Ausblick Netzwerke: Controller und Schichten 4-7 werden 2013 den SDN-Markt prägen

Für das Jahr 2013 wird viel Bewegung im noch jungen SDN-Markt erwartet. Vor allem Dienste für die Schichten 4-7 stehen im Fokus.

Was steht uns 2013 im Bereich Software-defined Networking (SDN) ins Haus? Der IDC-Analyst Brad Casemore sieht eine weitere Verbreitung bei Service- und Cloud-Providern, einen Kampf der Anbieter bei Netzwerk-Diensten der Schichten 4-7 und SDN-Controllern sowie eine, wenn auch langsame, Weiterentwicklung von OpenFlow voraus. Auf längere Sicht prognostiziert IDC, dass der SDN-Markt bis 2016 ein Volumen von 3,7 Milliarden US-Dollar erreichen wird. Im Folgenden finden Sie mehr darüber, was Casemore über den SDN-Markt 2013 zu sagen hat.

SDN-Markt 2013: Kampf um Dienste der Schichten 4-7

Die erste Welle des Hypes um Software-defined Networking (SDN) konzentrierte sich auf die Trennung von Steuerungs- und Daten-Ebene in Geräten der Schichten 2 und 3. Im Jahr 2013 aber wird sich die Branche stärker mit Netzwerk-Diensten auf den Schichten 4-7 beschäftigen. Dies gilt laut Casemore sowohl für traditionelle Anbieter wie F5 Networks und Riverbed als auch für Startups. Die SDN-Startups Embrane und LineRate Systems etwa konzentrieren sich voll auf die Schichten 4-7. Und Midokura hat eine Overlay-Technologie auf den Markt gebracht, mit der die Schichten 2-4 abgedeckt sind.

„Viele Anbieter, die wir in diesem Bereich schon lange kennen, und auch ein paar neue werden darüber sprechen, wie sich Dienste der Schichten 4-7 in einem SDN-Architekturmodell einrichten und provisionieren lassen. Wir haben bereits einiges dazu gehört, doch im Lauf des Jahres wird es noch mehr werden“, sagt Casemore. „Wenn man sich das Standard-Modell für SDN ansieht, sind Dienste der Schichten 4-7 Anwendungen, die im Prinzip auf der SDN-Controllerplattform laufen können. Aber das ist nicht die einzige Möglichkeit. Wir werden hier von unterschiedlichen Ansätzen hören. Netzwerk-Dienste für SDN werden 2013 eine große Sache sein“.

Wer wird 2013 SDN einführen?

Für die Verbreitung von SDN erwartet Casemore das gleiche wie viele andere: Telecom-Anbieter, Cloud-Provider und riesige Web-Unternehmen wie Facebook und Google werden die Entwicklung anführen.

Bislang waren die Service-Provider weit vorn bei der SDN-Einführung. Mit breiteren Roll-outs der Technologie in und zwischen ihren Rechenzentren wird das laut Casemore auch 2013 so bleiben. Einige der Anbieter würden auch Dienste auf Basis der SDN-Technologie für ihre Kunden anbieten.

„Die Anbieter und manche Kunden in der Telecom-Community haben viel von Service-Geschwindigkeit geredet – wie schnell man Dienste einrichten und provisionieren kann“, so Casemore. „Diese Agilität und Flexibilität, neue Dienste in Produktion zu bekommen und die Vorteile von Ressourcen-Pools zu nutzen, unterschiedliche Dienste umzuprovisionieren und sie hoch- und herunter zu skalieren, ist der große Vorteil für die Service-Provider.“

Die Verbreitung in Unternehmen wird langsamer vonstatten gehen, „außer vielleicht im vertikalen Bereich Finanzdienstleistungen, wo Goldman Sachs jetzt im Board der Open Networking Foundation (ONF) vertreten ist. Doch selbst dann wird es nicht mit halsbrecherischer Geschwindigkeit vorangehen“, sagt Casemore. Im Unternehmensbereich erwarte er einen SDN-Einsatz vor allem bei Netzwerk-Overlays. Aktuell unterstütze sehr viel installierte Netzwerk-Technik noch kein OpenFlow. Frühe Anwender müssten deshalb mit Tunnel-Protokollen für Overlays und virtuellen Switches arbeiten, die ohne OpenFlow-freundliche Infrastruktur auskommen.

Weiteres Kampffeld für den SDN-Markt 2013: Controller

Deutlich mehr Anbieter werden 2013 ihre eigenen SDN-Controller auf den Markt bringen, so Casemore weiter. Derzeit haben NEC, IBM, HP, VMware, Nicira, Big Switch Networks, Plexxi, Adara und einige andere solche Controller im Angebot.

„Es wird Neueinsteiger geben. Manche davon werden Controller intern entwickeln, andere werden sich Partner suchen, manche Übernahmeziele. Wir haben bereits die Akquisition von Contrail durch Juniper gesehen. Der Kaufrausch, der in der zweiten Hälfte 2012 mit der Übernahme von Nicira durch VMware begonnen hat, wird sich 2013 fortsetzen“, sagt Casemore.

Je mehr unterschiedliche Controller im Angebot sind, desto stärker wird es hier auf Differenzierung ankommen. Laut Casemore wird sich die um Skalierbarkeit, Widerstandsfähigkeit und Performance drehen.

Die Northbound Application Programming Interfaces (APIs) sind ebenfalls wichtig für den Erfolg eines Controllers. Die ONF behält diesen Bereich genau im Auge. Manche Beobachter erwarten, dass sie schon über Standards für Northbound APIs nachdenken wird, doch Casemore hält das für verfrüht: „Ich habe das Gefühl, dass es noch nicht so weit ist, weil der Markt noch keine klare Richtung zeigt. Wenn man die Standardisierung übereilt betreibt, hat man am Ende etwas, das niemand so richtig benutzen will.“

Die OpenFlow-Weiterentwicklung in 2013

Auf lange Sicht wird OpenFlow nicht der einzige Weg zu SDN sein, sagt Casemore. Anbieter wie Nicira und Plexxi haben ebenfalls schon so argumentiert. Dennoch wird sich OpenFlow weiterentwickeln und mehr Möglichkeiten bringen, unterschiedliche Anwendungsfälle zu bedienen. In diesem Jahr wird sich das noch nicht abspielen, doch zu erwarten ist, dass davon viel die Rede sein wird.

„Es sind einige große Ideen dazu vorgebracht worden, zum Beispiel von Nicira, wie man SDN-Fähigkeiten wie bei MPLS verleihen könnte“, erklärt Casemore. „Und es gibt auch Vorschläge, wie man OpenFlow dafür anpassen kann. Allerdings wird es eine Weile dauern, bis sich diese Idee verbreitet und durch die ONF bewegt. Je ehrgeiziger hier der Umfang des Wandels sein soll, desto länger wird er dauern. OpenFlow ist ein Protokoll in Entwicklung, und wir werden erleben, wie es robuster wird und mehr Fähigkeiten bekommt. Aber noch sind die Iterationen so schnell, dass die meisten Anbieter sie nicht nutzen können, weil sie nicht zu ihren Produkt-Entwicklungszyklen passen“.

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