Netzwerk-Skalierbarkeit: Was IT-Entscheider jetzt wissen müssen

Die bisherigen Netzwerke können die zukünftigen Anforderungen in Sachen Skalierbarkeit nicht mehr erfüllen, meint Johannes Weingart von Brocade.

75 Prozent der CIOs sagen, dass ihr aktuelles Netzwerk die Erfüllung ihrer Unternehmensziele behindert oder beeinträchtigt. Das ergab eine 2015 von Brocade durchgeführte Studie unter CIOs. Demnach können vorhandene Netzwerke die grundlegenden Geschäftsanforderungen meist nur schwer erfüllen, weil veraltete Infrastrukturen im Rechenzentrum den Geschäftsbetrieb bremsen.

IT-Verantwortliche müssen also handeln, damit sie auch weiterhin wettbewerbsfähig bleiben. Neben Technologien wie Software-Defined Networking (SDN) und Network Functions Virtualization (NFV) ist das Thema Skalierbarkeit besonders wichtig. Skalierbarkeit ist die Fähigkeit, ohne einen umfassenden Austausch der Infrastruktur durch das Hinzufügen neuer Ressourcen auf wachsende und neue Anforderungen zu reagieren. 

Johannes Weingart,
Principal Solutions Architect,
Brocade

Im Vergleich zu bisherigen Netzwerken müssen die neuen, oft Cloud-basierten Architekturen eine viel größere Anzahl meist mobiler Endgeräte und Nutzer miteinander verknüpfen. Skalierbarkeit wird deshalb im Zeitalter des Internet of Things (IoT) und der Third Platform zu einem essentiellen Merkmal leistungsfähiger Netzwerke.

Und doch sind viele IT-Entscheider beim Thema Skalierbarkeit schlichtweg überfordert. Denn im Grunde bietet jeder Netzwerkanbieter Lösungen an, die sich – zumindest bis zu einem gewissen Punkt – skalieren lassen. 

Es geht aber um mehr als nur die Ausweitung von Kapazitäten. Um wirklich zukunftsfähig zu sein, müssen Netzwerke auf wachsende Anforderungen vorbereitet sein und alle Dimensionen von Skalierbarkeit berücksichtigen.

Checkliste für ein zukunftssicheres Netzwerk

Die folgende Checkliste gibt Orientierung und zeigt, welche Fragen IT-Verantwortliche bei der Entscheidung für neue Technologien berücksichtigen sollten:

  • Mehr Nutzer – mehr Ports: Wie einfach lassen sich weitere Ports und Switches zum Netzwerk hinzufügen?
  • Mehr Auslastung: Auch wenn das Netzwerk selbst nicht erweitert wird – die Anforderungen an Kapazität und Bandbreite steigen. Innovationen im Wireless-Bereich, wie beispielsweise der 802.11ac-Standard, oder die steigende Nutzung von Videoübertragung lassen die Datenmengen explodieren. Kann das vorhandene Netzwerk-Equipment mehr Datenverkehr unterstützen, ohne an Zuverlässigkeit einbüßen zu müssen oder überlastet zu sein?
  • Mehr Bandbreite: Netzwerke müssen künftig mit höheren Bandbreiten ausgerüstet werden, um mit den neuen Anforderungen mithalten zu können. Kann das vorhandene Netzwerkequipment um Schnittstellen mit 10 Gbit/s oder gar 40 Gbit/s erweitert werden?
    Skalierbarkeit wird im Zeitalter des Internet of Things (IoT) und der Third Platform zu einem essentiellen Merkmal leistungsfähiger Netzwerke.
  • Mehr PoE Leistung: VoIP-Telefonie, WLAN-Zugangspunkte, Überwachungskameras – die Forderungen nach PoE, PoE+ und PoH steigen. Power-over-Ethernet (PoE) wird in Zukunft vielleicht noch wichtiger als wir es heute schon erwarten. Wie einfach lassen sich weitere PoE-Ports zum Netzwerk hinzufügen oder zu PoE+ bzw. PoH-Ports erweitern?
  • Mehr Netzwerkdienste und Netzwerkfunktionen: Die Anforderungen an Netzwerke werden sich langfristig ändern. Es ist schwierig, technologischen Fortschritt vorherzusagen. Doch auch wenn wir heute noch keine Details kennen, steht eines bereits fest: In den nächsten Jahren werden neue Features und Standards auf uns zukommen. Das fordert auch neue Netzwerkdienste und -protokolle. Bei der Implementierung ist es wichtig, den richtigen Zeitpunkt zu wählen. Muss heute schon alles erworben werden, was in Zukunft gebraucht werden könnte? Oder kann das Netzwerkequipment schrittweise erweitert werden? Wie lassen sich diese neuen Netzwerkfunktionen in das Netzwerk integrieren? Ist das Netzwerk mit der Hardware oder Software anderer Anbieter kompatibel?
  • Mehr SDN: Ist das Netzwerk bereit für Software-Defined Networking? Oder muss zunächst die Hardware ersetzt und das Netzwerk neu konfiguriert werden, bevor ein neuer Pfad eingeschlagen werden kann?
  • Mehr Netzwerk-Management: Veränderungen, Wachstum und Skalierbarkeit bedeuten auch mehr Komplexität im Netzwerk-Management. Wird das IT-Team mit all dem fertig? Können neue Netzwerk-Management-Lösungen das IT-Team entlasten?

Letztlich gibt es – wie so oft – auch beim Thema Skalierbarkeit kein Geheimrezept. Genau deshalb ist es wichtig, dass IT-Verantwortliche einen individuellen Ansatz verfolgen und in ihrem eigenen Tempo agieren. Dafür müssen sie jedoch zunächst den Status quo ihres Netzwerks definieren und Ziele abstecken. Auf dieser Basis können sie sich dann in einem nächsten Schritt für die passenden Lösungen entscheiden und ihre Netzwerke schrittweise mit den passenden Partnern auf die neuen Herausforderungen vorbereiten.

Über den Autor:
Johannes Weingart ist Principal Solutions Architect bei Brocade. Brocade ist ein Anbieter von Netzwerklösungen und hat selbst SDN-Produkte im Angebot. „The New IP“ ist ein neuer Lösungsansatz, mit dem Brocade veraltete Legacy-Netzwerke mit neuen, zusätzlichen Funktionen ausstatten will, um sie für heutige und zukünftige Herausforderungen zu rüsten. Neben Technologien wie Software-Defined Networking und Network Functions Virtualization spielt im Konzept des New IP auch das Thema Skalierbarkeit eine herausragende Rolle.

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Artikel wurde zuletzt im Juni 2015 aktualisiert

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