Aufgedeckt: Insieme Networks baut massiven Fabric-Controller

Ciscos Spin-in namens Insieme arbeitet an einem hochleistungsstarken Fabric-Controller für verdichtete „Leaf/Spine“-Datennetze.

Insieme Networks, eine hochgeheime „Spin-in“-Abteilung des Netzwerk-Ausrüsters Cisco, entwickelt einen Fabric-Controller für leistungsstarke, verdichtete „Leaf/Spine“-Datennetze. Derartige Architekturen würden sich damit, jenseits der Netzwerk-Ebene, über die gesamte Rechenzentrums-Infrastruktur steuern lassen. Eine anonyme Quelle aus dem Umfeld des Unternehmens hat SearchNetworking über das Projekt informiert.

Mit dem Fabric-Controller könnte das Netzwerk viel besser auf anwendungsspezifische Erfordernisse reagieren – Insieme nenne diese Strategie „application-defined Networking“, so die anonyme Quelle.

Auf einen Anruf an eine auf seiner Website aufgeführte Telefonnummer hat Insieme nicht reagiert.

Seit längerer Zeit wurde gemunkelt, dass Insieme an einer Technologie für „software-defined Networking“ (SDN) arbeitet, die sich in Ciscos übriges SDN-Portfolio integrieren ließe. Die nun bekannt gewordene Lösung erinnert jedoch eher an Junipers QFabric. Laut der Quelle wird Insiemes Fabric-Controller unter dem NXOS-Betriebssystem laufen, das auch Rechenzentren-Switches von Ciscos Nexus steuert. Das Produkt soll außerdem auf – eigens dafür entwickelten – anwendungsspezifischen integrierten Schaltungen (ASICs) aufbauen.

Vorläufige Pläne zeigen, dass der Fabric-Controller in drei Ausführungen lieferbar sein könnte: eine feste 36x40-Gigabit-Ethernet (GbE)-Ausführung sowie zwei modulare Versionen, die jeweils 288 beziehungsweise 576 40-GbE-Ports unterstützen würden. Zusammen mit weiteren Switches könnten die Fabric-Controller als die „Spine“-Komponenten einer Leaf/Spine-Architektur fungieren.

Der Insieme-Controller soll zwölf Spines unterstützen, bei flexibler Orchestrierung. Er soll sich auf Zehntausende von Ports erweitern lassen und mehr als eine Million Host-Router sowie über eine Million Endpunkte unterstützen.

„Es ist ein offenes Geheimnis, dass der Nexus 7000 beim Durchsatz grundlegende Grenzen hat", sagt Peter Christy, Research Director bei 451 Research. Christy ist von Insieme nicht eingeweiht worden, hat aber etliche Gerüchte im Silicon Valley gehört. „Schauen Sie sich an, was sich bei Switches getan hat, seit der Nexus 7000 auf den Markt kam – heute lässt sich eine viel höhere Port-Dichte bei viel kleinerer Baugröße realisieren.“

Der Insieme-Controller wird voraussichtlich nicht nur viel größere Fabrics ermöglichen als alles, was Cisco heute mit Switches der Serien Nexus 6000 und 7000 bieten kann. Er orchestriert außerdem Dienste der Layer 4 bis 7 und verbindet sie mit Storage- und Computer-Ressourcen, indem er mit Orchestrierungssystemen wie zum Beispiel OpenStack zusammenarbeitet.

Insieme wird ein System für Anwendungsprofile (Application Network Profiles) anbieten, mit dem Kunden schnell neue Anwendungen einführen können. Sobald ein Administrator eine neue Anwendung bereitstellt, schaltet der Fabric-Controller automatisch die entsprechenden Policies und Services ein, wobei er auf vorkonfigurierte Profile zurückgreift. Statt zum Beispiel jedes Mal die zugehörigen Services einzurichten, wenn das Unternehmen einen neuen Exchange-Server benötigt, startet der Administrator einfach den neuen Server – und das Netzwerk fährt die Services automatisch hoch.

Insieme will zudem Hardware-Learning einsetzen, um Multicast in Overlay-Netzwerken überflüssig zu machen, die Tunnel-Protokolle wie zum Beispiel Virtual Extensible LAN (VXLAN) verwenden. Eine derartige Technologie ermöglicht ein Overlay-Netz ohne die üblichen Nachteile und damit Software-Skalierbarkeit mit Hardware-Performance. Insieme erwartet, mit dieser Technik bis zu 80 Prozent der potentiellen Netzwerk-Kapazität eines Kunden freisetzen zu können.

Das letzte Cisco-Spin-in unter Beteiligung der jetzigen Insieme-Gründer, Nuova Systems, entwickelte einen Großteil der Technologie, aus der später Ciscos Unified Computing System (UCS) wurde. Christy von 451 Research glaubt, Insieme versuche einige der mit UCS eingeführten Innovationen zu übernehmen und zu einem auf breiterer Basis verwalteten System zu erweitern.

„UCS Manager ermöglicht Ihnen, dieses große Stück physischer Infrastruktur in wesentlich kleinere Einheiten aufzuteilen, dabei aber flexibel und ohne irreversible Entscheidungen zu agieren“, sagt Eric Hanselman, ebenfalls Research Director bei 451.

Vorstellbar wäre, dass die Ausweitung dieses Ansatzes vom UCS-Rack auf ein ganzes Rechenzentrum ein höchst interessantes System hervorbringt. In diesem würden Rechner-, Speicher- und Netzwerk-Ressourcen dynamisch auf Anwendungen verteilt und deren Dienste automatisch via Application Network Profiles zugewiesen.

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