternehmen: Performance ist wichtiger als die Zahl der Access Points

Bislang wurden Wireless LANs (WLANs) für Unternehmen so ausgelegt, dass sie pro drei Nutzer je ein WLAN-Gerät aufnehmen können. Mittlerweile aber können auf jeden Nutzer eher drei Geräte kommen, sagt Paul DeBeasi, ebenfalls Vice President bei Gartner.

Mobile Geräte wie Tablets und Smartphones bringen dabei für die IT andere Herausforderungen mit sich als Laptops und Desktop-PCs. So machen kleinere Geräte mit weniger Antennen das WLAN langsamer. Selbst die schnellsten heute verfügbaren Mobilgeräte von heute – etwa das iPad Mini – sind um den Faktor Drei langsamer als die schnellsten Laptops, sagt Bruce Miller, Vice President für Produkt-Marketing bei Xirrus Inc. aus Kalifornien. „Aus Performance-Sicht kann das Hinzukommen von Geräten wie dem iPad, die von Anfang an langsamer sind, ein drahtloses Netzwerk in die Knie zwingen“, erklärt er.

Typischerweise konzentriert sich Drahtlos-Planung darauf, weitere Access Points aufzustellen, wenn mehr Abdeckung gebraucht wird. Jedoch mögen Abdeckung und die Möglichkeit, Geräte aufzunehmen, wichtig sein für die Unterstützung von BYOD. Noch wichtiger allerdings kann es sein, sich um die Dichte zu kümmern.

„Unternehmen sollten nicht einfach nur mehr Access Points an die Decke von bevölkerten Konferenzräumen schrauben. Stattdessen können sie eine höhere Geräte-Dichte unterstützen, indem sie die Zahl der Funkmodule in den Access Points von 2 auf 8 oder sogar 16 erhöhen“, erklärt Miller. Das Hinzufügen von zusätzlichen Multistream-Funkmodulen in Access Points nach 802.11n und in Zukunft 802.11ac wird wichtig sein für die BYOD-Performance, sagt auch Rohit Mehra, Leiter des Bereichs Kommunikationsinfrastruktur für Unternehmen beim Analystenhaus IDC.

BYOD unterstützen und zugleich die WLAN-Performance wahren

Die Unterstützung für BYOD ist entscheidend, sollte aber nicht auf Kosten der Qualität von WLANs in Unternehmen gehen, sagt DeBeasi von Gartner. IT-Manager sollten deshalb darüber nachdenken, neben dem WLAN-Netz für Beschäftigte und dem Netzwerk für den Internet-Zugang von Gästen ein drittes speziell für BYOD aufzubauen.

Als isoliertes Netzwerk kann es dafür sorgen, dass die Nutzer denselben Zugriff auf Drucker oder Server haben wie von ihren festen Firmengeräten aus, wobei der BYOD-Verkehr nicht einmal verschlüsselt werden muss. „Netzwerk-Administratoren können jeden Access Point so konfigurieren, dass er drei verschiedene virtuelle Netzwerke anbietet, und dabei die Performance-Priorität vorgeben“, erklärt DeBeasi.

Daneben kann es beim Umgang mit BYOD helfen, zur Sicherung der Netzwerk-Performance Richtlinien in Bezug auf Nutzer und Geräte einzuführen. „Wenn Unternehmen ihre Netzwerke eng darauf abstimmen, dass mit bestimmten Geräten auf Anwendungen zugegriffen wird, kann die IT-Abteilung BYOD-Richtlinien durchsetzen, und die Nutzer-Erfahrung kann sich verbessern“, sagt Mehra von IDC. Dabei solle es nicht darauf ankommen, ob Mitarbeiter ein Tablet verwenden oder irgendein anderes Mobilgerät: Unternehmen sollten schlicht dafür sorgen, dass der Zugriff auf missionskritische Anwendungen unterstützt wird.


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