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Worauf bei der Bereitstellung von Skype for Business achten

Das Deployment von Microsofts Skype for Business weicht von dem anderer Anbieter ab. Bei den Sprachdiensten gilt es daher, einiges zu beachten.

Seit fast einem Jahrzehnt ist Microsoft ein marktbeherrschender Anbieter von Unified Communications (UC), doch die meisten Kunden nutzen die Dienste in erster Linie für Chat, Präsenz, Web-Sharing und andere Desktop-bezogene Funktionen.

Und so populär wie Microsofts Skype for Business für Desktop-UC auch ist, als Voice-Plattform für Unternehmen hat es sich lange Zeit schwer getan.

Aber Microsoft, so scheint es, hat die Trendwende geschafft, denn Skype for Business Voice wird jetzt immer mehr zur Mainstream-Plattform.

Nach Informationen der Synergy Research Group hat Skype for Business in einem schrumpfenden Voice-Markt vielen etablierten Anbietern von Voice-Equipment und -Plattformen Anteile abgenommen. Die jüngsten Marktdaten von Synergy zeigen, dass der Voice-Markt und der Umsatz für alle großen Anbieter zurückgegangen ist – nur Microsoft bildet eine Ausnahme (siehe Abbildung 1).

Im Laufe der kommenden Jahre gehe ich davon aus, dass viele der Microsoft-Kunden, die Skype for Business für Chat und Anwesenheit bereitstellen, das Produkt ebenfalls für Enterprise-Sprachdienste nutzen werden.

Umsatzentwicklung im Markt für Sprachkommunikation.
Abbildung 1: Umsatzentwicklung im Markt für Sprachkommunikation.

Skype for Business: Checkliste für das Deployment der Voice-Services

Die Bereitstellung von Skype for Business Enterprise Voice und dessen Cloud-basiertem Äquivalent, Office 365, unterscheidet sich von den Voice-Services anderer Anbieter. Traditionelle Voice-Systeme sind eher eine Komplettlösung.

Dabei kauft der Kunde die Call-Server, Anwendungen, Telefone und oft das Netzwerk aus einer Hand. Microsoft hingegen stellt die Anrufsteuerung und einige der Anwendungen zur Verfügung, aber alles Weitere muss von einem Skype-for-Business-Partner gekauft werden, was das Deployment zu einer Herausforderung machen kann.

Checkliste für die Bereitstellung von Skype for Business.
Abbildung 2: Checkliste für die Bereitstellung von Skype for Business.

Bei der Bereitstellung der Voice-Services von Skype for Business sind die Vorarbeiten besonders wichtig. Viele große Firmen mit umfangreichen Deployments haben keine Probleme, was beweist, dass die Technik funktioniert.

Unternehmen, die erwägen, die Sprachdienste von Skype for Business bereitzustellen, sollten die folgenden Punkte befolgen:

  • Überprüfen Sie Ihr Netzwerk. Das ist ein absolutes Muss für das Bereitstellung von Skype for Business Enterprise Voice. Bei einem On-Premises-Deployment müssen Unternehmen ihr Augenmerk auf das LAN und das Wi-Fi-Netzwerk richten. Im Zusammenhang mit Office 365 sollten Organisationen die WAN- und Internetverbindung prüfen, denn der Traffic fließt in die Cloud und aus der Cloud.
  • Starten Sie mit einem kleinen Pilotprojekt. Die Bereitstellung von Skype for Business Enterprise Voice ist nicht allzu kompliziert, aber einige Anpassungen des Netzwerks und anderer Infrastruktur sind unumgänglich. Wenn Sie mit einem kleinen Pilotprojekt beginnen, hat die IT-Abteilung Gelegenheit, Probleme beim Deployment zu erkennen und zu beseitigen, die Vorteile abzuschätzen und Best Practices zu erarbeiten. Nachdem die Pilotgruppe erfolgreich migriert ist, kann eine größere Gruppe folgen.
  • Sorgfältige Auswahl der Technologiepartner. Eine Vielzahl von Technologiepartnern arbeiten mit Skype for Business und Office 365, aber nicht alle Partner sind gleich. Einige Partner setzen spezielle Software oder Gateways voraus, damit die Zusammenarbeit mit Microsoft klappt. Darüber hinaus kann sich die Qualität von Sprache und Video von Anbieter zu Anbieter erheblich unterscheiden. Organisationen sollten ihre Technologiepartner äußerst sorgfältig auswählen und sie ausgiebig testen, um optimale Ergebnisse und eine möglichst einfache Bereitstellung sicherzustellen.
  • Behalten Sie konventionelle Telefone. Microsoft drängt seine Kunden vehement dazu, die Tischgeräte abzuschaffen und die Mitarbeiter Anrufe direkt von einem PC oder Laptop aus mit einem Headset führen zu lassen. So bequem wie computerbasiertes Telefonieren auch scheinen mag, ist es nicht in allen Fällen angemessen. Ein herkömmliches Tischtelefon eignet sich deutlich besser für Telefonate über die Lautsprecherfunktion. Die Mitarbeiter können somit auch Anrufe tätigen, wenn ihr PC nicht zur Verfügung steht, etwa weil er neu bootet. Zudem bieten die meisten Handapparate in der Regel eine bessere Tonqualität als PCs und Laptops, insbesondere wenn Letztere aus dem Low-End-Bereich stammen.
  • Berücksichtigen Sie Video als Teil des Deployments. Die Popularität von Video wächst zunehmend unter den jüngeren Mitarbeitern, besonders der Millennium-Generation, die mittlerweile 24 Prozent der Belegschaft ausmachen und deren Anteil innerhalb von 10 Jahren auf 47 Prozent steigen wird. Video fügt der Kollaboration ein weiteres Element hinzu, denn auf diese Weise lassen sich Körpersprache und Gesichtsausdrücke interpretieren. Unternehmen, die Skype for Business oder Office 365 einsetzen, sollten darüber nachdenken, Video jetzt einzubeziehen oder diese Möglichkeit wenigstens für die nahe Zukunft auf die Roadmap zu setzen.

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Nächste Schritte

Wie die Einführung von Skype for Business gelingt

Wie sie die Migration auf Office 365 ausreichend planen und testen

Wie Sie UC-Plattformen konsolidieren

Artikel wurde zuletzt im September 2017 aktualisiert

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