Internet-Performance: So beugen Unternehmen Cloud-Ausfällen vor

Cloud-Ausfälle bedeuten oft immense Umsatzverluste und betreffen nicht nur kleine Unternehmen. Dabei gibt es viele Möglichkeiten der Vorsorge.

Im Juni 2015 sorgten Verbindungsprobleme bei Amazons Cloud-Angebot Amazon Web Services (AWS) zu einem peinlichen Ausfall einiger bekannter Internetangebote. Seiten wie Pinterest und Netflix, Marktführer auf ihrem Gebiet, waren plötzlich offline. Obwohl Amazons Angebot nicht komplett ausgefallen war, sorgten Verbindungsstörungen dafür, dass Nutzer keinen Zugriff mehr auf ihre Online-Angebote hatten.

Cloud-Unternehmen sind speziell darauf ausgerichtet, ohne Probleme skalieren zu können und sich auf Netzwerke in multiplen Instanzen zu verlassen. Doch sie alle verlassen sich auch auf das Internet, um ihre Dienste anzubieten. Mit durchschnittlich etwa 3.000 Ausfällen pro Tag, die das Internet treffen, sollten sich die IT-Abteilungen durchaus für den Ausfall ihrer Cloud-Dienste interessieren und eine mögliche Downtime immer einplanen.

Negative Folgen eines Cloud-Ausfalls

Wird ein cloudbasierter Dienst Opfer einer Störung – sei es durch einen Netzausfall oder einen gezielten Angriff – so zieht dies weite Kreise, ebenso wie ein Stein, der in einen Teich geworfen wird. Tausende von Unternehmen sind betroffen, egal ob sie den Cloud-Dienst direkt, das Content-Delivery-Network (CDN) oder einfach nur das Netzwerk nutzen und somit ebenfalls von der Störung in Mitleidenschaft gezogen werden.

Paul Heywood, Managing
Director EMEA, Dyn

Die Ausfälle können dafür sorgen, dass Unternehmen gerade auf jene Cloud-Dienste nicht mehr zugreifen können, von denen ihr Geschäftsmodell abhängt. Am Ende leiden die Kunden, der Absatz – während des Ausfalls ebenso wie in der nahen Zukunft – sowie mittelfristig auch die gesamte Markenwirkung des Unternehmens. Den Kunden ist am Ende egal, durch wessen Schuld sie kein funktionierendes Angebot sehen – am Ende werden sie das Unternehmen selbst verantwortlich machen.

Es muss auch nicht immer ein großes Netzwerkversagen sein. Alleine die Auswirkungen eines lokalen Ausfalls des Internetangebotes kann Unternehmen bereits merklich belasten: das US-amerikanische Analystenhaus Gartner schätzt, dass ein Netzwerkausfall Unternehmen pro Stunde bis zu 474.500 Euro kosten kann. Nicht nur kleine und mittlere Unternehmen müssen mit Schäden rechnen: Im März wurde Apple diese Erfahrung ebenfalls nicht erspart. Der zwölfstündige Ausfall des App Store und iTunes kostete vermutlich mehr als 23 Millionen Euro an verpassten Umsätzen.

Die Ausfälle bei AWS und Apple zeigen, wie wichtig es für Unternehmen ist, sich einen Einblick in ihre Internet-Performance zu verschaffen. Obwohl jeden Tag tausende Ausfälle im Internet Cloud-Anbieter, CDNs und Transit-Anbieter betreffen, gibt es Möglichkeiten, wie Unternehmen eine Strategie der hundertprozentigen Uptime fahren können.

Doch dies ist schlecht möglich, indem sie sich blind auf Anbieter und Hoster verlassen – und auch in Verträgen festgehaltene Klauseln helfen im Ernstfall nur wenig. Unternehmen müssen eine Möglichkeit haben, sich im wahrsten Sinn des Wortes Durchblick zu verschaffen: eine klare Sicht auf den gesamten Nutzerpfad, vom Endnutzer durch das Netzwerk bis zur Cloud. Nur mit einem solchen Einblick können Unternehmen derartige Probleme lösen.

