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SDN-Analytik ist der Schlüssel für intelligente und anpassungsfähige Netzwerke

SDN-Analytik nutzt Big Data und gewinnt daraus Erkenntnisse, um das Software-defined Network intelligenter und flexibler anpassen zu können.

Software-defined Networking (SDN) wird von Netzwerkprofis oftmals als die Trennung von der Kontrollschicht und der Datenschicht beschrieben. Technisch gesehen ist das auch korrekt. Diese eher nüchterne Aussage spiegelt allerdings nicht annähernd die tatsächlichen Vorteile von SDN wider. Eine interessantere und bedeutsamere Definition von Software-defined Networking ist, die Einbindung von Richtlinien in die Definition, die Architektur, die Implementierung und den Betrieb des Netzwerks. Ist das Netzwerk tatsächlich das Kreislaufsystem des Unternehmens, dann wird es durch SDN intelligent, flexibel und anpassungsfähig. SDN-Analytik macht die Sache noch besser.

Software-defined Networks sind dynamisch und bedarfsgesteuert

Intelligenz ist in der heutigen Zeit essenziell. Netzwerke sind unternehmenswichtig und so komplex, dass sie eine gewisse Intelligenz für den Betrieb besitzen müssen. Das gilt für die menschliche und auch die andere Seite. Das ist die wahre Schönheit von SDN. Die Technologie bietet Intelligenz für ein Konstrukt, das bisher aus einer stumpfen Ansammlung an Leitungen bestand. Die hauptsächlichen Vorteile sind die Verbesserung der Performance, der Sicherheit, des Traffic-Managements und der Widerstandsfähigkeit. Die Spezifizierung der Richtlinien und deren Durchsetzung mithilfe der SDN-Mechanismen verbessern den Charakter des Netzwerks drastisch. Das Verhalten während des Betriebs lässt sich nämlich anhand der sich ändernden Bedingungen anpassen. Management-Konsolen bleiben für diesen Prozess weiterhin wichtig, allerdings wird eine gewisse Automatisierung eingeführt. Der Grad hängt von der jeweiligen Implementierung ab. Anders gesagt können Software-defined Networks ihr Verhalten anhand von Richtlinien ändern. Die Umstände wechseln während des normalen Betriebs dynamisch.

Die große Frage an dieser Stelle ist natürlich, wie sich dieses Verhalten implementieren lässt? Die potenziellen Konditionen für den Betrieb und die Ereignisse sind möglicherweise sehr umfangreich. Wie ist es möglich, dass SDN angemessen und ordnungsgemäß reagiert? Tatsächlich werden wir oftmals Situationen haben, bei denen es mehr Variablen als Lösungen gibt. Die richtige Antwort ist alles andere als offensichtlich und hier liegt die Herausforderung. Wird ein Angriff auf das Netzwerk ausgeführt? Wie lässt sich am besten auf den Ausfall eines speziellen Netzwerkelements reagieren? Nehmen Sie an, dass das Upgrade einer Software oder Firmware zu abweichendem oder unerwartetem Verhalten führt. Ein paar Tastendrücke auf der Management-Konsole beheben das Problem sehr wahrscheinlich nicht.

Der Schlüssel für das Lösen eines jeglichen rechnerischen Problems ist das Verständnis der Bedeutung, die die verfügbaren Daten repräsentieren. In Netzwerk-Logs und Betriebsdatenbanken lassen sich alle möglichen interessanten Informationen finden. Allerdings wird es nur sehr wenige Menschen, sehr wahrscheinlich keine, geben, die diese Daten durchsuchen, in einen Zusammenhang bringen und die Informationen verstehen können – zumindest nicht ohne die entsprechenden Tools. Wie Sie vielleicht wissen, gehören solche Tools in vielen Bereichen der Informatik seit vielen Jahrzehnten zum Inventar. Sie fallen unter den Allgemeinbegriff der Analytik.

SDN-Analytik liefert neue Erkenntnisse

Genau wie für SDN gibt es auch für Analytik verschiedene Definitionen. In unserem Fall ist nachfolgende aber sehr nützlich: Eine Ansammlung an Tools und Techniken, die angewendet werden, wenn Sie nicht wissen, wonach sie suchen. Anders gesagt deutet Analytik auf Strategien für Analyse und Techniken hin, die man bei Big Data einsetzt. Für SDN-Analytik bezieht sich das auf Big Data im Herzen der modernen Netzwerke. Menschen haben möglicherweise Schwierigkeiten, sich durch die relevanten Daten zu wühlen, um nach Mustern zu suchen, die auf die Wurzel eines Problems hinweisen. Das gilt vor allen Dingen, wenn der Administrator unter Druck arbeiten muss. Tools für die Analytik sind genau für solche Zwecke geschaffen. SDN-Analytik setzt sowohl auf numerische als auch auf grafische (visuelle) Techniken, um so schnell wie möglich Einblicke zu ermöglichen.

Was passiert nun, wenn wir die Leistungsmerkmale von Analytik mit der Flexibilität von SDN mischen und das im laufenden Betrieb und nicht ad hoc? Wir bekommen das Netzwerk der Zukunft geliefert. Es überwacht, optimiert und korrigiert sich selbst. Weiterhin ist es immer mit den Richtlinien synchronisiert, weil es zwischen der SDN-Analytik und dem Betrieb eine Feedback-Schleife gibt. Diese Art der Automatisierung ist natürlich in gewisser Weise eine künstliche Intelligenz. Vor einem allgemeinen Einsatz sind also viele Tests und Nachweise einer angemessenen Funktion notwendig. Stellen Sie sich aber eine Cloud-basierte, unternehmensübergreifende Möglichkeit für die Analytik vor, die eine Betriebsgruppe über mögliche Probleme in Kenntnis setzt, die auf der Erfahrung von anderen basiert. Stellen Sie sich die Management-Konsole der Zukunft vor. Sie reagiert automatisch auf Gegebenheiten und greift korrigierend ein, basierend auf früheren Informationen. Auf diese Weise wirkt sie Verschlechterungen der Performance entgegen oder verhindert komplette Ausfälle. Stellen Sie sich die Intelligenz eines Software-defined Networks vor, die durch die permanente Analytik der Betriebsdaten optimiert wird. Denken Sie über die möglichen Vorteile nach, mit denen sich die Planung des Netzwerks verbessern lässt. Das gilt auch für die Produktivität der Mitarbeiter, Reduzierung der Betriebskosten und Steigerung der allgemeinen Zuverlässigkeit.

Einige argumentieren, dass Software-defined Network sein Versprechen nicht einhalten kann, bis SDN-Analytik als ein essenzielles Element angesehen wird. Auch ich sehe diesen Umstand so.

Über den Autor:
Craig J. Mathias ist ein Direktor bei der Farpoint Group, eine in Ashland, Massachusetts ansässige Wireless- und Mobile-Beratungsfirma. Die Firma wurde 1991 gegründet und arbeitet zusammen mit Herstellern, Netzbetreibern, Unternehmen und Finanzinstitutionen an Technologiebewertungen, Analysen, Entwicklungsstrategien, Produktdesign sowie Marketing, Bildung, Training und die betriebliche Integration aufkommender Technologien.

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Artikel wurde zuletzt im März 2016 aktualisiert

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