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Skype for Business: Fragen zur Migration auf Microsoft Teams

Microsoft-Kunden, die eine Migration von Skype for Business zu Microsoft Teams erwägen, müssen sich mit vielen Fragen auseinandersetzen, etwa zu Funktionen und Deployment-Modellen.

Auf seiner Ignite-Konferenz Ende September 2017 in Orlando, Florida, hat Microsoft sein neues und aktualisiertes Microsoft Teams präsentiert. Das Produkt konkurriert mit Cisco Spark, Slack, Mitel MiTeam, Avaya Zang Spaces und vielen ähnlichen Programmen. Teams-Sitzungen waren auf der Konferenz gut besucht, was das große Interesse an der Software verdeutlicht.

Auf Nutzer von Skype for Business, die eine Migration zu Microsoft Teams ins Auge fassen, kommen eine Menge interessanter Fragen zu. Zu den häufigsten Punkten gehören:

Ist Microsoft Teams bereit für den Produktiveinsatz? Ich glaube, ja. Die neue Version enthält eine Reihe von Funktionen, die hinzugefügt wurden, um mit vergleichbaren Produkten mitzuhalten. Unter den neuen Fähigkeiten sind Voicemail, Application Sharing und das gemeinsame Bearbeiten von Dokumenten. Darüber hinaus enthält die Software weitere wichtige Funktionen:

  • Gastzugriff auf B2B-Nutzung;
  • PSTN-Anrufe, aber dazu muss der PSTN-Service von Microsoft verwendet werden;
  • Importieren von Kontakten aus Skype for Business;
  • Teilen der Anwesenheit mit Skype for Business; und
  • Abruf von Organisationsinformationen aus dem Active Directory.

Das Programm ist mittlerweile zu einem vollwertigen Team-Collaboration-Tool herangereift, das Nutzer von Skype for Business in Betracht ziehen sollten.

Gibt Microsoft die On-Premises-Version von Skype for Business auf? Nein. Skype for Business in der On-Premises-Version bleibt in absehbarer Zukunft erhalten. Die On-Premises-Variante von Skype for Business verfügt über eine breite installierte Basis. Wenn Microsoft Skype for Business Server plötzlich komplett ablösen würde, würden die Redmonder viele ihrer Kunden im Stich lassen.

Etliche große Kunden oder Unternehmen, die bestimmten gesetzlichen Vorgaben unterworfen sind, wollen weiterhin das On-Premises-Produkt wegen der besseren Kontrolle, der Archivierungsfunktionen oder aufgrund von Sicherheitsbedenken einsetzen. Auf der Ignite kündigte Microsoft eine weitere On-Premises-Version von Skype for Business Server für Ende 2018 an. Microsoft muss diese Version über den normalen Lebenszyklus von ungefähr fünf Jahren unterstützen.

Wenn Sie ein Kunde sind, der die On-Premises-Version nutzt, müssen Sie sich keine Sorgen machen: Microsoft gibt diese Variante nicht auf und ergänzt sie weiter um neue Funktionen. Allerdings stehen einige neue Fähigkeiten, wie Teams, nur über das Cloud-basierte Office 365 zur Verfügung. Wenn Unternehmen also die Funktionen für die Zusammenarbeit im Team verwenden wollen, müssen sie die Cloud nutzen.

Kann ich Teams und Skype for Business im hybriden Modus ausführen? Ja und nein. Ein Hybridmodell ist für eine Vielzahl von Unternehmen äußerst sinnvoll. Nutzen Sie Skype for Business für Anrufe, Chat oder Anwesenheit und Teams für Application Sharing oder Team-Messaging.

In einem gewissen Sinn nutzt das Unternehmen dann zwei UC-Clients (Unified Communications), was ein wenig widersprüchlich ist, denn Unified Client impliziert ein einziges Produkt. Doch diese auf zwei Clients beruhende Strategie ist eine praktikable, risikoarme Möglichkeit, die Mitarbeiter an diese neue Art des Arbeitens zu gewöhnen.

Wenn Sie ein Kunde sind, der die On-Premises-Version nutzt, müssen Sie sich keine Sorgen machen: Microsoft gibt diese Variante nicht auf und ergänzt sie weiter um neue Funktionen.

Sie können jedoch nicht Skype for Business nutzen und dann, wenn die maximale Kapazität ausgeschöpft ist, auf die Teams-Cloud ausweichen. Das wäre zwar ideal, aber die Produkte spielen nicht auf diese Weise zusammen – jedenfalls jetzt noch nicht.

Und die für Skype for Business angeschafften Third-Party-Peripheriegeräte? Viele Nutzer von Skype for Business haben erheblich in Peripherie von Fremdherstellern wie Polycom, Crestron und Logitech investiert, die konventionelle Tischtelefone und Konferenzraumsysteme anbieten. Microsoft hat erklärt, dass alle vorhandenen Telefone und Raumsysteme mit Teams funktionieren werden. Auf der Ignite gab Microsoft bekannt, dass Lenovo, Pexip und Blue Jeans nun über zertifizierte Raumsysteme verfügen, die mit Microsoft-UC zusammenarbeiten.

Wie migriere ich Anwender von Skype for Business zu Teams? Wenn Nutzer von einem Produkt auf ein anderes umsteigen sollen, ist das nie einfach. Sobald Anwender sich an eine bestimmte Arbeitsweise gewöhnt haben, ist die Bereitschaft, Dinge anders zu erledigen, nie besonders ausgeprägt. Um über diese Hürden hinwegzuhelfen, stellt Microsoft drei Migrationsmodelle bereit:

Das erste Modell sieht vor, Skype for Business und Microsoft Teams nebeneinander zu betreiben, wie weiter oben beschreiben, was bis auf Weiteres möglich ist. Eine zweite Option nennt sich Side by side with notify. Hierbei ist ein Datum für den Umstieg von Skype for Business auf Teams bereits festgelegt, und in Skype for Business wird ein Banner angezeigt, das den User an die Migration erinnert. Die dritte Option besteht in einem sofortigen Wechsel zu Teams, ohne dass ein paralleles Arbeiten mit Skype for Business möglich ist.

Microsoft stellt ein Administrator-Portal zur Verfügung, wo diese drei Modelle kombiniert werden können. Auf diese Weise lassen sich einige User von Skype for Business sofort umstellen, andere nutzen die Variante Side by side with notify, während der Rest beide Clients verwendet, bis die Richtlinie sich ändert.

Es wurde ein Training-Bot eingerichtet, um den Anwendern beim Einsatz der Lösung zu helfen. Einige Nutzer haben mir auf der Ignite jedoch berichtet, dass sie den Bot ausprobiert haben, dieser aber häufig Schwierigkeiten hatte, die Fragen zu verstehen und entsprechend Antworten zu geben. Das ist ein Gebiet, auf dem Microsoft Nachholbedarf hat, wenn das Produkt allgemeine Verbreitung finden soll.

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Artikel wurde zuletzt im Oktober 2017 aktualisiert

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