Mit Backup-Plänen gegen Cloud-Ausfälle vorsorgen

Saubere Planung verhindert eine schlechte Internet-Performance und somit Ausfälle in der Cloud. Das Planen der eigenen Netzwerke und Redundanzen ist für viele Unternehmen heute durchaus üblich, da sich ihre Kunden längst mit Firmenressourcen verbunden haben.

Für Unternehmen ist daher auch bei einem Ausfall ein Backup-Plan unerlässlich, denn als Dienstleister müssen sie ihren Nutzern in jedem Fall ihre Dienste liefern. Auch Cloud-Assets, die rund um die Uhr online sein müssen, zwingen die IT-Abteilung zur Vorausplanung: Wer keinen Backup-Plan hat, sobald die Verbindung abbricht, muss geduldig auf die Lösung des Problems auf der anderen Seite warten. Unternehmen, die nicht einmal die Möglichkeit haben, das Problem selbst anzugehen, sind in einem solchen Fall machtlos.

Es gibt heute bereits eine große Zahl an Lösungen, die Unternehmen hier selbst handeln und ihre Verbindungsoptionen selbst überblicken lassen. DNS Lookups etwa informieren Kunden, wo sie die gewünschten Dienste erreichen können, egal ob in der Cloud oder On-Premise. Per Cloud-Monitoring können Unternehmen nicht nur herausfinden, welche Cloud-Standorte am besten geeignet sind, um ihren Kunden eine schnelle und zuverlässige Verbindung zu bieten, sondern sie können diese Verbindungen und ihre Leistung auch jederzeit im Blick behalten.

Sollte es zum Ausfall kommen, lassen sich die DNS-Einstellungen (Domain Name System) dergestalt ändern, dass Nutzer über eine alternative Route umgeleitet werden, um die verfügbaren Dienste des Unternehmens zu erreichen. Indem Unternehmen vorausplanen und so auf Ausfälle schnell reagieren können, bleiben sowohl Ausfälle wie auch ihre negativen Auswirkungen in einem überschaubaren Rahmen. Selbst wenn der Cloud-Anbieter der Wahl plötzlich für Kunden nicht mehr erreichbar sein sollte, können sich die IT-Abteilungen beruhigt zurücklehnen, denn ihre Planung ermöglicht dennoch, dass ihre Angebote nicht nur weiterhin online, sondern vor allem erreichbar bleiben.

Internet-Dienste proaktiv schützen

Die Kosten eines kompletten Ausfalls können gewaltige Ausmaße annehmen. Jedes Unternehmen muss sich daher für den Fall des Falles vorbereiten. Die Kunden sind durch unzählige Angebote anspruchsvoll und erwarten schlichtweg die optimale Erfahrung hinsichtlich Geschwindigkeit, einfachem Zugang und Sicherheit – und diese Erwartung sollten Unternehmen nicht enttäuschen.

Eine zuverlässige Cloud-Monitoring-Strategie sorgt dafür, dass Unternehmen nicht unter einem Internetausfall leiden. Daher sorgen Lösungen zur Internet-Performance dafür, dass Unternehmen ihre Online-Auftritte überwachen, kontrollieren und optimieren können. Darüber hinaus erhalten IT-Verantwortliche in Unternehmen eine Übersicht über die Performance ihrer laufenden Dienste, damit diese den Kunden bestmöglich erreichen.

Als Vizepräsident und Managing Director EMEA bei Dyn ist Paul Heywood verantwortlich für die Umsetzung der regionalen Go-To-Market-Strategie. Er treibt das lokale Wachstum voran und verantwortet zudem den Support in der EMEA-Region.

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Artikel wurde zuletzt im September 2015 aktualisiert

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